Wir kommen nun zu einem weiteren Highlight, den richtigen Fjorden in Norwegen. Um dort hinzukommen, müssen wir von Tananger noch ein Stück nach Norden und dann um das kleine Kap rechts herum an Stavanger vorbei. Wir steuern einen wunderbaren Ankerplatz an, der kurz vor dem Eingang in den Lysefjord in einer Bucht der Insel Ådnøy liegt. Wir rudern am Abend mit dem Beiboot an Land und machen noch einen schönen langen Spaziergang über die Insel.

Am nächsten Morgen geht es dann in einen der bekanntesten Fjorde von Norwegen, den Lysefjord. Auf dem Weg gibt es ein kleines Jubiläum, wir haben 1000sm seit der Abfahrt geschafft. Der Fjord ist vor allem deshalb so bekannt, weil der einzigartige Preikestolen an seiner Nordseite hoch oben thront. Wir waren vor 5 Jahren schon mal mit dem Wohnmobil hier, und sind nun sehr gespannt wie der Felsen denn von unten aussieht. Der Wind ist uns auch wohlgesonnen und so können wir fast die gesamte Strecke langsam und gemütlich durchsegeln. Da der Wind genau von hinten kommt, versuchen wir es mit der Schmetterlingsbesegelung. D.h. die Genua wird zur einen Seite mit dem Spibaum ausgefahren und das Großsegel zur anderen Seite. Klappt ganz gut obwohl der Wind immer wieder seine Richtung ändert. Der Preikestolen von unten betrachtet überrascht uns doch einigermaßen. Er wirkt viel kleiner und verlorener in dem Bergmassiv als von oben. Mit dem Fernglas kann man die Leute an der Kante gut erkennen.

Wir steuern den kleinen Hafen Flørli an, der mitten im Fjord liegt und nur per Boot oder zu Fuß erreichbar ist. Dort gibt es einen Pier wo man umsonst festmachen kann, und sogar eine kleine Versorgungsmöglichkeit durch ein Caffè hat. Daneben ist ein Wasserkraftwerk, welches das Wasser aus dem Berg über Pipelines zur Stromerzeugung auffängt. Flørli hat eine Besonderheit, auf den 720m hohen Berg hinter dem Hafen führt die größte Holztreppe der Welt mit 4444 Stufen. Kein Thema für uns (wir bereuen später…) da wollen wir auch hoch. Und so geht es am nächsten Morgen nach dem Frühstück gut gestärkt los. Zur Motivation sind alle 10 Stufen kleine Schildchen mit der jeweiligen Zahl angebracht. Nach den ersten 1000 Stufen denken wir die haben sich verschrieben, das müssen deutlich mehr gewesen sein. Irgendwann verfällt man in eine leichte Trance und spürt die Beine nicht mehr, was wahrscheinlich ganz gut ist. Hinzukommt noch, dass vor allem in der Mitte die Steigung immer steiler wird, so dass es eher eine Leiter ist. Nach gut 2 Stunden sind wir oben und werden von einem tollen Panorama und einem Bergsee empfangen. Zum Hinabsteigen gibt es die lange Variante mit ca. 10km und weniger Gefälle oder die kurze sehr steile 3,5km Variante. Wir haben Zeit und nehmen den langen Weg. Wahnsinnspanorama und Landschaften bis ca. km 8 sind wir wirklich begeistert. Das letzte Stück ist dann wieder sehr heftig, weil es den steilen Wald hinunter über Stock und Stein geht. Aber auch das geht vorbei und unten gönnen wir uns erstmal ein Eis im Caffè.

Wir fahren noch am Abend wieder aus dem Fjord raus zu dem bekannten Ankerplatz zur Übernachtung. Da es an der Küste die nächsten Tage stürmisch wird, halten wir uns lieber in der Welt der kleinen Inseln innerhalb des Landes auf. Wir finden die Insel Halsnøya mit dem Ort Skartveit, wo wir ein paar Tage entspannen möchten. Hier gibt es einen netten kleinen Hafen mit Supermarkt und ein paar schöne Wanderwege. Das Wetter ist nicht mehr ganz so glorreich, zwischendurch schüttet es stundenlang wie aus Eimern.

Morgen geht es wieder Richtung Küste auf die Insel Karmøy wenn der Wind uns lässt.

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