
Norwegens Städtchen an der Südküste
Nachdem wir herrliche Wochen in Schweden hatten, sind wir nun gespannt was uns in Norwegen erwartet. Die Überfahrt über den oberen Teil des Skagerraks ist mit 60sm relativ lang und wir müssen nach anfänglichen Flauten wegen dem ungünstiger werdenden Winkel des Windes immer mehr am Wind fahren. Das war auf Dauer mit den Wellen etwas anstrengend (d.h. der Wind kommt schräg von vorne). Das erste Ziel an der Südküste ist Risør und leider schaffen wir es nicht ganz, dort genau hinzusteuern. Daher müssen wir am Ende des Trips noch etwa 2h die Küste runter den Motor anwerfen. Die gesamte Etappe dauert über 15h und wir sind ziemlich geschafft gegen 21.00 Uhr angekommen. Risør aber begeistert uns, es ist auch hier Pfingsten und die Kneipen und Restaurants am Abend sind alle voll. Das kennen wir von unserem letzten Norwegen Besuch anders. Die Preise für Essen gehen (Pizza über 20€) und geschweige denn alkoholisches in Restaurants zu trinken (Bier über 10€) sind so hoch, dass es sich anscheinend auch die Norweger selber eher selten leisten. Die Stadt besteht in ihrem Kern fast ausschließlich aus weißen Holzhäusern, die einen Wettbewerb für die schönste Deko vor der Tür veranstalten. Der erste Spaziergang am Morgen geht den Berg hinauf zum Risørflekken einem weißen Felsen. Dort hat man einen großartigen Blick über die Stadt und ein paar nette Wälder mit Seen.






Am Nachmittag laufen wir noch eine Runde durch einen Naturpark am Meer was sich am Ende als ziemliche Kletterei über die Schären herausstellt aber am Ende auch totalen Spaß macht. Das Knie der Skipperin hält bisher super durch.



Die Häfen in der Vorsaison sind übrigens hier noch leerer als in Schweden oder Dänemark. Mit uns lag nur ein weiteres Boot im Gästehafen und entsprechend ist meistens auch kein Hafenmeister da wo man bezahlen könnte. Am 2. Abend kam einer der fragte ob wir Bar bezahlen könnten. Wir verneinten, es geht nur mit Karte. Das geht bei ihm heute nicht und deshalb brauchen wir halt nicht zu bezahlen, danke schön…
Als nächstes Ziel haben wir uns Grimstad ca. 32sm weiter die Küste runter ausgesucht. Eigentlich wollten wir in eine Ankerbucht was aber auf Grund des vorhergesagten kräftigen Windes gestrichen wurde. Diesmal hatten wir ein umgekehrtes Problem (man kann es auch nie recht machen). Der Wind kam zu sehr von hinten und wir haben uns daher immer mehr von der Küsten entfernt, und mussten am Ende fast 10sm quer zurück zur Küste nach Grimstad. Es war sehr sehr wellig aber dafür hatten wir die meiste Zeit 6-7kn Geschwindigkeit. Normal rechnen wir immer mit 5kn durchschnittlich.
Auch in Grimstad gibt es einen kleinen Gästehafen wo aber auch nur 3 andere Boote lagen. Die Stadt hat nicht ganz so viel Charme wie Risør und besticht vor allem durch ihr kleines Einkaufsviertel direkt hinter dem Hafen. Wir nutzen den Morgen erstmal für einen Großputz des Bootes vor allem von Innen. Danach gehen wir etwas das Städtchen erkunden, und laufen auf einen Berg um die unvermeidlichen Panoramabilder der Stadt zu machen. Henrik Ibsen hat 1844 ein paar Jahre hier eine Ausbildung in einer Apotheke gemacht was etwas übertrieben herausgestellt wird. Es gibt nach ihm benannte Straßen, Plätze, Cafés und natürlich die Apotheke.






Am Nachmittag dann noch eine Wanderung bei der wir den noch gesunden norwegischen Wald mit Bergsee erkunden. Der Rückweg war diesmal nicht mehr so schön weil die Skipperin Knie bekommen hat. Da wir an Segeltagen uns fast überhaupt nicht bewegen, muss es an den anderen Tagen zwangsläufig dann etwas mehr sein.



Morgen geht es weiter nach Lillesand. Das ist ein eher kurzer Sprint den wir wegen dem vorhergesagten starkem Wind am Morgen wahrscheinlich erst am Nachmittag starten.