Leider liegt Savannah über 12 Meilen tief im Land. Deshalb müssen wir den Savannah River ungefähr 2 Stunden lang hochtuckern, bis wir in der Stadt ankommen. Wichtig ist es auch hier, den richtigen Zeitpunkt der Strömung und der Tiden abzupassen. Dann kann man locker zwei Knoten Geschwindigkeit gewinnen, wenn man sich von der Strömung schieben lässt. Es gibt in der Nähe der Stadt leider überhaupt keine Ankerplätze, aber die Stadt bietet den Segelbooten Schwimmstege an, an denen man relativ günstig liegen kann. Und das in einer Top-Lage.

Fröhlich gestimmt, endlich wieder die Beine zu vertreten und unter Leute zu kommen, machen wir uns direkt am späten Nachmittag auf in das touristische Mekka der Stadt, die River Street. Dort ist richtig was los, eine Kneipe neben der anderen und Weihnachtsmärkte. Ja, die gibt es auch hier mit der üblichen Weihnachtsmusik. Ist ja auch bei uns mehr amerikanisch, was soll man also hier erwarten? Verzweifelt laufen wir die ganzen Buden rauf und runter und finden einfach keinen Glühwein, obwohl es die Temperaturen durchaus hergeben, einen anzubieten. Ist anscheinend dann doch eine andere Kultur hier. Dafür gönnen wir uns aber mal in einer sehr netten Kneipe einen richtig guten Burger.

Leider wird das Wetter die nächsten Tage umschlagen, aber heute soll es noch schön bleiben. Wir suchen uns einen Weg bei Komoot, mit dem die schönen Sehenswürdigkeiten der Stadt alle abgeklappert werden. Es gab 1733 einen General James Oglethorpe, der sich hier mit 120 Siedlern niedergelassen hat. Er hat damals die Stadt bereits so geplant, wie sie bis heute besteht, und zwar mit quadratisch angeordneten Straßen mit systematisch eingearbeiteten kleinen Parks, den so genannten Squares. Und die laufen wir alle ab und lernen dabei wunderschöne Straßen und Viertel kennen. Der bekannteste Square in der Mitte der Stadt ist sicherlich der Chippewa Square. Dort saß Tom Hanks in dem Film Forrest Gump auf einer Bank und hat auf den Bus gewartet und sich mit Leuten unterhalten. Wir haben uns an Bord abends den Film natürlich auch noch mal angeschaut und mussten feststellen, dass sich doch einiges an dem Square inzwischen geändert hat. Großartig ist auch der Forsythe Park etwas südlich vom Zentrum. Dort gibt es einen riesigen Brunnen, der auch schon in vielen Filmen aufgetaucht ist. Leider ist heute das Wasser abgestellt, warum auch immer. Am Abend haben wir über 20.000 Schritte in den Beinen und sind ganz beschwingt von der schönen Stadt.

Leider gibt es die nächsten beiden Tage Dauerregen, wie wir ihn seit letztem Jahr in Spanien nicht mehr hatten. Es schüttet ununterbrochen wie aus Eimern. Wir vertreiben uns die Zeit und besuchen in der Stadt Galerien und hängen Nachmittags schon in der Kneipe rum, was soll man sonst machen.

Aber wir hatten ja noch ein anderes Projekt. Wir haben uns nach Savannah in den UPS Shop Lithium Batterien und ein paar Ladegeräte von Victron bestellt, die wir einbauen lassen wollen. Außerdem brauchen wir noch ein paar sogenannte Inverter, die unsere 12V Elektrik in richtigen Strom umwandeln. Es hat erstaunlicherweise alles geklappt und die Sachen sind bis auf die Inverter pünktlich da. Da alles zusammen gut 100 kg wiegt, fahren wir das Zeug mit einem Uber zum Boot. Zusätzlich gibt es auch noch einen neuen Autopiloten, da der alte anfing zu schwächeln. Jetzt hoffen wir, dass der letzte Inverter am Sonntag wie die Sendebestätigung es aussagt im UPS Shop ist.

Um der Kälte und Nässe zu entfliehen, müssen wir dringend nach Süden und Florida ist zum Glück nicht weit. Morgen Mittag soll es losgehen bis St. Augustine. Die Fahrt dauert einen Tag und eine Nacht und ist 140sm lang.

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