
Über die Maas zurück zum Mast und ins Markermeer
Der Plan war eigentlich gemütlich am Freitag einzuwassern, in 3 Tagen nach Strijensas zu unserem Mast zurück zu fahren und dann zum Markermeer hinauf zu kommen….aber es kam etwas anders.
Der Mechaniker entdeckte beim Einbau des neuen Getriebes an einer Platte ein defektes Dämpfungselement. Die Lieferung dauerte leider etwas länger und kam erst am Dienstag in Roermond an. Und da Mittwochs nicht eingewassert wird, mussten wir halt bis Donnerstag warten.
Aber Murphys Law ließ uns nicht los. Es sah alles gut aus, bis der Mechaniker eine ungewöhnliche Hitze am Motor entdeckte. Nach einigem hin und her war klar, das Steuergerät ist kaputt. Sobald Strom da ist, schaltet das Gerät auf Vorglühen, was nach kurzer Zeit die Glühkerzen zerstört. Das Dingen war völlig verschmort und konnte nicht repariert werden. Nach diversen Telefonaten kam heraus, es gibt ein Steuergerät in Rotterdam beim Volvo Penta Händler.
Also haben wir uns in ein Hotel eingebucht, am nächsten Morgen um 06.00 aufgestanden, nach Rotterdam gefahren, das Gerät zum Mechaniker gebracht, eingebaut und um 11.00 war alles erledigt und funktionierte nun. Um 15.00 waren wir dann endlich im Wasser.



Ab jetzt lief aber alles nach Plan, wir hatten 3 gemütliche Tage auf der Maas bei tollem Wetter und kamen am Sonntag in Strijensas an.




Dort tauchte dann pünktlich am Montag Lowy vom Tech Werk auf und stellte uns den Mast wieder auf. Endlich ist Auryn wieder ein Segelboot. Wir blieben noch ein paar Tage in Strijensas um unter anderem die Segel zu montieren und das Teakdeck zu schrubben (sieht großartig aus, wie neu)



Um von hier in das Markermeer zu kommen gibt es 2 Möglichkeiten. Man kann 20sm nach Westen fahren und dort durch die Schleuse in die Nordsee kommen. Dann segelt man bis Ijmuiden und kommt durch Amsterdam zum Markermeer. Da wir durch die ganzen Verzögerungen aber keine Zeit mehr haben nehmen wir die andere Möglichkeit. Wir fahren durch die Stande Mastroute. Das ist ein Wasserweg der auch von der Berufsschifffahrt genutzt wird und komplett mit Brücken versehen ist, die auch für Segelboote öffnen.
Das Ganze ist auf die eine Art total charmant, da man sehr schöne Kanäle, Häuser und Gegenden aus einer Perspektive sieht wie es sonst nicht möglich ist. Auf die andere Art ist es aber auch etwas anstrengend, weil die Brücken nun mal nicht sofort aufmachen wenn man ankommt sondern schon mal ne Stunde später. Zwei Mal hieß es die Brücke wäre kaputt und wir müssten halt warten. Wir haben uns durchgekämpft und waren tatsächlich nach 2 Tagen an der Schinkelbrücke in Amsterdam.




Der Plan von der Stande Mastroute für die Fahrt durch Amsterdam sieht so aus. Die Schinkelbrücke öffnet nur nach Mitternacht, weil sie extrem viel befahren ist. Die weiteren 12 Brücken öffnen danach im Takt für den Konvoi so dass man eigentlich nonstop durchfahren kann. Wir erfahren als wir am Abend am Haltesteg vor der Brücke ankommen, dass diese seit einigen Tagen bereits kaputt ist aber man wolle es heute Nacht wieder probieren. Na das passt ja hervorragend zu dem bisherigen Törn.
Im Endeffekt klappt es aber, die Brücke geht pünktlich kurz nach Mitternacht auf und wir können mit den anderen 8 Segelbooten im Konvoi durch Amsterdam fahren. Das ist wirklich ein einmaliges Erlebnis am Wochenende durch das beleuchtete Amsterdam mit den vielen Leuten die sich den Konvoi neugierig anschauen zu fahren. Zwischendurch stehen wir noch mal eine Stunde an einer Eisenbahnbrücke die anscheinend keine Erlaubnis hat zu öffnen. Gegen 03.00 sind wir dann durch, machen an einer Mole fest und pennen erstmal ne Runde.





Nach einer kurzen Nacht tuckern wir dann zur Marina Muiderzand wo Auryn für die nächsten 3 Monate geparkt wird. Wir sind sehr glücklich……
