
Über die Biskaya
Ich versuche jetzt mal per Mail, einen Beitrag über das Satellitentelefon zu schicken. Die Bilder werden später noch ergänzt.
Wir haben am Dienstagnachmittag die bisher längste Etappe unserer Reise gestartet.
Das Ziel ist A Coruna und ist 345sm weit entfernt. Die erste Nacht war etwas heftiger, als die Vorhersage prognostiziert hat.
Der Wind war stundenlang bei 6 Bft anstelle von vereinzelten Böen. Das Problem war aber auch eher die Welle, die sich immer wieder in dreierpacks von hinten turmhoch anschlich und uns umher warf. Aber es gibt auch Gutes zu berichten. Wir können den Kurs deutlich besser halten als vorhergesagt und wir hatten Vollmond mit sternenklarer Nacht und ab und zu Delfinbegleitung. Die Welle ebbte auch am zweiten Tag nicht wirklich ab. Erst in der zweiten Nacht wurde es dann deutlich ruhiger bei stetigem schönen Wind. Was am zweiten Tag endlich funktioniert hat, war den Windpiloten so einzustellen, dass er auch bei schwierigeren Bedingungen den Kurs sehr gut hält. Das macht dann die ganze Geschichte deutlich angenehmer wenn man nur noch daneben sitzen muss und den Kurs überwachen braucht. Einmal hat bei einer heftigen Welle der Windpilot den Kurs verloren, was dazu führte, dass ein paar Teller aus dem Schrank geflogen sind. Wir brauchen dringend Plastikgeschirr. Dann hatten wir noch eine Welle, die durch ein aus Versehen nicht geschlossenes Fenster sich über die Küche ergossen hat. Ansonsten ist alles gut, die Crew und Auryn halten sich tapfer. Wir wechseln uns nachts alle paar Stunden im Cockpit ab und der andere kann dann etwas schlafen. Noch haben wir uns nicht an dieses Intervallschlafen gewöhnt. Wir kommen am Freitag Vormittag an. Liebe Grüße von Marlene Natascha und Jan








Am 3. Tag wurden wir wegen dem wenigen Schlaf an den wir uns noch nicht gewöhnt hatten lethargischer, dösen herum und tüddeln hier und dort etwas herum. Delfine haben wir keine mehr gesehen, wahrscheinlich weil die Biskaya in der Mitte eine Tiefe von über 4000m hat. Entsprechend ist auch das Risiko hier auf Orkas zu treffen sehr gering. Laut Windy sollte eigentlich erst am Morgen der Wind abnehmen und wir hatten bereits für die letzten paar Stunden mit einer Motorfahrt gerechnet. Leider nahm der Wind schon in der Nacht ab im Gegensatz zur Welle. Diese schmiss uns immer wieder auf die Seite was der Wind durch entsprechenden Druck im Segel nicht mehr ausgleichen konnte. Doof, aber man kann es nicht ändern, wir schmeißen den Jokel an der das letzte Stück übernehmen muss. Es sind bis A Coruna noch gute 14h Fahrt was uns unter Motor eindeutig zu weit ist. Der nächste Punkt am Festland ist Viveiro, was aber etwas ab vom Schuss ist. Inzwischen ist durch die Landnähe das Internet zurück und die Windy App sagt uns, dass wir dort nächste Woche nicht wegkommen würden. Also entschließen wir uns zu einem Kompromiss und fahren noch bis in eine wunderbar geschützte Ankerbucht vor Cedeira. Es sind auch fast 10h motoren was nicht wirklich Spaß macht. Aber so sind wir schon mal Richtung A Coruna und können dort am Wochenende noch rüberfahren. Der Anker fällt auf 5m und wir sind sehr glücklich. Zur Belohnung gibt es ein fürstliches Frühstück. Danach kommt die Sonne raus und wir hängen die ganzen klammen Sachen ins Warme zum trocknen.




Es hat sich leider noch ein weiteres Problem aufgetan, das Getriebe verliert Öl. Das macht einen Werkstattbesuch unumgänglich. Da auch die Antriebswelle in letzter Zeit mehr Geräusche macht als sie eigentlich soll, können die sich darum neben dem Bugstrahlruder auch gleich noch kümmern. Ein Anruf bei der Werft in A Coruna offenbart erstaunliches. Kein Problem, wir sollen Montag morgen kommen und die schauen sich das direkt an. Das ist der Vorteil der Nachsaison, da haben die alle Zeit.
Eine Antwort zu “Über die Biskaya”
Hallo ihr drei, genau das ist das, warum ich niemals mehr als 100 Meter vom Strand segeln würde. TURMHOHE WELLEN….WASSEREINBRUCH durch offene Fenster, als nächstes kommt der Eisberg…
LG von den Gards…Merkel würde sagen: Ihr schafft das schon!