
Schöne Tage auf wilder Insel
Die Shetland Inseln haben viele Seiten zu bieten, die meisten sind aber durch die Lage und Gegebenheiten wie z.B. das Wetter deutlich rauer und wilder als wir es sonst kennen. Dafür haben wir jetzt einige Tage Zeit das zu erkunden. Was sehr gut funktioniert ist das Bussystem. Wir fahren nach Scalloway der ehemaligen Hauptstadt und den zweitgrößten Ort der Insel. Dort wohnen ca. 1000 Menschen und es gibt ein paar Läden, einen kleinen Segelhafen und sogar ein Museum. Da das Wetter nicht so doll ist, gehen wir dort mal rein und lernen interessante Themen kennen wie den Shetland Bus. Das war eine geheime Seebrücke zwischen Norwegen und den Shetlandinseln im 2. Weltkrieg, durch die viele Norweger nach Shetland flüchten konnten und auch anderwärtig versorgt wurde. Es war etwas heroisch aufgezogen aber gut gezeigt. Wir machen noch eine Wanderung die Klippen entlang und werden nach einem arglosen Gang über die Wiesen relativ heftig und laut von zwei Seeschwalben attackiert. Anscheinend sind wir deren Gelege zu nahe gekommen. Da wir keinen Vögeln Angst einjagen wollen, gehen wir brav wieder zurück.








Das nächste wilde Erlebnis haben wir leider mit der Hafenbehörde die abends um 21.00 Uhr anrief und uns mitteilte, dass morgen früh der Pier geräumt sein muss. Es kommen ein paar Kreuzfahrtschiffe vor Anker (am Ende waren es vier!) die den Pier für die Boote zum Anlanden brauchen, um die Passagiere dort abzusetzen. Es tat ihm auch sehr leid, dass wir nicht früher informiert wurden aber was soll man machen. Da gerade ziemlich viel Wind in den Hafen geblasen kam, habe ich mich geweigert uns dort wegzubewegen, und an einem der anderen Boote im Päckchen festzumachen. Er rief dann noch mehrmals an und drohte, dass wir am nächsten Morgen um 05.00 geweckt werden. Also haben wir klein beigegeben, uns dort wegbewegt und an ein paar sehr hilfsbereiten Franzosen festgemacht. Die Krönung war dann, dass am übernächsten Tag der gesamte Hafen freigemacht werden muss, weil auch noch eine Regatta mit 30 Booten dort ankommt. Wir verlegten in den Südhafen und liegen jetzt dort im Päckchen.
Nach dem Stress haben wir uns wieder eine Busfahrt verdient und fahren in den äußersten Süden der Insel. Dort gibt es eine Wanderung zu einem Leuchtturm hinauf. Wir fanden oben ein Café mit dem One Billion Dollar View die Klippen hinauf. Man kann relativ nahe die Felsen sehen, in denen die Vögel wie Papageitaucher, Möven und Seeschwalben brüten.





Wie schon geschrieben, haben wir für Freitag ein Auto gemietet und fahren damit in den Norden der Hauptinsel. Es ist ein Fiat 500 ohne jegliche Extras aber er fährt ok. Dafür findet Natascha die Farbe (siehe unten) großartig. Nach Norden hin wird die Besiedelung dünner und auch die Straßen werden schmaler. Auf ganz Shetland gibt es kaum Bäume geschweige denn mal einen Wald. Das einzige sind auf Privatgrundstücken mal ein paar Bäume aber ansonsten dominieren Wiesen und Felsen. Das erste Ziel ist der drittgrößte Ort Brea. Aber dort wissen wir nicht wirklich was wir machen sollen und fahren schnell weiter. Es geht wieder zu einem Leuchtturm, der natürlich auf wilden Klippen steht von denen man aus einen tollen Spaziergang machen kann. Leider fängt wieder dieser typische Rieselregen an, und wir sind dank völlig falscher Klamotten nach 10 Minuten klatschnass. Im Auto dauert es einige Zeit bis wir aufhören zu frieren und anfangen etwas zu trocknen. Weiter geht es nördlich wo wir zu einer Seehundbank laufen möchten. Der Marsch dauert eine gute Stunde und wir werden nicht enttäuscht. Am Strand liegen bestimmt ein Duzend dicke Exemplare die sich aber bald ins Wasser bewegen. Einige Ältere auf den Felsen lassen sich davon nicht beeindrucken und bleiben einfach liegen. Die Autogelegenheit muss natürlich auch genutzt werden um mal wieder einen Großeinkauf zu machen. Im Gegensatz zu Norwegen macht es in Schottland auch wieder Spaß. Die Preise hier sind ähnlich wie bei uns und nicht um 50% höher.







Morgen geht es Richtung Süden etwa 40sm auf die kleine Insel Fair Isle.