
Bacardistrände und Mangroven
Bevor man als Segler in der Dominikanischen Republik den Ort wechselt, muss man zur Armada ein Despatchio besorgen. Das ist eine Genehmigung die wir am Hafen vom sehr freundlichen Commandante ausgestellt bekommen. Wir verlassen also für einige Tage die schicke Marina Puerto Bahia und machen uns auf zu unserem ersten Ziel. Dieses lautet Cayo Levantado und ist berühmt für die Bacardi Werbung, die in den 80er Jahren hier gedreht wurde. Im Volksmund nennt es jeder nur die Bacardi Insel. Die Fahrt unter Motor dauert eine Stunde und schon liegen wir vor einem traumhaften Strand vor Anker. Erstaunlicherweise sind wir die einzigen die hier liegen. Der Grund ist auch schnell gefunden, es ist ganz schön schwubbelig und Auryn wird zum Leidwesen des ein oder anderen Crewmitgliedes ordentlich hin und her geschaukelt. Wir machen uns auf mit dem Dinghy zum Strand, und landen hart in der Welle auf dem goldenen Sand. Natürlich sind wir nicht ganz alleine hier. Von Samana aus kommen im 30min Takt kleine und mittlere Boote und bringen Tagesausflügler und Resortgäste her. Aber schön ist es trotzdem. Leider ist der Bacardibeach aus der Werbung nicht der auf dem wir landen, sondern um die Ecke herum auf der anderen Seite der Insel. Und da sich, wie so häufig in der Karibik, die besten Strände große Hotelresorts unter den Nagel reißen, dürfen wir auch hier nicht zu dem original Strand aus der Werbung hin. Der andere Strand ist aber auch nicht schlecht und wir liegen dort gut auf verlassenen Liegen. Ansonsten kann man neben dem Wassersport auf der Insel nicht viel machen. Es gibt ein paar Spazierwege und Souveniershops. Die Bars haben heute komischerweise alle geschlossen. Wir versuchen am nächsten Morgen noch den Bacardistrand per Dinghy zu erreichen. Da die Wellen aber noch mal deutlich höher als bei dem anderen Strand sind, kneifen wir kurz vor der Anlandung. Die Gefahr dabei umzuschlagen ist zu groß. So bleibt es bei ein paar Fotos aus der Ferne.






Am nächsten Mittag geht es weiter und wir können 2h Stunden herrlich auf die andere Seite der Bucht segeln. Der Anker fällt in der Bahía de San Lorenzo. Was zuerst auffällt ist das ruhige Wasser. Die Bucht ist super vor dem Ostwind und Welle geschützt und wir fühlen uns wie in einem Ententeich. Umrahmt wird die Bucht von felsigen Inseln mit Vogelkolonien und von Wäldern mit Mangroven. Wir befinden uns am Rand des Los Haitises Nationalparks. Unter anderem sehen wir den Dominikanischen Geier und Pelikane die man stundenlang beobachten kann. Wir steigen wieder ins Dinghy und fahren ans Ende der Bucht wo kleine Flüsse sich ihren Weg in den Urwald bahnen. Da wir einen elektrischen Außenborder haben und sonst kaum Verkehr herrscht, ist es wirklich traumhaft. Wir gleiten geräuschlos durch den Fluss und beobachten die Vögel und die dichten Mangrovenwälder. Nach 2km kommen wir an einem Steg an, wo wir festmachen können. Von dort laufen wir zu der berühmten Ecolodge. Das ist ein Hotel was in die Felsen hineingebaut wurde, und in der Mitte aus Naturpools besteht. Dort entspannen wir ein paar Stunden und bekommen sogar noch ein sehr gutes Essen im Restaurant. Was nicht so passt ist das Wetter. Es regnet den Nachmittag ordentlich und auch auf der Rückfahrt werden wir in den Mangroven von oben nass.






Der nächste Tag ist Höhlentag. Wir müssen nur ein kleineres Stück einen Fluss in der Nähe hineinfahren, und können wieder an einem Steg anlegen. Dort ist die Cueva de La Linea. Diese Höhle ist riesig und sehr beeindruckend, aber für das Publikum nur etwa 100m begehbar. An einigen Wänden sind Malereien der indigenen Bevölkerung die früher hier gelebt haben. Wir fahren noch etwas an den Ufern entlang und ergötzen uns an den vielen Vögeln die dort krawallig ihr Revier gegen den Nachbarn verteidigen. Überall findet Nestbau statt, da die Brutzeit gerade begonnen hat. Die nächste Höhle ist die Cueva de La Arena. Diese liegt direkt am Strand und man kann innen ein Stück parallel zum Strand laufen und hat immer wieder einen guten Blick nach draußen auf das Meer. Viel mehr können wir heute nicht machen, da Petrus seine Schleusen öffnet und es den ganzen Abend wie aus Eimern gießt.









Und dann ist unser 4-Tagestripp auch schon zu Ende und wir segeln zurück in die Marina. Da wir nächste Woche noch zusammen ein paar Ausflüge mit dem Mietwagen machen wollen und nach Santo Domingo fahren, werden wir Auryn wahrscheinlich eine Woche hier lassen.