Es war einmal der 11. Nov. 1493 als ein gewisser Christoph Columbus eine Insel in der karibischen See entdeckte, und diese nach dem heiligen Martin benannte. Im Laufe der Zeit waren dann im Wechsel immer wieder mal die Franzosen, Spanier und Niederländer auf der Insel. 1648 waren dann nur noch Franzosen und Niederländer hier und haben es geschafft die Insel friedlich unter sich aufzuteilen. Der Legende nach vereinbarten die französischen und holländischen Siedler eine Art Wettlauf. Dazu sollten zwei Läufer in entgegengesetzter Richtung die Insel umrunden. Die Grenze sollte dann dort verlaufen, wo die beiden Läufer wieder aufeinander trafen. Der Franzose war dabei der schnellere Läufer, weswegen der französische Teil Saint Martin etwas größer wurde als Sint Maarten. Für das schnellere Vorankommen des Franzosen soll die Tatsache verantwortlich gewesen sein, dass der Franzose als Proviant Rotwein mit sich führte, der Holländer aber hochprozentigen Genever.

Soviel zur Geschichte der Insel, bis am 10.03.2025 das Segelboot Auryn in der großen Bucht vor Marigot auf dem französischen Teil die Insel erreichte. Im Gegensatz zu St. Kitts ist das hier wieder ein wahres Mekka für Segler, und mit uns sind locker 100 andere Boote in der Bucht und Umgebung. Wir liegen hier im Vergleich zur letzten Insel relativ ruhig und können mit dem Beiboot in 10min Entfernung an einem Steg neben einer Brücke gut festmachen. Der französische Teil mit dem Hauptort Marigot gehört zur EU und wir können sogar in Euro bezahlen. Marigot selber ist ganz nett hat aber nicht so viel zu bieten. Das Viertel um den Yachthafen herum ist recht schick mit Einkaufszentrum, insgesamt ist der Tourismus aber überschaubar.

Insgesamt kommt in der letzten Zeit die Bewegung zu kurz, und wir beschließen eine Wanderung von etwa 8km zu unternehmen. Das Ziel ist der berühmte Strand Maho Beach direkt vor dem Flughafen. Der Marsch geht außen um die Lagune herum zur Südseite der Insel und dauert gute 2 Stunden. Viel Spektakuläres bekommen wir nicht zu sehen, außer viele Anwesen die vor den vermutlich traumhaften Küstenabschnitten stehen und durch riesige Zäune umschlossen sind. Das ist eines der Probleme in der Karibik die uns auffallen. Es sind viele Küstenabschnitte oder Strände nicht erreichbar weil sie privatisiert sind. Und die öffentlichen Teile sind dann oft überlaufen. Wir gehen auch über die Grenze zwischen dem französischen und dem niederländischen Teil. Allerdings stehen lediglich eine französische Fahne und ein Schild an der Straße. Der Strand Maho Beach ist deshalb so bekannt, weil dort die Flugzeuge nur wenige Meter über die Köpfe der sonnenhungrigen Strandbesucher fliegen, bevor sie auf der Landebahn aufsetzten. Wir sind von dem Marsch in der Hitze ziemlich geschafft (man könnte auch sagen wir haben es etwas unterschätzt) und nehmen in einer Bar mit gutem Blick auf den Strand und die landenden Flugzeuge erstmal einen eisgekühlten Drink. Die Bilder sprechen was die Masse an Leuten hier angeht für sich. Der Busverkehr auf der Insel klappt wie auf den anderen Inseln auch hier relativ gut, und wir kommen mit einmal umsteigen wieder nach Marigot zurück.

Der Hauptort von Sint Maarten auf der holländischen Seite ist Philipsburg. Wir bekommen schnell einen der Minibusse und fahren quer durch die Insel dorthin. Im Gegensatz zu Marigot ist es hier ganz anders. Viel mehr Tourismus was wahrscheinlich an dem sehr karibischen Stadtstrand mit feister Promenade liegt. Daneben liegen mehrere Kreuzfahrtschiffe die täglich auch ein paar tausend Touristen ausspucken, und die für die Verkäufer von Touren und anderen Annehmlichkeiten ein willkommenes Ziel sind. Und so ist es auf der Promenade fast unmöglich nicht mindestens einmal pro Minute angesprochen zu werden ob man nicht etwas kaufen oder unternehmen möchte. Direkt hinter der Promenade sind zwei Einkaufsstraßen die teilweise wirklich günstige Klamotten oder Elektronik haben. Der Skipper bekommt neue Schuhe und eine Badehose. Krass sind am Ende der Straße die Juweliere. Gefühlt sind es hundert Läden die Diamanten und andere Klunker verkaufen. Heute verzichtet die Skipperin ausnahmsweise mal auf einen neuen Diamanten. Wir schlendern die Stadt rauf und runter und sind im Endeffekt froh, dass wir auf der Frankreichseite angelandet sind, dort ist es angenehmer.

Und nun gibt es noch eine traurige Nachricht von Bord, unsere geliebte DJI Drohne hat leider ein Bad neben Auryn genommen und dieses nicht überlebt. Sowas von ärgerlich aber auch. Die Drohne startete ganz normal und stand einen halben Meter in der Luft. Dann teilte das Steuerungsgerät mit, dass sie (wahrscheinlich wegen dem Flughafen) hier nicht fliegen darf und landete einfach wieder. Leider ist Auryn in der Zeit etwas zur Seite gegangen und die Drohne fiel auf die Seitenkante und ins Wasser. Der Skipper hechtete hinterher und holte sie auch wieder an Bord aber keine Chance. Das Salzwasser erledigt die Hardware in Sekunden. Warum startet denn die Drohne überhaupt wenn sie dann nicht fliegen darf…??? Jetzt müssen wir erstmal ohne Luftbilder auskommen.

Wir wären gerne noch ein paar Tage länger hier geblieben, aber der Wind bestimmt den Takt. Unser nächstes Ziel sind die britischen Virgin Islands und bis auf Morgen gibt es vor Ende nächster Woche keinen segelbaren Wind dorthin. Da die BVIs ein sehr teures Ziel sind, machen wir noch mal einen ordentlichen Großeinkauf für die nächsten 2-3 Wochen im Super-U. Wir bekommen direkt ein Taxi und der fährt uns mit den 6 Tüten direkt bis vor das Dinghi.

Wir fahren morgen Mittag noch mal zur Tanke die Wassertanks füllen und dann geht es durch die Nacht etwa 85sm zu den BVIs. Geplante Ankunft Montag Vormittag.

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