Wir haben 3 äußerst intensive Wochen hinter uns. Ziemlich aufgeregt landeten wir von etwa 22°C kommend, bei etwa 0°C in Düsseldorf. Durch die Abwesenheit von fast 9 Monaten hatten wir das große Bedürfnis Familie und möglichst viele Freunde aus der alten Heimat zu treffen. Das haben wir ausgiebig gemacht, es verging kaum ein Tag an dem wir nicht mindestens ein oder zwei Treffen hatten, mit Essen, Trinken und Lachen. Es gab Weihnachtsmarkt-, Kneipen- und Restaurantbesuche und oft wurden wir auch zum Essen eingeladen. Vielen Dank an alle für die schöne Zeit. Die stolzen verlorenen Kilos aus der Reisezeit waren schon nach wenigen Tagen wieder da. Wichtig für unser Alter ist es natürlich auch die üblichen Ärzte abzuklappern. Alles gut gegangen, wir können weiterfahren. Nach der langen Silvesternacht, der Verabschiedung von unseren Eltern, Bruder und Sohn Niklas sind wir gar nicht so traurig wieder zurück nach Gran Canaria zu fliegen. Es gibt einiges zu tun, wir müssen uns auf die nächsten Etappen vorbereiten.

Was haben wir denn eigentlich vor dieses Jahr? Also zuerst geht es runter zu den Kapverdischen Inseln, wo wir ein paar Wochen bleiben möchten. Von dort startet dann die Königsetappe für dieses Jahr über den Atlantik rüber in die Karibik. Da wir spät dran sind (ab Juni ist Hurrikane Saison) fahren wir relativ weit nördlich auf die kleinen Antillen, nach Antigua oder St. Martin. Von da haben wir dann noch ca. 3 Monate Zeit uns nach Norden vorzuarbeiten. U.a. möchten wir die Virgin-Islands, Puerto Rico, Dominikanische Republik und die Bahamas besuchen. Ab Juni müssen wir dann schauen, dass wir nach Norden die US Küste hochkommen, weil ab dann Hurrikans drohen. Dort werden wir uns bis November irgendwo herumtreiben bevor es dann wieder runter in die Karibik geht. So der Plan, aber wie es die Erfahrung aus dem vergangenem Jahr schon gezeigt hat: Am Ende kommt es eh immer anders, wir sind gespannt.

Zurück an Bord fühlen wir uns direkt wieder zu Hause. Alles scheint in Ordnung zu sein, es gibt auf den ersten Blick keine technischen Ausfälle oder andere Probleme. Am Abend sehen wir nach vielen Jahren mal wieder Nataschas Cousin den alten Schweden Patrick, der gerade hier Urlaub mit seiner Freundin Jenny macht. Wir treffen uns in der Altstadt und gehen danach zu einer Einladung in ein Apartment auf eine wunderschöne Dachterrasse. Dort wohnt Jure ein alter Freund von Patrick der ein Essen für einige Kumpels aus Las Palmas veranstaltet. Wir haben einen klasse Abend und lernen total nette Leute kennen.

Die Todo Liste ist lang. Zum Beispiel Wüstensand vom Boot abspritzen, Wäsche waschen, Yachtshop für letzte Erledigungen aufsuchen, ein paar praktische Mitbringsel anbringen, Riggcheck, ein paar Splinte am Großbaum austauschen, Motor testen, Klopumpe gängig machen, Windfahnensteuerung und Hydrogenerator wieder anbringen, Geschwindigkeitssensor austauschen und so weiter und so fort. Der dickste Punkt auf der Liste ist der größte Einkauf unseres Lebens. Wir brauchen bis wir in der Karibik ankommen für mindestens 6 Wochen Lebensmittel. Auf den Kapverden können wir die frischen Sachen nachbunkern, aber die Grundnahrungsmittel sind hier vor Ort deutlich einfacher und günstiger zu bekommen. Der HiperDino, ein riesiger Supermarkt wirbt damit, den Seglern ihre Sachen kostenfrei bis an Bord zu bringen. Das ist doch mal ein Wort, wir fragen bevor wir mit den beiden Einkaufswagen starten an der Kasse nach ob das auch wirklich klappt heute. Ja klar, kein Problem. Zwei Stunden später kommen wir mit 2 vollen Wagen an der Kasse an und bekommen gesagt, dass es heute doch nicht mehr klappt. Und da morgen Sonntag und Montag Feiertag ist, geht es erst Dienstag. Wir sind natürlich erbost und verlangen den Manager zu sprechen. Der Manager lässt ausrichten, er spricht kein englisch und könnte unsere Beschwerde daher nicht entgegen nehmen. Anschließend haben wir aber Glück, wir stellen uns mit den 15 Einkaufstüten vor den Supermarkt und erwischen direkt ein Taxi das uns zur Marina fährt. Den Rest des Tages verbringen wir mit Auspacken und Verstauen des Einkaufs im Boot.

In Spanien wird Weihnachten erst am 06. Januar gefeiert, und das anscheinend ausgiebig. Es gibt am Tag davor eine riesige Parade die durch die Stadt zieht, und mit riesigem Lärm die 3 Könige feiert, welche am Ende des Zuges jeweils einen eigenen Wagen haben. Die meisten Wagen haben das Motto von typischen Geschenken für Kinder wie Lego oder Playmobil. Die Strassen sind voll, die Kinder haben einen riesenspaß und alle sind schick angezogen. Wir gehen natürlich auch zur Parade und stürzen uns ins Getümmel.

Abfahrt zu den Kapverden ist am Dienstag. Die Überfahrt von 870sm wird eine gute Woche dauern mit achterlichem Wind. Wir werden von Unterwegs berichten, unsere Position sollte alle paar Stunden auf Noforeignland aktualisiert werden.

2 Antworten zu “Neues Jahr neues Glück”

  1. Really nice to meet up with you guys 🙂 Gute Fahrt and you are have a standing invitation to come to Örebro 😎🥳

  2. Hallo, ihr zwei Weltenbummler,

    zeitverzögert hab ich eure aufregenden Berichte gelesen und bin euch in
    Gedanken gefolgt. Toll, dass ihr euch auf dieses große Abernteuer
    einbelassen habt.

    Peter und ich hatten uns noch einiges vorgenommen,z.B. wollten wir
    nochmal eine Norwegentour machen und Portugals Süden (Algarve) kennen
    lernen,Kalifornien und Arizona hätten mich auch noch gereizt, aber dann
    kamen uns einige Dinge in die Quere, erst geschäftliche Schwierigkeiten
    und danach Peters Erkrankung.

    Fazit: nichts aufschieben, sondern machen!!

    Ich wünsche euch weiter eine gute Reise mit vielen schönen Momenten,

    eure Barbara

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