Wir stellen fest, dass wir uns bzgl. der Gasversorgung zum Kochen doch etwas blauäugig verhalten haben. In Deutschland oder Holland tauscht man die Gasflaschen in der Regel einfach gegen eine neue aus, und hat dann wieder für einige Wochen oder Monate Ruhe. In Dänemark war es auch kein Problem, dort konnten wir eine Gasflasche gegen eine andere an einer Tankstelle für ca 25€ tauschen und fertig. Aber nicht in Norwegen, die haben hier andere Anschlüsse und andere Typen von Flaschen die bei uns nicht an das System passen. Nach ausgiebiger Recherche bleibt nur das Auffüllen, ansonsten müssten wir einen Adapter besorgen. Wir haben in den letzten Häfen nachgefragt ob man irgendwo Flaschen gefüllt bekommt, aber die hatten alle keine Ahnung. Laut Internet gibt nicht weit von Stavanger entfernt Auffüllstationen wo es gehen sollte.

Daher machen wir uns auf nach Tananger (nicht Stavanger aber in der Nähe) um dort die Flaschen füllen zu lassen. Der Törn ist über 60sm lang die Küste rauf und verläuft im Rekordtempo mit 5-6Bft und Böen von 7Bft von hinten mit entsprechender Welle. Das war deutlich mehr als vorhergesagt aber es hat gut geklappt und wir haben weniger als 11 Stunden gebraucht bis wir im Hafen von Tananger festmachen.

Die Füllstationen sind leider mehr als 35km entfernt und daher muss ein Auto her. Der Skipper macht sich morgens mit dem Bus zum Flughafen auf und bekommt bei Hertz einen Toyota Yaris. Dann wieder zurück die Gasflaschen eingeladen und los geht es. Wenn wir schon mal ein Auto haben, dann muss das natürlich auch touristisch ausgenutzt werden. Und so fahren wir erstmal nach Stavanger uns das Gamle Viertel in der Altstadt anschauen. Es besteht aus einer Vielzahl von historischen Holzhäusern die aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Leider legt dort auch gerade ein gruseliges riesiges Kreuzfahrtschiff an, und die Altstadt wird mit Leuten geflutet. Uns gefällt es trotzdem, wir gönnen uns noch einen Lunch und ein Eis.

Bei der ersten Füllstation bekommen wir die große Gasflasche von unserem Gartengrill gefüllt, für die kleineren hat er keine Anschlüsse. Immerhin eine erste Erleichterung, so gibt es weiterhin morgens Kaffee und die Küche bleibt nicht kalt. Wir fahren noch einen 30km Umweg zu der anderen Füllstation und haben Glück, auch unsere kleinen Flaschen können dort gefüllt werden…super wir sind jetzt für mindestens 3-4 Monate versorgt.

Unsere Stegnachbarin Andrea aus der Schweiz hat uns direkt auch noch eine Flasche zum Füllen mitgegeben. Eine sehr interessante Frau übrigens. Sie ist 67 Jahre alt und hat zu Beginn Ihrer Pension vor 3 Jahren auf Elba einen Segelschein gemacht und dort direkt auch eine Segelyacht gekauft. Seitdem wohnt sie auf ihrem Boot, und fährt vom Mittelmeer bis hoch in die Nordsee nach Irland und die Ostsee bis Stockholm alleine durch die Gegend. Wir sind völlig fasziniert.

Eine Antwort zu “Unsere Gaskrise”

  1. Hallo, ihr Weltreisenden.Es ist ein gruseliger Sonntagnachmittag und ich lese grad mit großem Interesse euren Blog!! Toll,was ihr erlebt und dass ihr euren großen Traum wahr gemacht habt! Weißt du, lieber Jan,eigentlich, dass dein Großvater Karl während des Krieges in Norwegen stationiert war und der Ort Stavanger kam häufig in seinen Erzählungen vor. Er hat sich dort sehr wohl gefühlt….die Norweger fanden die Besatzungsmacht weniger lustig…viel Freude weiter auf eurer aufregenden Reise um die Welt…eure Barbara und Peter aus Hundsmühlen/Deutschland!!

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