
Ein neues Heck für Auryn
Jetzt kommt ein Beitrag der mit Reisen nichts zu tun hat sondern vom anderen Segelalltag erzählt, dem Bootinstandhalten und Verbessern. Die Woche in der Marina Moulin Blanc ging schneller rum als gedacht. Wir waren fleißig und haben eigentlich alle Projekte fertig gestellt, bzw. fertig stellen lassen, die wir uns vorgenommen haben. Zum Glück haben die Werften hier in der Gegend durch das nahende Saisonende nicht so viel zu tun. Der Rigger kam bereits am nächsten Tag und hat den Zustand und die Spannung der Wanten (die Drahtseile die den Mast halten) kontrolliert und neu eingestellt. Ging flott, nach nach einer Stunde waren beide fertig. Parallel fing der Elektriker an auf Fehlersuche bei unserem AIS (Automatisches Identifizierungssystem) zu gehen. Nach einigen Tests kam die befürchtete Diagnose, das Gerät ist kaputt wir brauchen ein Neues. Er machte es direkt am nächsten Tag und es scheint einwandfrei zu laufen. Damit sollten wir jetzt auf Marine Traffic wieder zuverlässig zu verfolgen sein und die anderen Schiffe sehen uns auch wieder. Gerade Nachts ist das von erheblichem Vorteil um Kollisionen zu vermeiden.



Die Skipperin hat sich das Steuerrad vorgenommen und mit Leder ummantelt, da das alte langsam anfing abzubröseln. Es war stundenlange Arbeit die ganzen Kreuzstiche zu setzen und sieht großartig aus. Der Skipper hat sich mit dem Heck beschäftigt und als erstes den Hydrogenerator montiert. Dafür mussten an der untersten Stelle außen 4 Löcher gebohrt werden. Das Problem war nun die Schrauben die von außen reinkamen von innen zu kontern. Normalerweise bräuchte man dafür ein kleines Kind was hinten ganz unten in den Raum passt. Eng ist es vor allem deshalb weil dort auch noch der Autopilot im Weg ist. Daher hat sich der Skipper ganz schlank gemacht und ist mit vielen Verrenkungen und einem langen Schraubenschlüssel dort hineingekrochen. Zum Glück haben die Schrauben gepasst und der Generator hängt gut. Dann noch einige Kabel angeschlossen und zur Batterie geführt. Es gibt auch eine App für das Handy mit der man den Ladefluss und die Mengen ablesen kann die produziert werden.
Dann kam die Windfahnensteuerung dran. Auch da mussten 4 Schrauben ins Heck gebohrt werden auf denen der Träger montiert wird. Inzwischen ist der Skipper was das Verrenken im Heck angeht geübt, und die Montage ging etwas schneller. Ein Problem tat sich auf, weil die Windfahne und der Generator sich nicht in die Quere kommen dürfen. Nach Rücksprache mit dem Hersteller war es kein Problem den Träger schräg zu setzen, so dass beides aneinander vorbei passt. Trotzdem war es noch stundenlanges anpassen diverser Schrauben und den zugehörigen Teilen, bis die Winkel und der Abstand der Teile zueinander zufriedenstellend waren. Die Windfahne arbeitet so, dass quasi die Fahne das Boot immer im gleichen Winkel zum Wind hält. Dafür gehen zwei Leinen von hinten ins Cockpit und greifen an einem Adapter am Steuerrad an. Tricky war es noch die Leinenführung so zu gestalten, dass eine gleichmäßige und verlustfreie Übertragung stattfinden kann. Der Hersteller hat es am Ende abgenickt und wir freuen uns schon sehr auf die Probefahrt.






Es gab noch einiges mehr, z.B. wurde ein neues Licht im Mast auf halber Höhe montiert, weil das alte mit 25W einfach zu viel Strom verbraucht hat. Auch das ist vor allem Nachts wichtig damit man gut gesehen wird. Der Skipper ist mindestens 5 Mal raufgeklettert bis das Teil endlich funktionierte. Da nicht die komplette Spannung dort oben ankam, musste unten die komplette Decke abgenommen werden und alle Kabelverbindungen kontrolliert werden, bis die Schwachstelle gefunden wurde.
Ein Problem ist nun noch unser Beiboot, die kleine Auryn. Wegen der Windfahne passt es nun nicht mehr hinten unter die Solarpanelen und muss vorne drauf gelegt werden. Da das Boot mit festem Rumpf und fast 3 Meter länge ziemlich viel wiegt, ist das auf Dauer zu aufwändig. Wir brauchen also ein neues Boot welches deutlich leichter und auch zusammenklappbar ist, um es halbwegs bequem vorne auf das Deck legen zu können. Wir fangen uns gerade an umzuhören, wer Interesse hat. Zusätzlich wurde noch viel geputzt (wie immer irgendwie) und ein Spaziergang zur Entspannung war eher die Ausnahme.



Morgen geht es los die Gerätschaften testen, und wir freuen uns wieder auf das Ankern in schönen Buchten.