
Die älteste Stadt Amerikas
Nachdem wir uns einen Tag von unserem Ausflug in den Urwald am Pool erholt haben, mieten wir ein Auto. Es ist ein alter Kia und eine ziemliche Schrottkarre vor dem Herren. Aber er fährt und wir machen einen Tagesausflug zu den Wasserfällen von El Limon. Leider ist das Wetter immer noch nicht besser, das heißt es regnet zuverlässig alle paar Stunden. Der Weg durch den Urwald zu den Wasserfällen dauert eine gute Stunde und ist ziemlich matschig aber schön. Seit dem Hof an dem wir losgelaufen sind, folgt uns ein kleiner Hund den wir schon bald in Herz schließen. Sein Name ist von nun an Bueno. Gegen Ende müssen wir einen Fluss überqueren, der wegen des Regens ziemlich viel Wasser führt. Die tapfere Susi traut sich und geht zusammen mit Bueno vor. Der Wasserfall ist sehr beeindruckend, nur in dem Pool davor schwimmt wegen der Wassermassen heute keiner. Wir überlegten noch weiter an die Nordküste zu fahren, haben uns das aber wegen des Wetters geschenkt.






Die älteste Stadt Amerikas ist Santo Domingo, zumindest die älteste von Europäern gegründete Stadt auf der amerikanischen Seite des Atlantiks. Als Kolumbus seine erste Entdeckungsreise unternahm, kam er 1492 auf der Insel an. Kurz darauf wurde auch schon Santo Domingo gegründet. Parallel dazu führten die spanischen Eindringlinge, wie später überall in der Karibik, Zwangsarbeit und Sklaverei der Ureinwohner ein, die nur wenige Jahrzehnte später zur Ausrottung ganzer Völker führte.
Die Fahrt in die Hauptstadt dauert gute 3h. Wirklich grenzwertig ist die Fahrweise der anderen Autos und vor allem der unzähligen Mopeds. Die überholen oft so knapp, dass man sich wundert warum nicht an jeder Ecke ein Unfall passiert. Wir haben uns in einem kleinen Hotel in der Altstadt Colonia eingemietet. Es gibt einen Innenhof wo auf einem riesigen Fernseher sogar Champions League (BvB – Barca) läuft. Das schreit doch nach einem Willkommensbierchen für die zufriedenen Männer. Wir laufen anschließend runter zum Meer und gehen dominikanisch essen. Die Atmosphäre ist hier nicht so berauschend, da an der eigentlich schönen Promenade eine Hauptverkehrsstraße mit Dauerlärm vorbeigeht. Schöner ist es durch die Haupteinkaufsstraße, die Calle El Conde zu schlendern. Dort stehen Künstler und singen, es werden Bilder ausgestellt und überall herrscht ein buntes Treiben am Abend.



Der kommende Tag steht im Zeichen der Kultur und der Geschichte. Wir lernen die Calle El Conde bei Tag kennen und kaufen sogar ein paar Klamotten. Danach geht es zur Kathedrale von Santo Domingo und weiter die schicke Calle Las Damas hinauf. Hier sind schon vor hunderten von Jahren die gutbetuchten Damen langgeschlendert. Am Ende finden wir dann ein interessantes Museum, das Museo de las Casas Reales. Es zeigt anschaulich und mit vielen originalen Relikten die Entdeckung und Kolonialisierung der Insel Hispaniola (inkl. originaler Schriften von Columbus). Das Schicksal der Ureinwohner kommt dabei eindeutig zu kurz.
Unsere Damen setzen sich am Nachmittag mal ab und gehen in ein Einkaufszentrum shoppen, während die Herren im beliebten Innenhof des Hotels schon wieder Champions League schauen.






Heute ist Abreisetag von Susi und Jule und wir genießen das letzte gemeinsame Frühstück. Da der Rückflug erst am Abend ist, können wir noch eine letzte Sehenswürdigkeit abklappern. Es geht zu vier unterirdischen Seen in der Nähe der Stadt. Diese befinden sich auf einem relativ kleinem Areal und können in 2h Stunden gut abgelaufen werden. Jeder See sieht anders aus, hat eine andere Farbe und erscheint in einem anderen Licht. Das Highlight ist eine Floßfahrt über den letzten See wo man noch durch eine kleine Tropfsteinhöhle kommt.






Danach heißt es Abschied nehmen am Flughafen. Die beiden fliegen nach Hause und lassen die Segler traurig zurück. Es waren tolle Wochen die wir gemeinsam sehr genossen haben, und in denen wir ein paar schöne Abenteuer erlebt haben. Auf bald, der nächste Besuch ist schon in der frühen Phase der Planung angelangt.
Wir nutzen den Mietwagen aus und gehen erstmal einen Großeinkauf machen. Das nächste Ziel sind die Bahamas, die nicht zu den billigsten Gegenden der Welt gehören. Und daher werden, wie schon bei der Abfahrt aus Gran Canaria, ordentlich Vorräte gebunkert.

Morgen früh geht es weiter. Wir können nicht direkt die 2,5 Tage auf die Bahamas fahren, weil es ab Sonntag zu stürmisch wird. Und später können wir auch nicht los, da ansonsten die Welle bei der Fahrt die Nordostküste hinauf zu stark gegen an kommt. Daher machen wir noch einen Stop an der Nordküste in Luperon wo es eine schöne Ankerbucht gibt. Die Fahrzeit dorthin dauert etwa 26h.