
Boxenstopp in Brest
Bevor wir rüber nach Brest fahren, müssen wir noch ein paar Tage vor Anker in der Bucht von Camaret aushalten. Der Schwell der in die Bucht hineinläuft und das Boot permanent von rechts nach links kippt, macht uns schon etwas mürbe. Das liegt zum großen Teil an den riesigen Gezeiten die bis zu 6m hoch sein können, und entsprechende Mengen Wasser alle 6 Stunden in die Bucht hinein und hinausschieben. Wenn es auf Ebbe zugeht ist es etwas besser aber wenn die Flut reinkommt dann sind auch die Wellen da. Aber nicht verzagen, dafür ist die Landschaft hier umso schöner und macht das ungemütliche Liegen allemal wieder wett. Wir machen eine Wanderung zum Pointe du Toulinguet der sensationelle Klippen und Ausblicke auf die Strände bietet. Für die Nacht ist Starkwind angesagt inkl. Winddrehern. Der Wind ist nicht so dass Problem, wir vertrauen unserem Anker da er seit 4 Tagen fest sitzt. Etwas kniffeliger ist es wenn der Wind dreht, da dann das Boot sich entsprechend mit dreht und der Anker aus der Richtung in die er eingegraben ist gezogen wird. Dann muss er sich erstmal wieder neu setzen. Ist aber alles gut gegangen und wir sind halbwegs in Position geblieben.






Einigermaßen froh da des Rollens überdrüssig, segeln wir die 10sm am Vormittag gemütlich nach Brest rüber wo wir eine Woche mindestens in der Marina Moulin Blanc bleiben. Es gibt diverse Arbeiten am Boot zu erledigen, die wir entweder schon lange vor uns herschieben oder eben jetzt erst die Teile dafür bekommen. Haui und Adelheid kommen auf ihrer Bretagne Tour mit dem Wohnmobil vorbei und bringen einige Teile mit die wir bestellt hatten. Da wären z.B. die Windfahnensteuerung, ein Hydrogenerator und ein neues Leder für das Steuerrad. Vor allem die beiden erstgenannten haben verdammt viel Platz im Wohnmobil eingenommen und wir sind sehr dankbar, dass Haui es irgendwie geschafft hat die Kartons in den Wagen zu quetschen, super!
Besonders die Investition in die Windfahne war ein langer Überlegungsprozess. Das Teil übernimmt die komplette Steuerung des Bootes ohne ein Fitzelchen Energie zu verbrauchen. Und wir haben in den letzten Monaten mit vielen Leuten gesprochen, die so eine Windfahnensteuerung haben und alle haben uns eindeutig dazu geraten. Bisher haben wir halt viel selber gesteuert weil die Energie an Bord limitiert ist und auch der elektrischen Autopilot etwas geschont werden sollte. Das wird damit bald ein Ende haben. Der Hydrogenerator ist ein Propeller der im Wasser hinterhergezogen wird, und dadurch während des Segelns Energie erzeugt. Damit sind wir zumindest unter Fahrt schon mal deutlich besser aufgestellt. Weiterhin soll noch ein Rigger bestellt werden, der unser Rigg neu einstellt und kontrolliert. Ein Elektriker wurde auch gefunden, der sich unsere AIS Störungen ansehen soll und die wackelige Batterieüberwachungseinheit checkt. Dann wollen wir noch ein Licht am Mast austauschen, welches viel zu viel Energie verbraucht, aber gerade bei Nachtfahrten dringend gebraucht wird. Dann gibt es noch ein paar Verschönerungsarbeiten, es fällt uns immer etwas neues ein.




Wir verbringen mit Haui und Adelheid einen sehr schönen Abend an Bord mit Coq au vin und natürlich Rotwein. Auch am nächsten Tag gehen wir noch was essen und tauschen Bordtipps aus. Die beiden haben auf Auryn auch viele Jahre mal mehr mal weniger gewohnt und kennen sich gut aus.

