
Wer auf Langfahrt gehen möchte kommt um dieses Seminar nicht herum. Ich vermute es ist in dieser Größenordnung und Themenvielfalt einmalig auf der Welt. Das Blauwasserseminar findet jedes Jahr während der BOOT Messe in Düsseldorf an einem Wochenende über zwei volle Tage statt. Genaue Zahlen kennen wir nicht, es waren aber deutlich über 200 Teilnehmer anwesend die sich diverse Vorträge interessiert angehört haben. Sönke Röver und seine Mitstreiter haben wieder eine hochinteressante Agenda an Informationen und Vorträgen zusammengestellt



Themen waren unter anderem:
Diverse technische Vorträge, welches Boot man braucht bzw. welche Optionen es gibt mit sämtlichen Vor- und Nachteilen und wie die Besegelung sein sollte. Navigation und Kommunikation an und von Bord sowie das Energiemanagement. Eines der wichtigsten Themen ist natürlich die Sicherheit an Bord. Was muss man an Bord haben, in welchen Mengen und Größen und was hilft weniger. Es wurde auch eine Rettungsinsel auf der Bühne gezündet die sich mit einem entsprechendem Knall geöffnet hat.
Wetterkunde und eine entsprechende Software von Wetterwelt wurden vorgestellt.
Medizinische Tipps gab es oder auch wie man sich die Bordapotheke organisieren kann und wie Seekrankheit bekämpft werden kann.
Auch das soziale Miteinander wurde nicht vernachlässigt und es gab viele praktische Hinweise was z.B. an Budget benötigt wird oder wie man Eier an Bord länger frisch hält. Welche Fahrtgebiete sind bevorzugt und welche sollten eventuell auch gemieden werden (Inklusive dem unvermeidlichen Orcathema in Spanien und Portugal)
Ein Highlight war der Auftritt von Jimmy Cornell, kaum jemand hat wahrscheinlich mehr Seemeilen im Kielwasser. Sönke und Jimmy haben eine Stunde auf der Bühne geplaudert und Jimmy hat viele segelerische Lebensweisheiten und Tipps zum besten gegeben. Sehr unterhaltsam und spannend ihm zu zuhören.


Es gab für die Teilnehmer noch ein paar nette Gimmicks. So bekam jeder ein Band welches er sichtbar getragen hat mit einer bestimmten Farbe. Diese Farbe signalisiert in welchem Jahr man losfahren möchte. Dadurch ergibt sich einfacher die Möglichkeit sich kennenzulernen und vielleicht sogar zu verabreden.
Wir haben in den Gesprächen mit den Teilnehmern völlig unterschiedliche Herangehensweisen kennengelernt. Ein Paar macht gerade den Segelschein, fährt dann nach Italien und sucht dort nach einer Yacht. Wenn was passendes gefunden wurde geht es sofort los. Klingt sehr ambitioniert. Andere lassen sich gerade eine schicke Aluyacht zusammenschweißen und wollen nächstes Jahr dann mit einem nagelneuen Boot losfahren und haben schon seit der Kindheit Segelerfahrung. Da sind wir wieder beim Thema Budget, ist halt schon sehr unterschiedlich.
Wir sind nach dem Seminar deutlich bestärkt nach Hause gefahren unsere Tour nächstes Jahr zu starten. Es hat uns trotz der vielen sicherheitsrelevanten Themen das Gefühl gegeben, dass wir nichts Elementares vergessen haben. Natürlich ist uns bewusst, dass es auch Situationen geben kann die unangenehm oder auch gefährlich werden können. Auf dem Seminar wurden die Themen aber konsequent angesprochen und bei entsprechendem Verhalten und Vorsichtsmaßnahmen wird das Risiko deutlich minimiert. Und dazu gehört nicht nur jeden morgen schön in den Wetterbericht zu schauen ob irgendwo ein Tiefdruckgebiet entsteht.
Also ein Tipp an alle die sich auch vorstellen können einen längeren Segeltörn zu unternehmen, besucht dieses Seminar, es lohnt sich.