
Portwein in Porto
Wer wusste denn, dass der berühmte Portwein aus der Alto Douro Gegend hier um Porto kommt, und die Stadt Porto an der Flussmündung des Douro als Namensgeber fungiert? Wir wussten es nicht, und hatten wahrscheinlich auch noch nie Portwein getrunken. Nun, das sollte sich natürlich ändern.
Wir hatten diesmal übrigens einen ausgesprochen schönen Segeltag von Viana nach Porto herunter, trotz einer etwas kabbeligen See (der erste schöne Segeltag übrigens seit der Biskaya). Wir ankern direkt neben dem Hafen im Fluss. Das tückische ist, dass der Fluss ordentlich Strömung hat und man entsprechend versuchen sollte am Rand zu ankern. Dort ist es wiederum sehr flach und außerdem waren dort auch schon andere Boote. In der ersten Nacht ziehen zweimal ordentliche Fronten mit heftigen Regenmengen und Böen durch, die uns durchschütteln und etwas versetzen. Das führt dazu, dass wir mitten in der Nacht umankern müssen, weil wir dem Nachbarn zu nahe kommen. Macht nicht wirklich Spaß, weil es mitten in der Nacht ein bisschen Blindflug ist. Es sei aber vorweggenommen, dass es in den 5 Tagen hier die einzige Nacht war in der wir Probleme hatten. Danach ging alles gut und der Anker hing felsenfest im Schlamm.




Das Wetter ist schön, und wir überqueren den Fluss mit dem Beiboot um von dort in die 2.größte Stadt Portugals zu gelangen. Was wir dort sehen, hätten wir wirklich nicht erwartet. Wir kommen nach ein paar km in die Altstadt über eine recht große Promenade. Diese ist übervölkert mit tausenden von Besuchern und Touristen die sich dort entlangschieben oder in einem der unzähligen Restaurants sitzen. Und das mitten im Oktober. Am Ende der Promenade ist die Ponte Luís I, eine Brücke aus dem 19. Jahrhundert entworfen von Gustav Eifel. Wir schwenken etwas abseits in die Altstadt ein und sind wirklich angetan. Sehr schön, viele Häuser mit den typischen Fliesen verziert und alles ist eine Mischung aus alt und ursprünglich. Hier lässt der Trubel bereits deutlich nach. Wir wandern etwas den Berg hoch und kommen von dort in die geschäftige Oberstadt. Relativ alte Einkaufsstraßen, pompöse Gebäude wie der von innen komplett geflieste Bahnhof und eine Menge Kirchen natürlich. Leider ist hier oben eine Großbaustelle neben der anderen, so dass es laut und nicht sehr einladend ist. Wir flüchten wieder nach unten zum Fluss in die Altstadt wo es zwar voller aber nicht so laut ist. Wir gönnen uns in einem etwas am Rande gelegenen Kaffee einen Lunch und als Nachtisch das typisch portugiesische Puddingtörtchen Pasteis de Nata. Zurück am Boot lernen wir, dass es gar nicht so einfach ist an einem Boot was in der Strömung ankert mit dem Beiboot anzulanden. Von der Seite wie wir es normal gerne machen war es unmöglich, weil wir uns dort nicht festhalten konnten. Von hinten mussten wir dann mehrmals ansetzen, weil unser E-Motor kaum gegen die Strömung ankommt. Irgendwann waren wir dann an Bord und werden die Technik für das nächste Mal noch etwas verfeinern.






Am nächsten Tag ist das Südufer des Flusses Douro dran, und auch hier sind wir wieder erstaunt. Ein paar km nach dem Hafen fängt eine imposante Meile an in der es Straßencafés gibt, Musiker und vor allem Portweintastings. Das ist eigentlich ein gutes Geschäftsmodell. Eine Weinbar verkauft nicht einen Wein zum trinken, sondern direkt drei unterschiedliche und erzählt etwas zu den Eigenheiten der Weine. Das wird dann Portweintasting genannt. Es gibt auch Tastings direkt bei den Herstellern der Weine wo dann noch Käse und andere Leckereien gereicht werden, und wahrscheinlich auch die Weine noch mal eine ganz andere Qualität haben. Wir als Anfänger gehen erstmal in eine nette Weinbar und bekommen 3 unterschiedliche Portweine serviert. Eigentlich nicht schlecht wenn man süßen Wein mag, der Weiße hat am besten geschmeckt.




Es ist Sonntag, wir wandern wieder Richtung Innenstadt, fahren diesmal mit einer Seilbahn den Berg hinauf und kommen oben an der Brücke an. Man hat einen tollen Blick über die Stadt und auf der anderen Seite sind wir direkt in der Oberstadt. Dort treffen wir unsere Segelfreunde Sabine und Lutz von der Inti, verbringen den Nachmittag gemeinsam und schlendern durch die Stadt. Der Vorteil heute ist, dass die Baustellen am Sonntag alle ruhig sind. Es gibt auf der Promenade wieder viele Künstler und Musiker denen es Spaß macht zuzuschauen.






Porto hat uns positiv überrascht, eine tolle lebhafte Stadt die für ein langes Wochenende sehr viel zu bieten hat. Also von uns eine klare Reiseempfehlung. Morgen geht es weiter Richtung Süden zum kleinen Ort Aveiro. Der Wind ist wahrscheinlich erst ab Mittag segelbar und es steht ein ziemlich großer Schwell von 2-3m auf dem Atlantik. Da der recht lang gezogen ist, sollte es aber gehen. Man muss nur für den Fall der Fälle etwas mehr Abstand vom Ufer halten.
2 Antworten zu “Portwein in Porto”
Hallo ihr Zwei.
Toll immer von euch zu lesen…..und gerade jetz bin ich sehr bei euch da ich die Strecke von Porto aus in 2022 auf dem Jakobsweg gegangen bin. Auch ich war fasziniert von Porto….eine tolle Stadt…bis auf die Baustellen die es da auch schon gab.
Weiterhin alles Gute für euch.
Lieben Gruß aus der herbstlichen Heimat. Betty
Hallo Betty, die Jakobsmuschel verfolgt uns schon seit A Coruna im Norden. Alle Wege führen anscheinend nach St.d. Compostela. Das war auch einfaszinierender Ort. Viele Grüße von Jan und Natascha