Auf Grund des Starkwindes vor der spanischen Küste haben wir uns für eine spätere Abfahrt über die Biskaya entschieden. Und das war sehr gut, denn so konnten wir noch etwas die Bretagne genießen und einen Schlenker nach Osten machen. Dort fanden wir die Îles des Glénan, ein paar sehr kleine Inseln mit wenigen Bewohnern etwa 20km vor dem Festland. Es ist wie in der Karibik, weiße Strände, hellblaues Wasser und viele schönen Felsen neben den Stränden. Wir kommen nach 2 Segeltagen von Brest an und werfen den Anker auf 6 Metern. Da Wochenende ansteht und das Wetter perfekt ist, sind wir beileibe nicht die einzigen hier. Das macht aber nichts, es verläuft sich und die vielen Menschen die mit der Fähre kommen sind nur an ein paar Orten verteilt. Wir setzen uns ab und finden schöne einsame Buchten und Strände auf der Hauptinsel Saint-Nicolas. Nach dem Mittag fahren wir mit dem Beiboot auf eine andere Insel die ca. 3km entfernt liegt, die Île de Penfret. Es ist etwas holprig, aber unser Beiboot und der Elektromotor können schon was. Hier sind nur wenige Menschen, ein paar anscheinend verlassene Häuser und ein alter Segelclub der Boote verleiht. Man kann um die Insel rumlaufen, findet einen Leuchtturm und weitere Traumstrände, wir sind begeistert.

Da noch ein paar Vorbereitungen für die Überfahrt erledigt werden müssen und der Ort Concarneau auch sehr sehenswert sein soll, fahren wir am Sonntag die 10sm nach dem Frühstück hinüber. Unterwegs telefonieren wir mit der Marina die uns keinen Platz versprechen kann. Je früher wir kommen desto besser die Chancen. Also sputen wir uns und sind am frühen Nachmittag dort. Aus unserer beliebten Reihe: Was an Bord alles kaputt gehen kann, gibt es ein neues Highlight…das Bugstrahlruder (mit dem man den Bug vom Boot nach rechts und links bewegen kann) gibt keinen Piep mehr von sich. Wir hatten schon länger den Verdacht, dass es bald den Geist aufgibt. Aber wenn man es dann beim Einparken in den Hafen wirklich nicht mehr zur Verfügung hat ist es schon blöd. Da es fast windstill bei der Einfahrt ist, war es aber nicht weiter dramatisch. Wir werden uns in Spanien um die Reparatur kümmern.

Das Städtchen ist toll, im Kern besteht es aus einem Altstädtchen auf einer Insel die mit alten massiven Mauern umgeben ist. Auf den Straßen schieben sich trotz Nebensaison einige Touristenmassen durch die Straßen. Boutiquen, Restaurants und Souvenirläden säumen die Gassen. Im Ort selber gibt es ein kleines Innenstädtchen und eine große Promenade mit Restaurants. Nett hier, wir gehen am Abend mal auswärts essen und genießen den Trubel ein wenig. Wir finden auch das L’Amiral, das Lieblingsrestaurant von Kommissar Dupont. Wer die Krimireihe kennt, weiß worum es geht.

Am Montag muss der Skipper sich um letzte Optimierungen der Windfahnensteuerung kümmern. Der Adapter am Steuer, mit dem der Kurs feingetrimmt wird funktioniert noch nicht richtig. Dafür werden aus einem Baumarkt noch ein paar provisorische Abstandhalter besorgt, mit denen es nach dem Einbau zu funktionieren scheint. Die Damen machen sich einen schönen Tag in der Altstadt und gehen zur Abwechslung mal shoppen.

Unser Besuch in der Bretagne geht zu Ende. Es war wirklich schön, obwohl wir wegen fehlendem Auto vom Inland nicht viel gesehen haben. Aber wir sind uns sicher, wir werden irgendwann wiederkommen, Die Fahrt über die Biskaya ist über 320 sm lang und wird leider auch durch die Orcathematik begleitet. Es gibt inzwischen auch in der Biskaya ein paar Gruppen, die in den letzten Wochen 2 Boote attackiert haben. Beide Fälle gingen glimpflich ab, weil die Besatzungen schnell reagiert haben, den Motor angemacht und zügig in eine andere Richtung gefahren sind. Auf der anderen Seite überqueren jedes Jahr hunderte von Segelbooten die Biskaya, und die Chance auf Orcas zu treffen die einem auch noch das Ruder anknabbern liegt bei wenigen Prozent. Wir haben einen sogenannten Wal Pal dabei. Das ist ein Pinger, der hinter dem Boot hergezogen wird und akustische Signale aussendet. Diese scheinen die Orcas nicht zu mögen und wir hoffen mal, dass die im Falle einer Begegnung wegschwimmen. Laut statistischen Auswertungen des Herstellers ist die Chance auf eine Interaktion durch den Wal Pal deutlich reduziert.

Das Wetter sieht gut aus, wir werden das meiste Stück segeln können. Der Wind wird bei 4-5 Bft von hinten liegen, so dass wir wahrscheinlich einen Bogen schlagen müssen und nicht direkte Strecke fahren können. Ich werde versuchen von unterwegs mit dem Satellitenmodem über Noforeignland (Link siehe unter Route) einmal am Tag die zurückgelegte Strecke heraufzuladen. Vielleicht schaffen wir es auch von unterwegs einen Beitrag mit einem Statusbericht per Mail zu schreiben. Da wir das noch nicht gemacht haben, sind wir nicht sicher ob es klappt.

Hinterlasse einen Kommentar