
Tour de Yucatan
Bevor es nach Yucatan geht, müssen wir erst mal durch Quintana Roo den Staat der östlich die gesamte Küste darstellt. Der Name Yucatan soll der Legende nach übrigens von einem Missverständnis herkommen. Als die Spanier dort ankamen fragten sie die Einwohner, wie das Land hier heißt. Die antworteten „Yuk ak katan“ was in der Maya Sprache soviel heißt wie: Ich verstehe deine Sprache nicht.
Wir stehen also mal wieder sehr früh auf und quetschen uns um 7:00 Uhr in den Shuttle, der uns durch Belize durch hinter die mexikanische Grenze nach Chetumal bringen soll. Die Fahrt ist wirklich anstrengend aber am meisten nerven eigentlich die beiden Grenzübergänge. Der arme Fahrer muss jedes Mal das gesamte Gepäck vom Dach runterreichen, da alle Reisenden zu Fuß mit Gepäck die Grenze überqueren müssen. Dann dauert es ungefähr 10 Minuten pro Reisendem die Gebühren zu entrichten. Dort sitzt ein sehr gemütlich arbeitender Beamter, der alles einzelnen in Quittungen einträgt. In Belize City wird dann noch mal der Bus gewechselt, mit dem wir bis Mexiko fahren. Endlich in Chetumal angekommen ist es schon nach 20:00 Uhr, und wir fahren mit dem Uber zu einer kleinen Pension am Flughafen. Wir bekommen in einem Einkaufszentrum in der Nähe sogar noch etwas zu essen und fallen danach kaputt ins Bett. Am nächsten Tag bekommen wir dann am Flughafen unseren Mietwagen für die nächsten zwei Wochen, ein schicker kleiner VW. Die ganze Miete stand ziemlich auf der Kippe, weil die Kreditkarten plötzlich nicht funktionierten. Zum Glück fand die nette Dame aber einen Weg, die Kaution zu hinterlegen.



Es geht nach Norden in die Stadt Tulum. Dort gibt es Ruinen und karibische Traumstrände. Unser Hotel ist ausgesprochen schön und alles ist noch ziemlich neu. Wir gehen in die Stadt, wo doch tatsächlich diese Woche der offizielle Karneval stattfindet. Es sind Tausende von Menschen auf den Straßen, es gibt Bühnen mit extrem lauter Musik auf denen Anheizer für die Menge sich gegenseitig anbrüllen. Für unsere deutschen Ohren kaum zum aushalten aber natürlich macht es trotzdem riesigen Spaß. Am nächsten Abend gibt es natürlich noch einen Umzug. Wir lernen im Hotel Toni und Elisabeth aus Bayern kennen, mit denen wir gemeinsam durch die Straßen ziehen.






Es gibt am weißen Strand von Tulum berühmte Pyramiden, von denen südlich einige Traumstrände liegen. Nachdem wir von einigen Leuten die Empfehlung bekommen haben, dass sich die exorbitanten Eintrittspreise für die Pyramide nicht lohnen, verzichten wir auf einen Besuch. Aber auf den Strand verzichten wir natürlich nicht. Es gibt dort zum Beispiel den Playa Paraiso, der sich außerordentlich hübsch unter ein paar Cocktailbars und Palmen ausbreitet. Der einzige Nachteil sind die riesigen Mengen an angeschwemmten Seegras, die das hübsche Bild etwas trüben. Ich war 1992 schon einmal hier. Zu der Zeit haben wir in Strohhütten am Strand schlafen dürfen. Daran ist heutzutage nicht mehr zu denken bei den ganzen schicken Hotels und Bars. Wir finden eine freie Palme und können im Schatten ein paar Stunden die Szenerie genießen.




Als Ersatzprogramm für die Tulum Pyramiden finden wir in der Nähe eine andere eher kleine, aber wunderschöne Anlage. Auch die ist schon 3000 Jahre alt, aber viel günstiger und nicht so überlaufen. Es gibt nett angelegte Wege und man kann bis zu einer Bucht durch Regenwald spazieren.




Damit sind unsere Tage in Tulum auch schon wieder vorbei und wir fahren weiter in den Norden Richtung Cancún. Da wir noch etwas Zeit haben, nutzen wir die Gelegenheit, in einer originalen Cenote baden zu gehen. Die Cenoten in Yucatan sind einzigartig. Es sind Höhlen, die mit Süßwasser gefüllt sind, und durch den Einsturz der Decken entstanden. Inzwischen werden die meisten wie Freibäder kommerziell genutzt, man kann dort baden gehen und sich sonnen. Wir fahren zur Cenote Azul, die ihrem Namen wirklich gerecht wird, und planschen dort einige Stunden im Wasser herum, es ist wunderbar.




Ja und dann fahren wir nach Cancún zum Flughafen und holen Basti ab. Er lebt seit vielen Jahren in Guadalajara und besucht uns jetzt für ein paar Tage. Zum Glück sind die Unruhen dort wieder vorbei, und er musste die Reise nicht absagen. Zuerst geht es für zwei Tage nach Valladolid wo wir ein hübsches Apartment gemietet haben. Die Stadt selber wurde als schöner, bunter Ort angepriesen, mit viel Geschichte. Uns hat es nicht so überzeugt. Die größte Sehenswürdigkeit ist ein Franziskaner Kloster, mit dem zweifelhaften Ruf, die Konvertierung der Mayas zum Christentum gemanaged zu haben.



Viel netter war der Ort Izamal wo wir auf dem Weg nach Merida einen Halt gemacht haben. Alle Häuser in dem Städtchen sind gelb gestrichen, was durch einen Besuch des Papstes vor über 30 Jahren herkommt. Die Kirche hatte die Idee, die komplette Stadt in den Farben des Vatikans anzustreichen. In der Mitte der Stadt befindet sich ein riesiges Kloster. Etwas nördlich ist mitten im Ort gelegen eine gut erhaltenen, auch sehr große Pyramide, auf die man sogar hinauf steigen darf. Von oben hat man einen grandiosen Blick und sieht, wie flach Yucatan eigentlich ist. Einen Besuch im Touristenhighlight Nummer 1 in México, in Chichen Itza, klemmen wir uns übrigens. Es ist viel zu teuer und man wird dauerbelagert von Händlern und Leuten die ihre Waren und Dienstleistungen anbieten.






Unsere letzte gemeinsame Station ist die weiße Stadt Merida im Nordwesten. Die Stadt ist wirklich prächtig und wird von einem Boulevard von Nord nach Süd durchzogen der dem Champ Élysées in nichts nachsteht. Merida gilt erstaunlicherweise als eine der sichersten Großstädte auf dem gesamten, nordamerikanischen Kontinent. Wir machen mal wieder viele Meter zu Fuß und laufen den Boulevard hinunter, bis in die belebte Innenstadt um den großen Platz herum. Dort steht eine der ältesten Kathedralen des Landes, die Catedral de San Ildefonso. Die rühmen sich doch glatt damit, diese aus alten Maya Pyramidensteinen gebaut zu haben, unglaublich. Die Hitze tagsüber wird hier unerträglich und so flüchten wir uns in ein paar Museen hinein wo es Kunst und Geschichte zu sehen gibt. Merida hat uns wirklich gut gefallen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.








Bevor wir Basti zum Flughafen bringen, machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Meer in den Ort Celestun. Wir hängen bei einem Lunch unter einer Strohhütte am Strand, und entdecken in der Nähe in einer Lagune Flamingos. Die Tage mit Basti gingen leider viel zu schnell herum.



Morgen geht es an die Nordküste auf die Insel Holbox.