
Port Washington lässt uns nicht los
Nach unserer Kanada-Rückkehr war auf Auryn fast alles in Ordnung. Der Skipper schwört, er hätte alle Fenster zugemacht, aber anscheinend hat er sich geirrt. Das Küchenfenster war offen, und es gab ein paar stärkere Regengüsse in der Zeit…. Da wir den Wagen noch einen Tag haben, fahren wir mit Claudi und Uli noch zum Lidl, günstig einkaufen. Später werden wir dafür zum leckeren Grillen auf der Paloma Grande eingeladen und haben einen wunderbaren Abend.




Der Plan war, dass wir uns auf Richtung Norden machen, und so fahren wir bei schwachem Wind los. Um bis Port Jefferson zu kommen, reicht es nicht, und so fahren wir nur bis in die Oyster Bay. Dort ist eine riesige Bucht, in der wir trotz ziemlich starkem Wind (jetzt wo wir ankern, kommt er plötzlich) gut liegen können. Der Ort besteht aus einem kleinen, hübschen Stadtkern und wird dominiert vom alten Präsidenten Roosevelt. Der hat hier gelebt und seine politische Laufbahn vor über 100 Jahren von hier aus gesteuert. An jeder Ecke gibt es Tafeln, was er gemacht hat, und diverse Statuen und Parks, die nach ihm benannt sind. Wir machen einen langen Spaziergang, aber da es schon wieder unerträglich heiß ist, wird es kürzer als geplant. Ein halber Tag reicht auch für den Ort. Billy Joel wohnt übrigens auch hier, aber leider haben wir ihn nicht getroffen.




Leider erreicht uns dann aus Deutschland eine traurige Nachricht, und Natascha beschließt, spontan in zwei Tagen nach Hause zu fliegen. Da der JFK-Flughafen nicht weit von Port Washington entfernt ist, fahren wir einfach wieder zurück. Da wissen wir zumindest, was wir haben. Und da ich nachkommen werde, können wir dort das Boot wieder an die bekannte Boje hängen.
Die Zeit wird genutzt, um noch einige Bootsprojekte, die schon lange auf der Liste stehen, abzuarbeiten. Das wären Kühlwasserwechsel, Impellerwechsel, außen die blauen Streifen an der Seite des Decks nachmalen, neue Kabel für die Heckleuchte verlegen, eine Winsch am Mast warten. Es gibt noch mehr auf der Liste, aber für die Woche, die ich noch hier bin, reicht das erstmal.


Einen freien Tag habe ich mir aber auch gegönnt, und bin zum Baseball gegangen. Die New York Mets sind ein amerikanisches Spitzenteam, und spielen in Queens gar nicht weit von hier. Als alter Stadionbesucher in der Heimat vermisse ich diese Atmosphäre mit allem Drum und Dran schon ein wenig. Da ich von Baseball so überhaupt keine Ahnung habe, habe ich mir erstmal die Regeln durchgelesen und versucht, diese zu verstehen. Im Wesentlichen gibt es eine Abwehrformation, die den Ball wirft, und eine Angriffsformation, die den Ball schlägt. Und das muss so gemacht werden, dass man, wie früher in der Schule beim Völkerball, einmal um ein Feld herumläuft, bevor der Ball wieder zurückkommt. Kurzes Fazit: Hat Spaß gemacht, es war gute Stimmung auf den Rängen, und um das Stadion herum war es wie auf einer Kirmes. Unglaubliche Preise (Bier 18 Dollar) und ein Riesenangebot von allem, was man im Stadion so brauchen kann. Während der vielen Pausen wird immer irgendwas auf einer der Leinwände gezeigt, und ein Sprecher macht Stimmung. Aber die Sportart selber ist für die fußballgewöhnten doch eher langweilig, da zu wenig passiert.





Ich fahre Samstag auch nach Hause, und daher wird der Blog bis Mitte August nun pausieren.