Los ging es von Marigot gegen Mittag und die erste Überraschung hatten wir an der Tanke wo wir noch mal die Wassertanks füllen wollten. Der Mann dort wusste nicht warum, aber es kam kein Wasser als er den Hahn aufdrehte. Na super, wir gehen zum Supermarkt um die Ecke, kaufen noch mal 20L Trinkwasser und fahren mit fast leeren Tanks los. Anscheinend hatten viele den gleichen Gedanken, denn es starteten kurz nach uns mindestens 8 weitere Boote die durch die Nacht zu den BVIs wollten. Und so war es in der dunklen Nacht einerseits positiv nicht so alleine zu sein, auf der anderen Seite waren wir auch etwas nervös, da einige Boote uns im stockdunklen überholten und zusätzlich Gegenverkehr da war. Am Morgen begrüßten uns die britischen Virgin Islands mit einem ordentlichen Unwetter und wir schafften es gerade noch die Segel runterzuholen und die letzten Meilen zum Hafen Spanish Town auf der Insel Virgin Gorda zu motoren. Das unvermeidbare Einklarieren läuft schnell und unkompliziert ab. Man wird wie üblich von Schalter zu Schalter geschickt, und dann hatten wir die Stempel und die Erlaubnis zwischen den Inseln rumfahren zu dürfen. Die BVIs sind übrigens ein britisches Überseegebiet welches vor allem von Urlaubern besucht wird die schöne Strände und Segeln möchten. Das heißt natürlich auch, dass die meisten Boote hier gechartert sind, und die Besatzungen entsprechend ungeübt sind. Zum Beispiel fahren die teilweise mit abenteuerlicher Geschwindigkeit durch die Ankerfelder. Oder sie ankern viel zu nah an einem dran weil sie vergessen, dass man nach dem Ankersetzen noch mal 40m nach hinten geht.

Im Süden von Virgin Gorda gibt es einen kleinen Nationalpark „The Bath“. Man fahrt mit dem Beiboot zum Traumstrand und macht außen an einer Boje fest. Dann muss man mit Sack und Pack an Land schwimmen und läuft durch ein Labyrinth von Gesteinsformationen bis man an einem anderen Strand wieder herauskommt. Wunderschön hier, und es stört nicht mal, dass es ziemlich überlaufen ist. Anschließend wandern wir noch etwas oberhalb der Strände durch die Gegend und kommen schließlich wieder zum Strand zurück und schwimmen zu unserem Boot.

Die nächste Insel die wir besuchen ist Salt Island. Die Strecken sind hier generell nicht so lang, so dass wir in weniger als 2h mit langsamen Segeln dort gemütlich ankommen. Es sind angenehm wenige Boote hier und wir können mit dem Beiboot gut am Strand anlanden. Dort gibt es einen Lost Place, ein paar Häuser die wahrscheinlich vor Jahren durch den Hurrikan Irma zerstört wurden sind verlassen und gammeln vor sich. Direkt hinter den Häusern sind Salzseen um die wir herum laufen und auf die Hügel klettern. Der Skipper fühlt sich heute voller Energie und wandert noch zum höchsten Punkt der Insel, als ein krachendes Unwetter die Szenerie verändert. An den Lost Places kann man sich unterstellen, aber bei dem Regen und den undichten Dächern ist es schwierig trocken zu bleiben. Der Ankerplatz ist so rollig hier dass wir nur eine Nacht bleiben.

Weiter geht es nach Peter Island. Hier lockt der White Bay Beach vor dem es das übliche Dilemma gibt. Alle vernünftigen Ankerplätze was den Grund und die Tiefe angeht ist mit Bojen belegt, die man für 40 USD mieten kann. Das möchten wir natürlich nicht, wenn man doch umsonst ankern kann. Und so finden wir nur abseits eine Stelle mit steinigem Boden auf 10m Tiefe was grenzwertig ist. Aber egal, der Rest hier ist dafür umso besser. Es sind nur wenig Boote da und der Strand ist fast leer. Es stehen einige Bambusschirme rum die wir einfach nutzen und alles ist Top gepflegt. Es gibt sogar einen Wasserspender mit gekühltem Wasser. Wir sind uns nicht sicher wer das hier pflegt, weil es kein Hotel oder ähnliches in der Nähe gibt. Wahrscheinlich der Bojenbetreiber. Wir laufen ein schönes Stück über die Insel, genießen die Aussichten und lümmeln unter einem der Strohschirme am Strand herum. Am Nachmittag gehen wir noch an den Felsen hinter unserem Boot schnorcheln und fühlen uns wie im Aquarium. Viele bunte kleine und große Fische, wie ein toller Urlaubstag.

Nach einem Kurzbesuch auf der Hauptsinsel Tortola, der sich nicht wirklich gelohnt hat, geht es zum Abschluss nach Jost van Dyke. Diese Insel wurde nach einem alten niederländischen Piraten benannt, der sich hier früher mal versteckt hat. Es gibt auch hier diverse Buchten in denen man ankern kann. Da aber der Wind die nächsten Tage stark aus Ost wehen wird, müssen wir eine Bucht finden, die entsprechend etwas aus der Richtung geschützt ist. In der ersten ist wieder das übliche Problem, dass man nicht vernünftig ankern kann weil alles mit Bojen zugepflastert ist. Wir ankern aus Sicht des Betreibers zu nah an einer seiner Bojen und werden nach einer wilden Diskussion ziemlich unfreundlich vertrieben. In der größten Bucht der Insel klappt es dann deutlich besser. Wir füllen an der Tanke noch mal die Wassertanks auf und ankern direkt vor dem Bojenfeld auf 6m. Der einzige Ort auf der Insel besteht aus einer hübschen Strandpromenade aus hellem Sand und einigen attraktiven Bars und Boutiquen. Wir schnüren mal wieder die Wanderschuhe und gehen in die Nachbarbucht White Bay (scheint es hier öfters zu geben). Dort ist ein Traum von einem Strand und nicht zu sehr überlaufen. Die Berge auf der Insel hier sind allerdings deutlich zu steil für uns bei der Hitze. Und da es keinen öffentlichen Busverkehr gibt laufen wir das Stück wieder zurück zu unserem Ort. Ohne Gefährt lässt sich außer Wassersport und rumhängen nicht so viel machen. Ein Problem ist hier auf den BVIs, dass die Preise für Gastro und auch Lebensmittel absurd hoch sind, so dass wir dadurch nicht so viel unter Leute kommen und lieber unsere mitgebrachten Sachen an Bord trinken.

Das war es auch schon mit den BVIs. Ein traumhaftes Revier, aber an einigen Stellen zu sehr von den Charterbooten und den teuren Bojen in den Buchten in Beschlag genommen. Da geht die Romantik etwas flöten. Morgen fahren wir weiter nach Puerto Rico, bzw der vorgelagerten Insel Culebra. Der Törn ist nur 33sm lang mit sehr achterlichem Wind. Wir haben den Spibaum schon gesetzt.

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