
Wunderbares Santo Antao
Wie geplant verlegen wir uns in die Marina, wo wir grummelnd die überzogene Hafengebühr für eine Woche bezahlen. Der Platz ist außen am Steg, es rappelt und zerrt durch den dauerhaften Wind ordentlich an Auryn. Wir verbringen die Tage mit Besorgungen in der Stadt, kleinen Ausflügen in die Umgebung und besuchen abends die ein oder andere Bar, wo es oft hervorragende Livemusik gibt. Am Wochenende wird zur Band sogar auf der Straße getanzt, und zwar von Touris und Einheimischen gemeinsam.






Es gibt noch einen weiteren Grund, dass wir uns in den Hafen verlegt haben. Wir möchten die Nachbarinsel Santo Antao besuchen. Diese gilt als landschaftliches Highlight der Kapverden wo man toll wandern kann. Wir buchen für 2 Nächte eine Pension mit Frühstück im Hauptort Ribeira Grande. Der Start dorthin geht erstmal voll in die Hose. Wir stehen früh auf und wollen für die 9.00 Uhr-Fähre Tickets kaufen. Leider ist diese ausgebucht. Hääää, das geht? Eine Fähre ist für Fußgänger ausgebucht? Ok, dann kaufen wir Tickets für die nächste Fähre um 14.00 Uhr und nehmen ein 2. Frühstück an Bord ein. Die Überfahrt dauert eine Stunde und im Hafen nehmen wir einen Minibus bis nach Ribeira. Schon die wilde Fahrt die Küstenstraße rauf und runter überzeugt, vor allem weil unser Fahrer kein Kind von Traurigkeit ist. Der Ort Ribeira ist erstaunlich. Man denkt man ist irgendwie am Ende der Welt und bekommt doch alles dort. Es gibt viele Geschäfte, Restaurants und sogar etwas Industrie. Wir finden am Abend ein einfaches Restaurant mit Terrasse und treffen direkt unsere Stegnachbarn aus dem Hafen am Nebentisch. Parallel findet im Ort noch ein Umzug mit Maskeraden und unendlich viel Getrommel und Rhythmen statt. Das Frühstück in unserer gemütlichen Pension ist übrigens ganz hervorragend. Es gibt kapverdische Spezialitäten wie z.B. gebratene Bananen oder Kichererbsen (Chupcha). Und dann gehen wir wandern. Die Tour geht 12km mit 350 Höhenmetern durch 3 Täler. Die Täler und Hänge werden von Bananen- und Zuckerrohrplantagen gesäumt. Zwischendurch kommen wir immer wieder durch kleine Dörfer an den Berghängen und treffen viele Bewohner und Plantagenarbeiter. Wirklich alle grüßen total nett und man wünscht sich lächelnd einen schönen Tag. Sooo reizende Leute hier, wir haben immer das Gefühl, dass wir als Fremde willkommen sind. Im Gegensatz zu den beschämenden Diskussionen in der Politik und den Medien, die gerade bei uns zu Hause stattfinden.








Es gefällt uns so gut hier, das wir beschließen noch einen Tag dranzuhängen. Das Wetter lässt ein Fortkommen eh nicht vor nächster Woche zu, so dass wir ruhig noch bleiben können. Wir machen einen Ausflug nach Ponta do Sol dem nördlichsten Ort der Insel und der Kapverden. Von hier aus kann man zu dem selbsternannten schönsten Dorf der ganzen Welt wandern, nach Fontainhas. Ponta do Sol hat nicht sehr viel zu bieten, außer das es noch windiger ist als auf dem Rest der Insel. Wir gehen die wilde Küste stramm nach oben und haben nach 2h den ultimativen Blick auf das Dorf Fontainhas. Es ist wirklich schön. Es liegt auf den Berghängen einige Kilometer von der Küste entfernt und ist alleine durch seine Lage und die Farbe der sehr gepflegten Häuser absolut malerisch. Das unterscheidet das Dorf auch von allen anderen Orten. Oft sind die Häuser nur teilweise fertig gebaut, und meistens nach dem Mauern oder dem Verputzen nicht fertig gestrichen. Das ist in Fontainhas anscheinend nicht erlaubt. Alle Häuser haben eine relativ frische Farbe aufgetragen, und auch die Farbkombinationen sind gut aufeinander abgestimmt. Wir bleiben in der einzigen Bar des Dorfes auf ein kühles Getränk und gehen anschließend den Weg wieder zurück.






An unserem letzten Tag auf Santo Antao halten wir auf dem Weg zum Hafen in einem Ort mit dem wohlklingenden Namen Paul. Von hier aus kann man entweder per Auto oder wir per Pedes in das gleichnamige Tal des Ortes fahren oder wandern. Es geht stetig bergauf und wir merken langsam, dass wir zum einen wieder etwas Kraft in die Beine bekommen haben, auf der anderen Seite aber auch nach den letzten Tagen etwas schlapp werden. So bleibt es bei ein paar Km die wir in das wunderschöne Tal hinein und hinauslaufen. Am Nachmittag geht es zurück auf die Fähre nach Mindelo.






Die nächsten Tage werden wir weiter an der Todo Liste für die Abfahrt in die Karibik, hoffentlich nächste Woche, arbeiten.