Bevor es mal wieder weitergeht haben wir noch einen schönen Tag auf Sal. Wir marschieren ein gutes Stück die Küste hoch und besuchen die Blue Eye Cave. Das ist eine Felsformation, in die das Wasser bei entsprechender Welle ordentlich hineinkracht, und eine Art Kaskaden hinaufklettert. Es ist etwas übertrieben aufgemacht, aber ganz nett. Es gibt ein paar angelegt Wege die noch zu einem Aussichtsturm führen und ein botanischer Garten. Dieser zeigt alle 9 bewohnten kapverdischen Inseln mit Muscheln und Steinen aufgeschüttet auf dem Boden, wahrscheinlich sogar halbwegs maßstabsgetreu. Man kann noch ein paar Museen besuchen und lernt etwas über die Gesteine in dieser Gegend.

Der nächste Törn führt uns nach Mindelo, dem Hauptort von Sao Vicente. Hier gibt es den einzigen Segelhafen auf den Kapverden und zumindest etwas Infrastruktur für Segelbedarf. Unser Ankerablegemanöver ist etwas heikel, da es bis 20kn Wind gibt und wir beim rausfahren knapp vor zu flachem Wasser sind, und uns keine Mooringleine der vielen Bojen einfangen dürfen. Es klappt aber alles gut und wir nehmen die 120sm in Angriff. Der Wind ist von der ersten Minute an da, und wir können bis Mindelo durchsegeln. Etwas anstrengend wie in den letzten Wochen meistens auf dem Atlantik ist die bis zu 2,70 m hohe Welle, die uns immer wieder schön von rechts nach links wirft. Wunderbar funktioniert die Windfahnensteuerung in Kombination mit dem neu getrimmten und gestraften Ruder. Sie lenkt relativ präzise und man muss trotz der Bedingungen kaum einzugreifen. In der Nacht fliegen immer wieder Fische ins Cockpit und strampeln dort um ihr Leben was zu einem ordentlichen Schrecken führt. Beherzt schmeißt die Crew sie schnell wieder ins Wasser. Leider schafft es nicht jeder Fisch. Wir finden am nächsten Morgen 6 Stück über das Deck verteilt. Diese Tiere sind eine erstaunliche Evolution, weil sie Flügel an der Seite haben und dadurch mehrere 100m über das Wasser fliegen können. Wahrscheinlich werden sie durch das Licht angezogen, ansonsten macht das keinen Sinn. Wir überschreiten auf der Fahrt übrigens die 5000sm Marke seit Start in Lelystad. Gegen Mittag kommen wir in Mindelo an und der Anker fällt auf 5m direkt vor dem Hafen in hellblauem Wasser.

Wir legen uns etwas ins Cockpit eine wenig Schlaf nachholen, als es auch schon an der Bordwand klopft. Die holländischen Nachbarn die wir schon aus Gran Canaria kennen, kommen kurz auf eine Begrüßung und ein kleines Schwätzchen vorbei. Dann lassen wir das mit dem Schläfchen und machen unser Beiboot fertig etwas an Land die Beine vertreten. Wir finden im Hafen Lilian und Cor die wir schon seit Portugal immer wieder treffen. Sie laden uns auf ihren schicken Katamaran ein und nach und nach kommen noch ein paar andere Crews auf einen Eistee vorbei. Und so wird es zwar nichts mit dem Beine vertreten, aber wir haben wieder ein paar nette Leute kennengelernt. Am Abend gehen wir noch eine außerordentlich leckere Paella essen und finden sogar noch ein Eis zum Abschluss des Tages.

Mindelo ist sowas wie ein Absprungbrett in die Karibik oder nach Südamerika. Es gibt keinen anderen Hafen mehr danach. Allerdings zeigt ein Wettercheck, dass wir Geduld brauchen. Die nächsten 2 Wochen zieht ein Starkwindband nach dem anderen durch, so dass es vor Anfang Februar nichts werden wird. Ist aber nicht schlimm, hier gibt es noch eine Menge zu entdecken und auf die Nachbarinsel wollen wir auch noch. Wir gehen am Morgen erstmal zur Polizei um einzuchecken. Dann lassen wir uns gemütlich durch die Stadt treiben und besichtigen ein paar Märkte und Läden. Mindelo ist die zweitgrößte Stadt der Kapverden mit 76.000 Einwohner. Eine der bekanntesten Persönlichkeiten ist die Sängerin Cesária Évora. Sie verkörpert durch ihre Musik die entspannte Mentalität des Volkes (siehe auch Titelbild). Große touristische Attraktionen gibt es nicht, aber man kann es ein paar Tage sehr gut aushalten. Den Nachmittag verbringen wir dann wieder an Bord mit Aufräum- und Umräumaktionen.

Da es in den nächsten 2 Wochen in der Ankernbucht ziemlich stürmisch werden wird, und wir außerdem kein Wasser mehr haben, werden wir wohl in den nächsten Tagen in den Hafen umziehen. Dann gibt es noch einige Dinge auf der Todoliste und wir wollen für ein paar Tage auf die Nachbarinsel Santo Antão. Es wird nicht langweilig…..

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