
Kunstvolle Tage in Dublin
Der Plan in die Marina auf der Halbinsel Howth zu gehen hat sich schnell wieder erledigt, weil am Wochenende ein Segelevent stattfindet und alles voll ist. Das ist das erste Mal auf der Reise, dass wir irgendwo abgewiesen werden. So what, dann machen wir es günstiger und fahren direkt in den großen Fracht und Passagierhafen nach Dublin, wo es einen kleinen Yachtclub gibt. Wir bekommen einen Platz am Ende und haben eine wunderbare Aussicht auf die Container, Kräne und das Fährenterminal. OK man gewöhnt sich dran, dafür sind wir schnell in der Stadt. Es gibt noch einen positiven Effekt, normalerweise gehört Auryn zu den älteren Semestern in den Häfen, aber nicht hier. Sowohl bei der Optik wie auch beim Alter sind wir ganz vorne. Unglaublich was für abgerockte Kähne hier rumliegen. Das motiviert natürlich und so gibt es erstmal eine Entsalzung des Decks und innen einen Großputz.



Am nächsten Morgen bekommen wir dann Besuch von Hilde und Christian die Urlaub in Irland machen. Wir fahren ein ordentliches Brunch auf und quatschen bis zum Mittag. Es tut richtig gut mal wieder alte Freunde an Bord zu haben. Wir fahren mit dem Auto in die Stadt und besuchen den bekannten irischen Maler Mick O’Dea in seinem Atelier, wo die beiden für ein paar Tage wohnen können. Total netter Typ und ein wirklich abgefahrenes Atelier. Überall hängen Bilder und Figuren rum, komplett organisiertes Chaos. Anschließend gehen wir noch etwas in die Stadt. Vor allem im alten Viertel Tempel Bar ist es hübsch aber völlig überlaufen. Wir finden etwas abseits eine Bar und gehen anschließend noch was chinesisches Essen. Der Rückweg zur Marina ist auch nett, am Fluss entlang kommt man vom alten ins neue etwas geschäftsmäßigere Dublin.














Wir machen in den kommenden Tagen ein paar Ausflüge in die Gegend. Es geht zum Beispiel nach Dun Laoghaire in einem Marina Shop ein paar Besorgungen machen. Und wir fahren auf die Halbinsel Howth die wir ja schon nicht per Boot anlaufen konnten, dann machen wir es halt per Bahn. Die Halbinsel ist schick (Sinéad O’Connor wohnte hier mal) und entsprechend an einem Samstag auch gut gefüllt mit Schulklassen zum Beispiel. Alle wollen den bekannten Klippenweg laufen. Wie wir es uns schon gedacht haben sind die Schulklassen nach ein paar Kilometern verschwunden. Und so können wir den wunderschönen Weg, an der Küste entlang und durch das Inselinnere zurück, sehr genießen. Am Ende des Tages haben wir 20km auf der Smartphone Uhr abgelaufen und sind ziemlich kaputt.




Sonntag treffen wir wieder Christian und Hilde in der Stadt auf einem Flohmarkt. Ganz nett, aber Preise die einen doch erstaunen lassen. Die wollen für ein 2nd Hand Billigshirt 25€ haben. Wir schlendern durch die Gegend und landen am Nachmittag in einer Ausstellung von irischen Malern, u.a. hat auch Mick dort ein paar Bilder hängen. Dann gibt es noch als kunstvollen Gegensatz an diesem Nachmittag das Endspiel im Gaelic Football welches neben Hurling der irische Nationalsport ist. Das ist so eine Mischung aus Rugby und Fußball und wir schauen in einem Pub eine Halbzeit. Gefangen genommen hat mich die Sportart nicht, aber die Stimmung ist grandios. Abends sind wir dann bei uns an Bord zum Abendessen und lassen den Tag bei Whiskey (aus Port Ellen) und Wein ausklingen.






Die beiden setzen ihren Urlaub an der Westküste fort und wir machen uns morgen auf in den Süden nach Wicklow. Vorher verholen wir uns noch neben die Marina in Dun Laoghaire zum Ankern. Wir lernen die Hafenmeisterin Laura kennen, die mit ihrem Speedboot vorbeikommt und uns wegschicken möchte. Wir quatschen etwas miteinander, und nach dem Versprechen morgen früh weg zu sein, dürfen wir bleiben.