
Bunte Farben in Holbox und Bacalar
Die letzten beiden Orte die wir uns in Mexiko ausgesucht haben, stehen ganz im Zeichen von vielen bunten Farben. Zuerst geht es an der Nordküste von Yukatan einige 100 km zurück Richtung Cancún. Dort gibt es eine kleine Insel namens Holbox (spricht sich Holbosch). Wir lassen unser Auto auf einem Parkplatz für zwei Tage stehen und müssen mit einer Fähre übersetzen. Wir haben gelesen, dass die Insel autofrei sein soll, was sich aber aber als ziemlicher Unsinn herausstellt. Es sei denn, man würde kleine Mini Pick-ups mit dicken Reifen, die über die Insel als Taxi brettern, nicht als Auto bezeichnen. Es gibt kaum asphaltierte Straßen alles besteht aus Sand. Und da die Taxis durch ihre Fahrweise den Sand ganz gut aufwühlen, ist alles ziemlich staubig. Davon mal abgesehen, ist es auf Holbox aber wirklich malerisch und karibisch. Wir haben ein nettes Apartment und laufen keine 5 Minuten in den Ort hinein. Die Skipperin ist ganz entzückt über den Muschelwasserhahn. Und auch das Wasser in der Dusche kommt aus einer Muschel. Die vielen Restaurants sind alle bunt geschmückt und überall stehen natürlich Palmen rum. Wir verabreden uns für den Abend mit Toni und Elisabeth, die wir in Tulum kennen gelernt haben, und essen zusammen in einem paradiesischem Strandrestaurant bei Sonnenuntergang. Wunderschön und kitschig. Es sind auffällig viele Familien mit kleinen Kindern hier die Strandurlaub haben. Sonst kann man eigentlich nicht so viel machen außer Wassersport. Und so legen auch wir am nächsten Tag mal wieder einen Strandtag ein. Zum Glück finden wir einen schattigen Platz unter einer Palme und genießen das seichte ruhige Wasser.






Leider haben wir nicht mehr Zeit und somit geht es schon am nächsten Tag weiter in den Süden nach Bacalar. Dieser Ort ist nicht mehr weit von der Grenze zu Belize entfernt und in der Nähe, wo wir das Auto gemietet haben. Bacalar ist berühmt für seine Laguna de los 7 colores. Genau genommen sind es bis zu 7 Blautöne aus denen das Wasser je nach Lichteinfall und Tageszeit besteht. Wir finden die Lagune hat ihren Namen wirklich verdient. Wenn die Sonne scheint und man auf die andere Seite hinüberschaut, findet man von hellblau über Türkis bis sehr dunkelblau alle Schattierungen. Das ist mal wieder so ein Moment, indem ich die Drohne sehr vermisse. Die Lagune besteht rein aus Süßwasser und die Farben kommen vor allem von den unterschiedlichen Tiefen und den Kristallen auf dem Grund. Der Ort gefällt uns auch gut. Er ist touristisch nicht so überlaufen wie der Rest der Halbinsel Yucatan. Etwas schade ist, dass die Bebauung an der Lagune ziemlich eng ist und man an vielen Stellen gar nicht rankommt, da es Privatbesitz ist. Das kennt man ja aus der Karibik. Strände gibt es nicht aber an einigen Stellen sind große öffentliche Stege gebaut, von denen man super ins Wasser kommt und herrlich schwimmen kann.






Wir brauchen mal wieder etwas Wassersport und leihen uns ein Kajak aus. Mit dem fahren wir einmal quer über die Lagune rüber in den Canal de los Piratas. Ein absoluter Traum und viel los ist so früh am Morgen auch noch nicht. Danach geht es quer rüber wieder zurück zur Cenote Negro. Hier soll es wunderbar zum Schwimmen sein, aber da eine ganze Menge anderer Boote auch da waren, haben wir das ausfallen lassen. Wir fahren lieber noch ein wenig die Küste runter und schauen uns die netten Strohhütten der Hotels an. Die Rückfahrt anschließend ist ziemlich anstrengend, weil wir ein paar Kilometer gegen den Wind paddeln müssen.




Unsere Zeit in Mexiko geht viel zu schnell zu Ende und wir haben natürlich auch nur einen sehr kleinen Teil und wenige Orte besucht. Insgesamt finden wir aber, dass es im Vergleich zu Guatemala deutlich touristischer und entsprechend auch viel teurer war. In Guatemala fühlen wir uns wohler, weil dort der Massentourismus noch nicht so angekommen ist, sondern der individuelle Backpacker-Tourismus im Vordergrund steht. In anderen Ecken in Mexiko ist es bestimmt auch anders. Auffällig ist die massive Präsenz, der schwerstbewaffneten Militärpolizei  auf der Straße. Einmal wurden wir an einem Kontrollpunkt angehalten und tatsächlich gefragt, ob wir Drogen dabei hätten. Dann zeigte er auf die Bonbontüte im Auto und ließ uns, nachdem wir ihm eins gegeben haben, mit einem Lächeln weiterfahren.
Leider hat uns in Bacalar auch eine ganz schlimme Nachricht erreicht. Unser Segelfreund Uli, mit dem wir zusammen mit seiner Frau Claudia noch in Kuba einige Tage zusammen verbracht haben, ist ganz plötzlich verstorben. Seit den Bahamas trafen wir uns immer wieder. Die beiden haben vor einigen Jahren auch ihren Traum wahrgemacht und sind auf Langfahrt gegangen. Uli hätte heute seinen 64. Geburtstag gefeiert. Wir sind immer noch fassungslos und in Gedanken bei Claudi die in Puerto Rico ist, und den Traum nicht weiterleben kann.



