Wir machen noch den wöchentlichen großen Einkauf und verholen uns dann auf die gegenüberliegende Seite der Bucht mit Anker. Leider regnet es in einer Dauerschleife, und so fällt der Bangor Stadtrundgang aus. Dafür telefonieren mit diversen Familienmitgliedern und Freunden und bekommen den Tag gut rum. Eigentlich hatten wir vor auf die Isle of Man für ein paar Tage zu fahren, aber es ist im Moment kein Wetterfenster in Sicht um auch wieder zurück zu kommen. Und da uns dann die Zeit weglaufen würde, beschließen wir lieber die Küste runter nach Irland zu fahren und dort etwas mehr Zeit zu verbringen. Abends dreht der Wind auf NW und los geht’s. Die Fahrt geht 16h durch die Nacht und als nächsten Stopp gucken wir eine Ankerbucht vor dem Ort Skerries aus. Die Fahrt verläuft bis auf das letzte Drittel sehr gut und wir kommen schnell voran. Die Nacht ist sternenklar und wir sind kurz vor Vollmond. So brauchen wir nicht mal den Radar anzumachen. Dann dreht der Wind etwas, und es baut sich eine ziemlich unangenehme Welle von schräg vorne auf. Die bremst uns immer wieder ab und verhindert den direkten Kurs auf Skerries. So müssen wir am Ende noch über eine Stunde Diesel verbrauchen und lassen den Anker auf 7m fallen. Anschließend wird noch ein Mittagsschläfchen gehalten, da wir in der Nacht beide nicht mehr als 1-2 Stunden Schlaf bekommen haben.

Der Ort Skerries entpuppt sich am Sonntag Nachmittag als Ausflugsziel für Familien und ist sehr belebt. Es gibt Buden mit Eis und viele Kaffees haben geöffnet. Wir drehen eine Runde und müssen aber bald zurück, da wir Bedenken haben bei der einsetzenden Ebbe (über 3m Meter Tidenhub) unser Beiboot noch ins Wasser zurück zu bekommen. Am nächsten Tag besuchen wir mal wieder ein Schloss mit großen Gärten inkl. einem wunderschönen Kaffee. Wir sitzen in der Sonne und haben einen schönen Montag. Natascha fühlt sich ganz glücklich im Rosengarten. Wir kommen vor allem wegen unserem Beiboot mit vielen netten Leuten ins Gespräch, die wissen wollen was wir für eine Reise machen und interessiert nachfragen.

Wir hatten es schon geahnt und die folgende Nacht fällt in das Kapitel „Lessons learned“. Wir wussten, dass der Wind dreht und ab Abends in die Bucht hineinweht inkl. der Wellen. Leider haben wir es nicht ernst genug genommen und einen anderen Platz gesucht. Das lag sicher auch daran, das in annehmbarer Entfernung kein Platz oder Segelhafen da war, der gegen die Windrichtung aus Nord geschützt war. Im Laufe der Nacht türmten sich die Wellen immer mehr auf und das Schaukeln in alle Richtungen von Auryn wurde immer unerträglicher. Gegen 3.00 Uhr ging dann der glorreiche Ankeralarm (Handyapp) los, der einen fiesen jaulenden Ton von sich gibt. Der Anker slippt und wir haben uns ein gutes Stück Richtung Strand bewegt. Wir haben danach die letzten 10m Kette rausgelassen und den Anker noch mal mittels Rückwärtsgang neu in den Sand eingefahren. Dabei wäre uns noch fast die Kette mit Anker komplett rausgerauscht, aber die Leine am Ende hat den Supergau des Ankerverlustes verhindert. Der Rest der Nacht war durch die Aufregung und das anhaltende Schaukeln eher schlaflos. Ziemlich kaputt flüchten wir am Morgen Richtung Dublin und haben ein paar angenehme Segelstunden zum erholen. Da die Marinas immer teurer werden, ankern wir etwas außerhalb von Howth neben einer kleinen Insel namens Ireland’s Eye. Hier ist es schön, viele Vögel, wenig Menschen und diesmal hält der Anker. Morgen werden wir für einige Tage in die Marina gehen, da der Wind stärker wird, das Boot mal wieder etwas Versorgung benötigt und wir einen Ausflug nach Dublin machen wollen. Am Ende der Woche treffen wir Christian und Hilde die mal wieder Urlaub in Irland machen.

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