
Über die Exumas zu den Eleutheras
Nach der Schweinerei der letzten Insel juckeln wir weiter die Exumas hoch. Diesmal geht es zur Prominenz nach Rudder Cut Cay. Diese Insel gehört nämlich David Copperfield, und es ist strengstens verboten, diese zu betreten. Das wird durch riesige Schilder am Strand sehr deutlich gemacht. Wir halten hier trotzdem für eine Nacht, weil es von der Entfernung passt, und man in einer Höhle am Ankerplatz gut schnorcheln kann. Wir sehen um die Höhle herum zwei Wasserschildkröten und viele bunte Fische in den Korallen, ein Traum. Dann hat sich Mr Copperfield für seine erlesenen Gäste, die tauchen wollen, noch einen Gag ausgedacht: Neben dem Strand ist auf wenigen Metern Tiefe ein Flügel mit einer musikalischen Meerjungfrau versenkt. Leider haben wir (noch) keine GoPro, daher nur ein Bild aus dem Internet.



Die nächste Insel, die wir uns ausgesucht haben, ist Staniel Cay. Hier ist die Einfahrt für Segelboote mit Tiefgang wirklich tricky. Generell muss man an den meisten Durchfahrten, um hinter die geschützte Insel von der Seeseite aus zu kommen, auf die Gezeiten achten. Es kann passieren, dass sich meterhohe Wellen aufbauen, wenn der Wind gegen das auslaufende Wasser steht. In Staniel Cay muss man zusätzlich zur Strömung noch einige Felsen und Untiefen umkurven, und wir hatten dann einen Ankerplatz mit einem Meter Wasser unter dem Kiel. Staniel Cay ist im Prinzip für zwei Dinge berühmt: Zum einen ist auf der Nachbarinsel wieder eine Schweinekolonie, und zum anderen gibt es die Thunderball Grotte. Hier hat schon 1965 James Bond im Film Thunderball gegen die bösen Buben gekämpft. Wir vertreten uns erstmal die Beine und machen einen ausgedehnten Spaziergang über die Insel, bis zum Pirates Beach, wo wir ganz alleine sind. Es gibt auch einen wunderschönen großen Salzsee, der aber im Moment ziemlich ausgetrocknet ist. Im Hafenbecken der Marina schwimmen übrigens beeindruckende Ammenhaie, die hier von den Fischern immer mit Resten gefüttert werden.






In die Thunderball Grotte sollte man möglichst bei Niedrigwasser reinschwimmen, weil man dann nicht so tief tauchen muss. Wir fahren mit dem Dinghy rüber und ankern damit vor dem Eingang. Die Grotte ist echt schön, oben gibt es große Löcher, die das Licht hineinscheinen lassen, und im Wasser sind hunderte von bunten Fischen zwischen den Korallen. Man kann auch an anderen Stellen raustauchen, wo die Korallen dann von außen herrlich leuchten. Insgesamt hätten wir uns den inneren Hohlraum deutlich größer vorgestellt. Dann gibt es ein Stück die Insel hinunter noch ein kleines Flugzeugwrack, zu dem man schnorcheln kann. Dieses ist wohl in den 70ern abgestürzt und wahrscheinlich nicht geborgen worden, um den Schnorchlern den Spaß zu lassen. Den Schweinestrand haben wir uns geschenkt. Der ist hier sehr überlaufen, und so schön wie bei den letzten Schweinen, wo wir die einzigen waren, kann es nicht werden.




Beim Motor anmachen und Anker hochholen fällt dem Skipper auf, dass das übliche Blubbergeräusch am Heck fehlt. Unser Motor zieht normalerweise Wasser aus dem Meer durch einen Kreislauf und spuckt es hinten wieder aus. Wenn er das nicht macht, muss man sofort den Motor ausmachen, da Überhitzung droht. Das hat gerade noch gefehlt, notfallmäßig wird erstmal der Anker wieder runtergelassen. Wir überzeugen uns, dass kein bzw. nur sehr wenig Wasser durch die Schläuche geht. Es gibt so eine Art Checkliste, was man alles nachschaut, wenn dieser Fall eintritt. Nach diversen Überprüfungen scheint aber nur Luft im System gewesen zu sein. Wir kippen in den Vorfilter einige Liter Wasser hinein, und daraufhin fördert die Pumpe wieder. Na hoffentlich bleibt das auch so. Die Fahrt rüber nach Compass Cay ist nicht weit. Die Einfahrt durch den sogenannten Cut zwischen den Inseln ist allerdings ziemlich wild, da wir Wind gegen Welle haben. Auf der Insel machen wir einen schönen Spaziergang zu Rachels Bath. Das ist ein innenliegender Pool, der durch die Wellen von außen mit frischem Wasser spektakulär gefüllt wird. Wir baden eine Runde und laufen dann noch ein paar Kilometer den Strand rauf und runter.





Wir wären gerne noch einige Tage auf den Exumas geblieben, aber unseren Takt bestimmt mal wieder der Wind. Der wird nämlich ab übermorgen für eine Woche seine Tätigkeit einstellen. Und da unser Schlag rüber nach Eleuthera fast 60 Seemeilen sind, wollen wir dieses letzte gute Wetterfenster nutzen, um nicht 12 Stunden motoren zu müssen. Der Wecker klingelt um 6 Uhr, und um 7 Uhr sind wir schon durch den Pass durch. Der Wind ist perfekt, und im Laufe des Tages auch die immer kleinere Welle. Am Abend erreichen wir den Paw Paw Beach, der sich allerdings als sehr unruhig herausstellt. Und zwar so furchtbar, dass wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück die Flucht ergreifen und weiterfahren.