
Urlaub auf Culebra
Wir frühstücken gemütlich und holen dann den Anker hoch um nach Culebra zu fahren. Die Ankerwinsch macht auf den letzten Metern sehr komische Geräusche, und wir befürchten schon dass sie anfängt das Zeitliche zu segnen. So schlimm ist es dann doch nicht, sondern sie holt einen wirklich ordentlichen Stein nach oben der sich im Anker verkeilt hat. Der Stein sitzt so fest, dass er sich durch schubsen oder schütteln nicht bewegen lässt. Wir binden auf der Rückseite des Ankers ein Seil fest was an Deck auf der Klampe festgemacht wird. Dann lassen wir den Anker wieder runter was dazu führt, dass er nach vorne kippt und der Stein aus seiner Umklammerung rausfällt. Glück gehabt, jetzt können wir die 7h nach Culebra mit Verzögerung starten.


Culebra gehört zu Puerto Rico, und das wiederum ist ein Außengebiet der USA. Und zuständig für die Einreise ist der Grenzschutz der USA. Für Segler gibt es eine App, die eigentlich ganz gut gemacht ist. Man trägt alle Daten des Bootes und der Besatzung ein, und wenn man dann vor Ort ist, schickt man einen Request zur Einreise los. Eine Minute später kam eine Mail mit der Bitte eine Nummer anzurufen. Das haben wir gemacht, und hatten einen sehr freundlichen Officer am Apparat der uns direkt eine sogenannte Cruising License für ein Jahr ausgestellt hat. Wir haben dann über die App einen Videocall gemacht wo er uns beide und die Visas aus den Reisepässen sehen wollte. Alles klar, wir dürfen einreisen und wir brauchen auch nicht noch irgendwo vorstellig werden.
Dann wollen wir mal schauen was Culebra so zu bieten hat. Die Insel hat gerade mal 1200 Einwohner und lebt ganz gut vom Tourismus. Das wiederum liegt vor allem an ein paar Traumstränden die es hier gibt. Der bekannteste ist der Flamenco Beach an der Nordseite der Insel. Wir müssen mal wieder die Beine etwas auf Touren bringen und laufen eine gute Stunde dorthin. Der Strand wird regelmäßig in die Liste der schönsten Strände der Welt aufgenommen. Der Nachteil an so berühmten Stränden ist leider, dass sie nun mal auch relativ gut besucht sind. Trotzdem ist es beeindruckend, der Strand geht sichelförmig um die ganze Bucht und das hellblaue Wasser und die Korallen entsprechen jedem Karibikklischee. Auffällig sind zwei alte Panzer die am Strand und in den Dünen stehen. Die wurden vor über 50 Jahren von der US-Armee, die auf der Insel für den Vietnam Krieg geübt hat, dort stehen gelassen. Heute sind die Dinger bemalt und dienen als Fotomotiv. Auf dem Rückweg haben wir Glück, eine nette ältere Dame hält mit Ihrem schicken Jeep an und nimmt uns in den Ort mit zurück.




Eine weitere Tour über die Insel führt uns um die Bucht herum in der wir vor Anker liegen. Wir wollten uns ein kleines offenes Golfkart mieten, aber die waren zum einen zu teuer und zum anderen auch erst nächste Woche wieder verfügbar. Durch das schwüle Wetter fällt es uns aber schwer längere Strecken zu gehen und so bleibt es bei dem Spaziergang. Es scheint, als hätte jeder Einwohner der Insel (inkl. der Touris) ein eigenes Fahrzeug und daher gibt es keinen Busverkehr. Am Ende gehen wir noch mal groß einkaufen. Wir wollen als nächstes auf eine kleine Insel um die Ecke fahren, von wo aus wir dann weiterreisen werden. Das heißt, es gibt erst in 5 Tagen wieder eine Einkaufsmöglichkeit. Groß Einkaufen auf Culebra heißt, in einem der beiden kleinen Supermärkte hoffentlich das nötigste finden.






Wir fahren ein paar Meilen um Culebra herum auf die kleine Nachbarinsel Culebritas. Dort gibt es die Tortuga Bay, die gut geschützt in einem Riff an einem auch sehr schönen Strand liegt. Einwohner gibt es hier nicht. Tagsüber sind hier einige Boote mit Tagestouristen da, und in der Nacht so 3-4 Ankerlieger. Wir genießen die Zeit, lümmeln rum, gehen auf der Insel spazieren und liegen auch mal am Strand. Zwischendurch gehen wir am Riff schnorcheln und sehen bunte Fische und einen großen Rochen. Am Boot schwimmen auch immer wieder Schildkröten vorbei. Eine Tour geht hinauf zu einem Leuchtturm der vor 100 Jahren gebaut wurde, und inzwischen seit vielen Jahren vor sich hingammelt. Von oben hat man einen schönen Blick auf die Buchten der Insel.





Zwischendurch sind wir auch produktiv. Der Lüfter von unserem Kühlaggregat geht nicht mehr, was zu einem ziemlich heißen Kompressor führt. Der Skipper baut das Teil aus und findet tatsächlich ein loses Kabel. Das ist doch immer das Beste wenn es so einfach ist. Nur das der Kühlapparat anschließend nicht mehr anspringt war nicht der Plan. Wir werden ziemlich nervös, weil ohne Kühlschrank bei der Hitze geht garnicht. Nach einigem Gefummel am Thermostat springt er plötzlich wieder an, und der Lüfter geht auch wieder, hoffentlich bleibt das auch so.






Unser nächstes Ziel ist die Dominikanische Republik. dort gibt es im Norden den Ort Samana der sogar einen Segelhafen hat. Wir freuen uns schon sehr darauf, wir erwarten nämlich Besuch mit dem wir dort 2 Wochen verbringen wollen…..