
Englische Geschichte in Nelsons Dockyard
Die größte Attraktion auf Antigua ist neben der berühmten Segelregatta wahrscheinlich Nelsons Dockyard. Das ist eine historische Hafenanlage und Schiffswerft im kleinen Ort English Harbour im Süden der Insel. Diese gehört zu einem kleinen Nationalpark und ist seit einige Jahren UNESCO Weltkulturerbe. Wie der Name es schon ahnen lässt, hat schon der alte Nelson im 18. Jahrhundert dort einige Jahre gelebt und seine Kriege gegen Napoleon vorbereitet. Um die Werftanlage herum ist ein äußerst exklusiver Yachthafen, den wir bei der Anfahrt auf Antigua aus preislichen Gründen sausen ließen. Selbst das einklarieren und das Ankern ist dort um längen teurer als überall sonst. Und so machen wir uns halt per Bus von Jolly Harbour auf nach English Harbour und tun mal so als wären wir ganz normale Touristen. Die Hafenanlage ist jetzt nicht so umwerfend, es stehen ein paar alte Gebäude herum, ein kleines Museum mit Artefakten aus der damaligen Zeit, einige Hotels und Restaurants verteilen sich. In dem Rest des Nationalparks kann man etwas wandern. Am beeindruckendsten sind tatsächlich die Superyachten die dort rumstehen und vom Personal blank gewienert werden. Von einer Anhöhe hat man einen Blick auf die zugegebenermaßen wirklich sehr imposante Bucht vor dem Dockyard. Es ist allerdings so heiß, dass wir das Wandern bald abbrechen und statt dessen eine kleine Taverne mit Hafenblick aufsuchen wo es überraschend günstige gegrillte Hamburger gibt.






Zurück in Jolly Harbour finden wir auf der östlichen Seite unserer Ankerbucht einen netten Strand. Dort gibt es den ultimativ gepflegten Sand der anscheinend täglich wie ein Tennisplatz abgezogen wird. Das liegt sicherlich an den Villen die direkt hinter dem Strand liegen und ein äußerst exklusives Flair verbreiten.



Zwischendurch gibt es auch sehr durchwachsene Tage, an denen ständig kurze aber heftige Schauer runterkommen. Wir nutzen das um mit unserem Bordgetüddel weiterzumachen. Es wird zum Beispiel ein neuer Sensor für unsere Tiefenmessung und Geschwindigkeit durch das Wasser eingebaut. Leider muss dafür durch das gesamte Boot ein Kabel gezogen werden. Wir schaffen es auch unser Ankerlicht zu reparieren (bzw. das Kabel was unten nicht richtig verbunden war) und die Decksbeleuchtung am Mast geht auch wieder. Durch die hohen Wassertemperaturen steigt auch der Bewuchs am Rumpf deutlich an. Unser schönes Antifouling ist inzwischen mit Algen und kleinen Schnecken bewachsen. Der Skipper schnappt sich einen großen Spachtel und taucht eine Stunde um das Boot und schabt soweit es geht das grüne Zeug ab. Das bringt bestimmt eine etwas höhere Geschwindigkeit.


Nach soviel Arbeit haben wir uns mal einen Strandtag verdient. Auf der Westseite unserer Bucht gibt es einen einsamen Strand zu dem wir mit dem Beiboot rüberfahren. Das entpuppt sich als Glücksgriff. Wir plantschen eigentlich zum ersten Mal auf der Reise so richtig lange im Wasser und liegen am Strand rum. Und wir sind tatsächlich die einzigen hier, das ist ja wie in der Karibik….. :-).



So langsam ist es an der Zeit mal wieder den Platz zu wechseln. Wir fahren ein letztes Mal mit dem Dinghi nach Jolly Harbour rein und gehen zu den Behörden zum ausklarieren. Und so fahren wir am nächsten Morgen noch mal zur Tanke die Wassertanks füllen, und dann geht es das kurze Stück die Küste rauf zur Deep Bay. Kommentare im Netz behaupten das wäre der schönste Strand Antiguas. Ja, wirklich nett, nur die Jettskifahrer nerven ungemein. Die knallen mit einem Affenzahn an den friedlichen Ankerliegern vorbei ohne Rücksicht auf Verluste. Wir gehen erstmal ein paar Runden um das Boot schwimmen und fahren dann zum Strand rüber. An der Seite kann man auf einen Hügel wandern, wo ein altes englisches Fort steht was ca. 250 Jahre alt ist. Von oben hat man einen schönen Blick auf die Bucht. Unser letzter Tag auf Antigua ist wirklich entspannend, wir laufen noch etwas den schönen Strand auf und ab und finden nachher in der Bucht noch ein Wrack wo man schnorcheln kann. An der Stelle schaut nur noch der verrostete Schornstein aus dem Wasser, trotzdem kann man wegen des trüben Wassers nicht viel sehen.






Morgen fahren wir 45sm nach Westen auf die Insel Nevis, die zu dem kleinen Inselstaat St. Kitts und Nevis gehört.