Es hat sich gelohnt direkt vom Kanal bis Oban durchzuziehen. Am Anfang wusste der Wind noch nicht so recht was er wollte. Er kam aus allen Richtungen, mal als Flaute, mal als sehr kräftige Brise. Und danach war es dann nur schönes Segeln. Besonders schön war die nicht vorhandene Welle. Wir gleiten mit 7kn wunderbar wie auf einem leicht gekräuseltem Teppich daher. Ein hoch auf den Atlantik, in der Nordsee war das aber ganz anders. Die Wellen haben uns teilweise zermürbt und jetzt ist es ein richtig komisches Gefühl nur so dahin zu gleiten. In Oban ist das Wetter leicht nieselig bei 10° und wir machen an einer Boje im Hafen der Insel Kerrera fest, die direkt gegenüber von Oban liegt. Am nächsten Tag wandern wir über die wunderschöne Insel, die wir bei unserem letzten Besuch 2016 schon kennen und schätzen gelernt haben. Danach wird noch Wäsche gewaschen, und während wir darauf warten gönnen wir uns was leckeres zu trinken im Biergarten des Hafens.

Am nächsten Tag wagen wir es mit unserem kleinen Beiboot über den Kanal etwa 1,5km rüber nach Oban zu fahren. Klappt auf dem Hinweg auch ganz gut, wir werden kaum nass. Wir machen im Segelhafen an einer unauffälligen Stelle fest, und stürzen uns in das kleine Städtchen. Hier ist richtig was los. Eigentlich ist es eher ein Provinzort aber mit Charme. Entsprechend sind hier (auch ohne Kreuzfahrtschiffe) viele Touristen unterwegs. Wir wandern durch den Ort, gehen hoch auf eine Art Kolosseum von dem man einen schönen Blick über die Stadt hat und gönnen uns dann eine Portion Fish & Chips. Da der Wind aufgefrischt hat, ist die Rückfahrt nicht mehr ganz so trocken, aber wir kommen halbwegs unbeschadet wieder am Boot an.

Die nächste Etappe runter nach Port Ellen ist wieder von der längeren Sorte, daher klingelt der Wecker um 06.00. Wir haben knapp 60sm vor uns die wir in 12h schaffen möchten. Wie schon vor 3 Tagen weiß der Wind wieder nicht was er will, und wir segeln sehr langsam bzw. motoren so etwas vor uns hin um nicht komplett stehen zu bleiben. Wir kommen bei Niedrigwasser an eine Kreuzung zwischen mehreren Inseln, was etwas abenteuerlich wurde. Von der einen Seite läuft noch etwas Wasser ab und von der anderen Seite kommt schon die Flut an. Das führt zu einigen Verwirbelungen die auch Auryn gut hin und herwerfen. Aber dann nach dem Mittag wird es super. Der Wind setzt wie vorhergesagt oberhalb der Insel Jura ein, und es geht bestimmt 5h ohne einmal nennenswert die Richtung oder die Segel zu verändern. Sehr entspannend und wir schaffen es in etwas über 12h bis in die Bucht vor Port Ellen. Der Anker fällt auf 7m und sitzt. Der Ort ist für viele die Absprungbasis für die Weiterfahrt in den Süden und so sind auch eine ganze Menge anderer Boote hier.

Die Tage in Schottland nähern sich ihrem Ende und uns fällt auf, dass wir noch nicht einen Whiskey im Land des Whiskeys getrunken haben. Also ab in den Store und eine Buddle lokales Zeug besorgt. Den gönnen wir uns dann am letzten Abend im Cockpit, bevor wir morgen weiter runter nach Nordirland segeln. Port Ellen ist nicht besonders spannend, außer mehreren Brennereien gibt es hier einen kleinen netten Hafen und eine grüne Umgebung wie so oft in Schottland. Am schönsten ist eigentlich der Strand an dem wir ankern. Bye bye Schottland.

Hinterlasse einen Kommentar