Wir stehen 06.30 auf, da wir am Pier im Päckchen ganz innen liegen. An uns dran hängen noch zwei Boote die erstmal losmachen müssen, damit wir rauskommen. Daher sollten wir, wie abgesprochen um 08.00 bereit sein. Der Wind drückt uns unangenehm gegen die Mauer und nach vorne haben wir nicht viel Platz einen großen Radius zum Wegfahren zu ziehen. Also muss hinten so lange wir möglich die Leine gehalten werden, rechts voll einschlagen und das Bugstrahlruder arbeitet hart. Es klappt so gerade aber ein wenig verbiegen wir uns eine Halterung an unserem Davitgestänge hinten links. Draußen erwartet uns erst eine relativ große Welle mit guten 5-6Bft Wind, die aber relativ schnell abnehmen. Danach ist es den ganzen Tag segeln vom Feinsten. Erst 1,5h vor dem Ziel lässt er nach und der Motor muss unterstützen. Wir fahren nicht direkt bis Kirkwall der Hauptstadt der Orkneys, sondern ankern noch eine Nacht in einer Bucht um die Ecke. Wir wären auch noch etwas länger da geblieben, aber die kommenden Windverhältnisse zwingen uns dazu am nächsten Tag in die Marina zu fahren. Freitag soll es Sturm geben. Es ist schon recht voll hier aber wir bekommen einen Platz in einer Box.

Nachdem wir erstmal das Boot komplett abgespritzt und geschrubbt haben, um das Salz der letzten Wochen loszuwerden, machen wir uns auf in das Städtchen direkt hinter der Marina. Leider sind gerade 4 Kreuzfahrtschiffe vor Ort und die Stadt ist etwas geflutet. Wir erfahren, dass das wohl fast jeden Tag so ist. Egal, wir tingeln durch den Ort der etwas an Lerwick auf den Shetlands erinnert. Manche sagen Kirkwall ist das schönere Lerwick. Aus meiner Sicht ist Kirkwall etwas spektakulärer aber auch irgendwie dunkler, alles ist grau-braun und wenig verziert. Man kann hier aber einiges erledigen. Die Skipperin kauft neue Schuhe und einen Frisörtermin gibt es recht schnell für den nächsten Tag.

Am folgenden Tag gibt es Sonne und 18°C, das heißt es muss was unternommen werden. Wir fahren mit dem Bus nach Stromness dem zweitgrößten Ort der Orkneys. Hier ist es deutlich beschaulicher als in Kirkwall, es gefällt uns richtig gut. Wir machen einen ordentlichen Marsch die wunderschöne Küste hinauf um den Ort herum. Nachdem wir an einer Kuhwiese halt machen, kommt die gesamte Bande neugierig zu uns an den Zaun. Hier ist die Welt für die Kühe noch in Ordnung. Die Kälbchen dürfen sogar Mutters Milch selbst gezapft trinken. Wo gibt es sowas bei uns auf den Bauernhöfen noch.

Am nächsten Tag kommt dann der Sturm, es kachelt mit über 40kn Wind durch den Hafen und an allen Ecken und Enden klappert und pfeift es. Wir sind am Steg gut vertäut und machen uns eigentlich keine Sorgen. Viel schaffen wir auch nicht heute, außer einem Spaziergang und einem Museumsbesuch. Dafür sind wir am Samstag wieder etwas aktiver und fahren mit dem Bus in eine Gegend in der mehrere alte Siedlungen und Steinkreise sind. Diese werden mindestens 5.000 Jahre alt geschätzt. Nicht viel unspektakulärer als Stonehenge in England aber wahrscheinlich nicht so gut vermarktet und einfach auch sehr abgelegen hier oben. Lange halten wir es aber auch nicht aus und fahren bald mit dem Bus wieder zurück. Es bläst noch immer zu stark und der Regen vermischt sich immer wieder mit dem Wind. Insgesamt sind wir doch langsam dem kalten Wetter überdrüssig und freuen uns darauf in den hoffentlich wärmeren Süden zu kommen. Am Nachmittag sind wir zu Kaffee und Kuchen bei unseren Stegnachbarn Bernd und Susanne eingeladen. Hier gibt es eine kleine Community von deutschen Seglern im Hafen und wir haben uns für 20.00 in der Kneipe um die Ecke verabredet um Fußball gegen Dänemark zu gucken. Es wird ein lustiger Abend und anschließend besichtigen wir noch einen ziemlich luxuriösen Katamaran von einem Paar nebenan.

Heute geht es weiter Richtung Inverness wo wir in den Kaledonischen Kanal möchten. Das Wetterfenster lässt uns aber nicht die gesamte Strecke von 110sm fahren, aber bis etwa halbe Strecke nach Wick geht es. Wir stoppen dann dort und fahren wahrscheinlich Dienstag weiter.

Hinterlasse einen Kommentar