Überfahrt nach Marokko Tag 1

Eigentlich war der Plan am Mittwoch schon zu starten, aber der Wind wäre zwischendurch etwas schwach gewesen und hätte stundenlanges Motoren bedeutet. Ist ja kein Problem, wir haben Zeit und sind halt erst heute am Freitag losgefahren. Wir möchten gute 500sm am Stück bis Agadir fahren, was eine Fahrt von 4-5 Tagen bedeutet. Der Wind ist zumindest in den ersten 3 Tagen sehr gut von schräg hinten und sollte uns bei mäßiger Welle flott voran bringen. Am 4. Tag könnte es etwas ruppiger werden, da eine Düse aus dem Gibraltar Kanal sich nach Südwesten schiebt und an der marokkanischen Küsten für etwas stärkeren Wind sorgt. Mal schauen wie es sich verhält, wir sollten durch Starlink nun keine Probleme mehr haben unterwegs aktuelles Wetter zu bekommen. Wir legen um 07.30 ab, tanken noch etwas Diesel und fahren bei vorerst schwachem Wind los. Während der Überfahrt versuchen wir immer wieder mal das ein oder andere Update zu schicken und aktualisieren diesen Beitrag. Der Track und die Position wird zwischendurch auf Noforeignland zu sehen sein (Link siehe unter Position).

Überfahrt nach Marokko Tag 2

Habe ich gestern etwas von sehr gutem Wind in den ersten 3 Tagen geschrieben? Diese Aussage ist völlig unkorrekt und ich behaupte das Gegenteil. Es war ziemlich enttäuschend, weil wir in den letzten 24h von den knapp 100sm etwa 60sm den Motor anmachen mussten. Aber seit heute morgen um 05.00 Uhr kam der Wind zurück und nun sind die Segel oben und bleiben da hoffentlich auch bis wir in Marokko ankommen. Der Geschwindigkeit ist zwar deutlich unter den angepeilten 5kn aber was solls, dann kommen wir halt erst Mittwoch an. Wir haben uns diese Nacht in 3h Schichten eingeteilt. Der Skipper übernahm von 20-23 Uhr, dann die Skipperin von 23-02 Uhr und so weiter. So bekamen wir jeder unsere Mütze Schlaf und werden sicherlich im Laufe des Tages das ein oder andere zusätzliche Schläfchen halten. Sehr schön ist das Wetter und wir haben zusammen im Cockpit gefrühstückt während die Windfahne zuverlässig steuerte. Mal schauen wie der 2. Tag sonst so wird, gemütlich angefangen hat er schon mal….?!

Überfahrt nach Marokko Tag 3

Der Wind ist angenehm, allerdings nicht so ganz die Richtung aus der er kommt, nämlich genau von hinten. Das führt dazu, dass wir mindestens 30° vom Kurs abweichen müssen und dadurch einige Umwege fahren. Das wird wahrscheinlich auch bis zum Ende so bleiben. Da die Wellen relativ hoch sind, wird das Boot immer wieder etwas zur Seite geworfen und dann fangen die Segel an zu schlagen, was sich vor allem unter Deck furchtbar anhört. Man kann dem begegnen, indem man noch etwas mehr aus dem Kurs fährt um mehr Druck vom Wind in die Segel zu bekommen was wir auch tun. Nach jetzigem Stand würden wir im besten Fall Dienstag abends sehr spät ankommen, was nicht gut ist. Also können wir auch gemütlich den Kurs fahren der dem Boot gut tut und der dauert dann halt bis Mittwoch. Am Nachmittag während wir gerade Vorbereitungen für eine Kursänderung treffen, rauscht plötzlich die Angel ,die wir hinten mitlaufen lassen, aus. Ein Thunfisch hängt am Haken, so ein Glück. Unser erster Fang auf der Reise (wobei wir es auch noch nicht so oft probiert haben). Auf Grund der Hektik die dann an Bord ausbricht gibt es leider keine Beweisfotos. Er ist vielleicht 40cm lang und reicht für 2 kleine Portionen frisches Thunfischsteak. Der Tag geht schnell rum, die Segel stehen und wir kommen mit 5kn durchschnittlich gut voran. Die Nachtwachen sind wieder im 3h Rhythmus aufgeteilt und jeder bekommt seinen Schlaf der halt nur alle paar Stunden unterbrochen wird.

Überfahrt nach Marokko Tag 4

Es wird wärmer, man kann morgens zum Frühstück schon mit dem T-Shirt und kurzer Hose im Cockpit sitzen. Das hatten wir unter Fahrt auch noch nicht auf der Reise. Unsere Etmale (Strecke in 24h) waren am Samstag 113 und Sonntag 118sm. Ganz ok, also fast 5kn im Schnitt. Leider können wir immer noch nicht direkten Kurs ansteuern, weil der Wind genau in die Richtung geht in die wir wollen, und das wird wahrscheinlich auch so bleiben bis zum Schluss. Unser Wach- und Schlafrythmus klappt immer besser, der Körper gewöhnt sich anscheinend daran immer nur 3h am Stück zu schlafen aber das mehrmals. Noch 2 Nächte. So wie es aussieht, kommen wir wohl Mittwoch im Laufe des Tages in Agadir an. Highlight des Tages war das Mittagessen mit selbst gefangenem Thunfisch.

Überfahrt nach Marokko Tag 5

Wir finden beide, dass es langsam gut ist, wir möchten gerne ankommen. Die Nacht war wieder anstrengend da viel Wind und viel Welle die meiste Zeit vorherrschten. Aber wir wollen mal nicht meckern, dafür sind wir gut voran gekommen. Das Etmal für den Montag waren 127sm. Wirklich schön ist es morgens wenn die Sonne um 07.30 aufgeht. Dann wird unter einigen Anstrengungen Kaffee und Brote gemacht und im Cockpit gefrühstückt. Dabei gibt es freundliche Delfinbegleitung, die im Gleichtakt aus dem Wasser springen und den neuen Tag begrüßen, immer wieder herrlich. Gestern am späten Nachmittag rauschte die Angel wieder raus und diesmal hat eine ordentliche Goldmakrele angebissen. Wir sind immer noch nicht gut vorbereitet wenn ein kapitaler Fisch anbeißt da es sehr hektisch zugeht. Das ist ein sehr beliebter Fisch, da er kaum Gräten hat und super schmeckt. Natascha hat am Nachmittag zwei tolle Filetstücke daraus gezaubert, besser als in jedem Restaurant. Am Nachmittag schläft dann der Wind für ein paar Stunden ein und zum ersten Mal wird wieder der Motor angeworfen. Später kommt der Wind dann noch mal für ein paar Stunden auf ein kurzes Intermezzo zurück aber das wird es wahrscheinlich für die Nacht erstmal gewesen sein. Morgen sollten wir am Nachmittag in Agadir ankommen.

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