Die Verabredung mit den Mechanikern klappt. Der Grund für das leckende Getriebe war ein gebrochener Kunststoffring an der Schalteinheit. Er wurde schnell eingebaut und das Getriebe scheint nach 45min Probelauf kein Öl mehr zu verlieren. Leider geht jetzt der Vorwärtsgang nicht mehr, da muss der Kollege noch mal nacharbeiten. Ein Angebot für den Wassertank aus Edelstahl bekommen wir auch. Versprochene Dauer ist, bis nächste Woche Montag fertig zu werden und das Teil eingebaut zu bekommen. Das passt gut mit der knappen Woche die wir eine Tour durch Marokko machen. Wir sind sehr gespannt ob es klappt.

Wir mieten uns einen Dacia Logan und machen erstmal einen Tagesausflug mit Achim und Alexandra ins Paradies Village etwa eine Stunde von Agadir entfernt. Leider hat es in der Nacht geregnet, und da das Paradies Valley hauptsächlich aus Wegen mit Lehm und Erde besteht, kann man sich denken wie wir dort rumeierten. Es war eine ordentliche Rutschpartie die Berge rauf und runter und der ein oder andere hat sich auch mal auf den Hosenboden gelegt. Ansonsten ist es aber sehr schön dort. Das Tal wird aus Palmen gesäumt und in dem Flüsschen unten sind immer wieder kleine Kaffees wo man z.B. einen Smoothie trinken kann. Da es immer wieder etwas nachregnet, laufen wir den Weg nicht bis zum Ende zu den Wasserfällen. Es ist einfach zu rutschig. Da trinken wir doch lieber einen Smoothie und essen einen Crêpe. Zwischendurch adoptiert uns ein Hund der nicht mehr von der Seite weicht, und andere Hunde die auch mitmöchten, verscheucht.

Am Nachmittag fahren wir noch in die Medina von Agadir. Diese ist allerdings nicht das Original sondern ein Nachbau. Die Medina wurde 1960 bei dem Erdbeben zerstört und erst 1992 wieder aufgebaut. Es kostet etwas Eintritt, sie ist aber auch sehr schön. Da sie außerhalb gelegen ist, sind auch nicht viele Leute hier und man kann entspannt durch die Häuser bummeln. Am Abend verabschieden wir uns dann von den beiden. Toll dass wir uns hier in dieser anderen Welt treffen konnten, es hat riesig Spaß gemacht.

Am nächsten Morgen bereiten wir an Bord alles soweit vor, dass die Handwerker um 10.00 anfangen können den Wassertank auszubauen. Es ist das erste Mal seit Beginn unserer Reise, dass wir Auryn verlassen und woanders schlafen. Die Kollegen sind auch pünktlich da.

Unsere erste Station ist die Stadt Essaouira 180km nördlich von Agadir. Diese gilt als eine der schönsten Städte des Landes mit einer tollen Medina. Wir mieten uns in ein kleines Hotel in der Altstadt in einem Riad ein. Das sind traditionelle Häuser die innen offen sind, und dort meistens einen begrünten mit schönen Kacheln versehenen Innenhof haben. Unser Riad gefällt uns auf anhieb. Das Zimmer ist einfach aber nett gestaltet und Frühstück gibt es im Innenhof. Los geht es, wir müssen nur die Haustür verlassen und sind mitten im Trubel. Im Prinzip besteht die Altstadt größtenteils aus Händlern die Themenweise in der Stadt verteilt sind, und aus ihren Häusern hinaus ihre Waren anbieten. Es gibt Straßenzüge für Lebensmittel, für Kunstwaren und auch spezielle für die Touristen mit Souvenirs und was man sonst so gerne kauft. Die Skipperin würde den Markt am liebsten leer kaufen. Zwischendurch sind immer wieder mehr oder weniger einfache Restaurants und Cafés. Die gesamte Medina ist von einer Mauer mit Kanonen umgeben. Wir laufen die ersten Stunden die Stadt ziellos rauf und runter und lassen alles auf uns wirken. Am Abend gehen wir einen leckeren Tajine (marokkanischer Eintopf) essen. Alkohol findet man hier übrigens kaum, fast alle normalen Restaurants bieten nur Getränke ohne an.

Morgens um halb 6 weckt uns dann der Ruf des Muezzins, um zum heiligen Gebet zu rufen. Die Minarette haben außen alle Lautsprecher, damit er auch nicht überhört wird. Insgesamt tun die das 5 mal am Tag und man gewöhnt sich recht schnell daran. Nach dem reichhaltigen Frühstück gehen wir zum Hafen wo täglich der Fischmarkt ist. Die Fischer verkaufen hier den fangfrischen Fisch und man kann sich vorstellen, dass ordentlich was los ist. Es gibt die kleinen Stände wo die Fischer die nur ein kleines Boot haben ihre überschaubare Menge anbieten. Und es gibt auch ein paar sehr große Boote wo die Fische direkt in Eis gelegt werden um mit Lastern abtransportiert zu werden. Wir sind von dem Angebot wirklich beeindruckt. Teilweise sind die Auslagen sehr appetitlich gestaltet, und es ist schade, dass wir hier keine Möglichkeit haben etwas zu kaufen und selber zuzubereiten. Der Königsfang dieser Nacht ist ein 350kg Thunfisch wie uns der Verkäufer stolz erzählt. Am Mittag wollen wir noch die Kamele am Strand besuchen, brechen aber den Marsch dorthin auf Grund der Hitze bald ab. Stattdessen gehen wir lieber auf ein kühles Getränk in eine der Strandbars. Zurück in der Medina statten wir noch der Galerie Kasbah einen Besuch ab. Man sieht auf mehreren Ebenen in vielen Räumen Bilder von marokkanischen Künstlern unterschiedlichster Richtung.

Morgen fahren wir weiter nach Marrakesch wo wir auch 2 Tage bleiben werden.

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