
Die kleinste Fußballliga der Welt
Für Dienstag Abend ist wieder mal ein kleines Tief angesagt, welches von Norden nach Süden durchzieht. An unserem Platz neben der Insel Tresco sind wir so halbwegs geschützt und bleiben noch eine weitere Nacht an der Boje, obwohl wir eigentlich die Insel St. Martin besuchen wollten. Wir machen stattdessen noch mal auf Tresco einen Spaziergang und schauen uns den Norden der Insel an. Im Gegensatz zum Süden ist die Landschaft hier ohne Bäume und besteht nur aus Heidefeldern mit Farn, durch die viele kleine Wege bis an die Klippen führen. Spektakulär und wunderschön.



Gegen Mittag ist am folgenden Tag Hochwasser, und das erlaubt es uns quasi mitten durch die Inselwelt weiter nach unten auf die Hauptinsel St. Mary‘s mit der Hauptstadt Hugh Town zu fahren. Es gibt einen großen Hafen mit vielen Bojen für die Segler und die einheimische Flotte von Motorbooten. Nachdem wir uns eine grüne Boje ausgesucht haben, fahren wir mit dem Beiboot in die Stadt. Hier gibt es einen außerordentlich komfortablen Anlegesteg für die Beiboote. Ansonsten landen wir oft an Stränden an, und müssen das Boot über Steine ziehen und tun uns die Füße weh. Hugh Town ist ein kleines Städtchen, was vor allem in den Sommermonaten sehr vom Tourismus lebt. Es gibt alte Häuser ein paar Läden, gepflegte Parks, ein Fort mit Überresten von Schießanlagen und einen Fußballplatz.
Jetzt kommen wir zum Titel dieses Beitrags. Die Scilly Inseln haben die laut Guinness Buch der Rekorde kleinste Fußballliga der Welt. Diese besteht aus sage und schreibe zwei Mannschaften. Diese heißen Woolpack Wanderers und Garrisson Gunners und spielen vor allem in den Wintermonaten 18 Mal gegeneinander. Dazu kommen auch noch zwei Pokalwettbewerbe. Das Ganze wird anscheinend nicht so bierernst genommen, weil sich die beiden Mannschaften auch schon mal mit Spielern aushelfen, wenn einer nicht genug zusammen bekommt. Außerdem wird nach dem Spiel immer gemeinsam im Pub Bier getrunken. Schade, dass wir es nicht schaffen mal zu einem Spiel zu gehen.








Die Insel St. Mary‘s lernen wir mit einer Wanderung die Küste hinauf, und durch das Landesinnere zurück noch besser kennen. Sehr vielseitig, die Küste ist ähnlich wie schon auf Tresco, aber durch das Landesinnere gibt es sogar eine Art Urwald und viel Landwirtschaft. Fast alle Bauern haben vor ihrem Hof einen kleinen Hofladen zur Selbstbedienung stehen. Das Geld wird einfach in eine Box geworfen, hier vertraut man sich noch.




Zum Abschluss besuchen wir noch eine dritte Insel, St. Agnes. Diese hat eine kleine Ankerbucht in die wir am Abend noch rüberfahren und dort mit einem anderen Segler alleine sind. Das ändert sich am nächsten Morgen als ein Boot nach dem anderen vorbeikommt. Am Abend sind es über 10 Stück. St. Agnes besteht eigentlich aus zwei Inseln die nur über einen Strand miteinander verbunden sind. Wir streifen durch die Küstenlandschaften und die Felder. Es gibt ein paar sehr kleine Orte und das meiste Leben spielt sich am Strand ab.








Morgen werden wir unsere Nordeuropatour beenden und nach Frankreich runterfahren, das Ziel ist die Ile D‘Ouessant eine Insel Nordwestlich der Bretagne. Die Tour ist 100sm lang und wir rechnen mit 20h Fahrtzeit. Wind und Wetter sehen vielversprechend für einen angenehmen Törn aus.