
Die größte Welle der Welt
Nach unseren Tagen in Porto geht es weiter in den Süden Richtung Lissabon. Wir haben jetzt an mehreren Tagen hintereinander halbwegs brauchbaren Wind und mehr oder weniger moderate Welle. Das ist zumindest an dieser Küste ein genauso wichtiges Thema wie der Wind. Sobald sich irgendwas Größeres mitten auf dem Atlantik austobt, baut sich an der Küste für einige Tage ein Schwell auf der mehrere Meter hoch ist. Das führt sogar dazu, dass die Häfen teilweise schließen, wenn es gefährlich wird hinein zufahren. Also werden wir die nächsten Tage ohne Pause mehrere angenehme Tagesetappen von 35-40sm fahren.
Von Porto geht es durch die ziemlich kabbelige Ausfahrt aus dem Douro aufs Meer hinaus. Das Ziel ist ein Hafen vor dem Ort Sao Jacinta wo man ankern kann. Die Segelei funktioniert besser als gedacht, bis auf eine 2h lange Flaute können wir den Motor auslassen. In der Bucht liegen einige uns bekannte Boote, aber weil es spät ist als wir ankommen findet kein Treffen mehr statt.
Früh fahren wir weiter in die Stadt Figuera da Foz in einen Segelhafen. Diesmal können wir sogar durchsegeln, müssen aber mehrere Halsen fahren weil der Wind sehr stark von hinten kommt. Der Ort selber hat nicht viel zu bieten, außer einer Menge Hotels und ein paar Strände. Wir finden eine sensationell günstige und leckere Pizzeria und fallen nach einem Spaziergang früh ins Bett.
Am nächsten Tag wird es sogar noch früher, weil die Vorhersage für den Vormittag brauchbaren Wind verspricht und ab dem Nachmittag Flaute. Man kann es sich halt nicht aussuchen und nimmt was man kriegen kann. Sobald es dämmert legen wir ab und fahren unter Segeln in den Sonnenaufgang hinein. Sehr romantisch, so macht es doch mal wieder richtig Spaß. Danach wechseln sich Flaute und einige Starkwindphase bei denen wir über 7kn schaffen ab, bis wie prognostiziert der Wind irgendwann weg ist. Egal, wir kommen am Nachmittag im Ort Nazare an und bekommen in der Marina ein nettes Plätzchen zugewiesen. Hier werden wir erstmal ein paar Tage bleiben. Übrigens ist der beste Schutz gegen Orca Attacken, wenn man in Tiefen unter 20m bleibt. Das ist hier an dem Küstenabschnitt relativ einfach und deshalb sind wir was das angeht etwas entspannter.


Nazare ist ein Örtchen welches rundherum riesige Strände mit Atlantikwellen hat. Besonders der Strand im Norden ist berühmt, weil dort bei entsprechenden Bedingungen die größten surfbaren Wellen der Welt entstehen. Das liegt an der Topographie unter Wasser vor dem Strand. Dort ist es relativ tief, und wird dann geführt durch einen Unterwassercanyon schnell flach was bei entsprechendem Schwell vom Atlantik zu riesigen Wellen führt. Der offizielle Weltrekord an dieser Stelle liegt bei einer abgesurften 28m hohen Welle (siehe auch Youtube) im April 24 von einem Deutschen. Bei uns sind im Moment keine besonders hohen Wellen, was wir aber begrüßen. Sonst wäre es hier mit dem Segelboot mehr als ungemütlich.






Der Ort Nazare besteht im Prinzip aus einer unteren und einer oberen Stadt. Unten ist der große Strand mit einer Promenade mit vielen Restaurants und Verkaufsbuden. Touristisch aber schön. Es gibt sogar ein Big Wave Museum wo die Surfer gehuldigt werden. Dahinter ist eine Altstadt mit vielen verwinkelten Gassen, und dazwischen immer wieder ein Platz mit Cafés. In die Oberstadt kommt man mit einer Art Seilbahn die den Berg hinaufgezogen wird. Dort oben hat man einen phantastischen Ausblick über die Stadt und kann weiter zu dem beschriebenen Surferstrand laufen.






Wir fangen an uns über die nächsten technischen Optimierungen Gedanken zu machen. Ein Punkt ist zum Beispiel das Trinkwasser. Wir haben in den Wassertanks an Bord Platz für 400L Wasser. Dieses trinken wir aber nicht ohne es abgekocht zu haben. Die Tanks sind zwar gereinigt, aber ansonsten ist das Wasser nicht abgesichert. Es gäbe die Möglichkeit einen Wassermacher an Bord zu installieren, der nur entsalztes Seewasser in die Tanks füllt und kein Wasser aus den Häfen mehr. Das ist eine relativ sichere Methode keimfreies Wasser an Bord zu haben was auch aus dem Tank getrunken werden kann. Solche Wassermacher sind aber ziemlich teuer und aufwändig zu installieren. Deshalb entscheiden wir uns für eine einfachere Methode. Wir bestellen einige Filter, durch die das Wasser durchläuft bevor es in die Tanks geht. Dann wird noch ein zweiter Filter bestellt, der vor dem Kaltwasserhahn in der Küche installiert wird. Die Filter nehmen jegliche Verunreinigungen, Chlor und Bakterien aus dem Wasser und als Ergebnis können wir dann das Wasser aus dem Küchenhahn als Trinkwasser nutzen. Dann müssen nicht mehr Extrakanister an Bord verwaltet werden. Als Lieferort haben wir einen Hafen in der Nähe von Lissabon ausgesucht in dem wir nächste Woche sein wollen.
Am Abend bekommen wir Besuch von Sabine und Lutz und verbringen einen netten Abend bei uns mit Wein, Brot, Käse und Weintrauben.
Zwischendurch haben wir auch einen Tag Schietwetter und schaffen es mal produktiv zu sein. Der Skipper beschäftigt sich mal wieder mit dem Bugstrahlruder was anfängt an Leistung einzubüßen. Die Skipperin macht etwas schöneres und näht eine Tasche.


Morgen fahren wir weiter nach Peniche. Und am Tag darauf wohl weiter Richtung Lissabon, weil in den Tagen danach der Wind einschläft.
5 Antworten zu “Die größte Welle der Welt”
Hallo, liebe Weltreisende,
ich lese grad euren neuen Bericht und denke an unsere Portugalreise 1996
mit VW-Bus und Wohnanhänger , um endlich unseren Freund Dieter in
Barcelos ( bei Porto) zu besuchen. Weiter ging es über Narare und
andere Stationen bis Lissabon. War eine besonders schöne Reise und
Nazare ist mir sehr in Erinnerung geblieben ! Das ist nun schon so lange
her und es hat sich sicher viel verändert. Nicht so schön war der viele
Müll am Strand und auch auf den Landstraßen, sogar in den Bäumen hingen
Plastiktüten. Habt ihr das auch erlebt? Wahrscheinlich ist das
Umweltbewusstsein inzwischen auch dort gewachsen. Ich wünsche euch
weiter eine tolle Reise durch die Meere und an den Küsten der Welt entlang!!
Viele liebe Grüße, natürlich auch von Peter,
von Barbara
Hallo Barbara, wir lieben Portugal, tolle Menschen und ein angenehmer Lifestyle. Alles ist gut organisiert und wir fühlen uns überall willkommen. Müll gibt es eigentlich nicht mehr als bei uns. Machs gut, Grüße an die Familie von Natascha und Jan
Der Abend bei euch an Bord der Auryn war wunderbar.
Liebe Grüße von der INTI🌞
Hi iHe beiden , das war richtig schön und interessant. Jetzt müssen wir es nur schaffen uns noch mal irgendwo auf der Welt zu treffen um es zu wiederholen. LG Jan und Natascha
Unbedingt. 👍