Unsere Rückfahrt von Mexiko nach Guatemala zum Rio Dulce hat es echt in sich. Erstmal um 05.30 in Bacalar aufstehen, um den frühen Shuttle durch Belize bis Flores zu bekommen. Wir müssen mehrmals umsteigen, erst in Chetumal vor der Grenze und dann noch in Belize City. Die Grenzer sind diesmal zum Glück etwas schneller. Absolut unverschämt sind die mexikanischen Gebühren. Erst wollen sie für die Einreise p. P. 35 USD haben und dann für die Ausreise noch mal 55 USD. Da loben wir uns Guatemala, die für die Einreise über Land genau null Dollar Gebühren nehmen. Das bestätigt ein wenig den Eindruck, den wir insgesamt in Mexiko hatten: Es ist alles etwas übertrieben teuer. Die Fahrt bis Flores dauert fast 13 h und wir kommen ziemlich platt dort an. Wir haben ein günstiges Zimmer für die Nacht gefunden, wofür wir auf jeglichen Komfort verzichten. Es geht schließlich morgen um 06.00 mit dem nächsten Shuttle bereits weiter. Entsprechend kurz ist die Nacht, und die 4 h bis Rio Dulce vergehen im rappelvollen Shuttle zum Glück schnell. Maria von der Marina holt uns mit dem Boot ab, und angekommen stellen wir erstmal fest, dass wir heute nur unter ziemlich großen Problemen dort übernachten können. Durch den Regen in den letzten Tagen hatte sich die Streicherei auf dem Deck verzögert und wir müssten entweder die meiste Zeit unter Deck oder außerhalb des Bootes bleiben. Rein und Raus ist problematisch und würde die Arbeiten behindern. Option 1 geht gerade nicht, weil es irre heiß und schwül ist (33°.). Option 2 ist auch nicht so günstig, weil die Mücken Hochsaison haben und selbst mit Mückenspray es schwierig ist, länger an einem Ort mitten im Dschungel zu sitzen. Also nehmen wir Option 3 und gehen noch mal für 2 Nächte in die Kangaroo Lodge. Die kennen wir noch vom letzten Mal und so packen wir einfach die Koffer ins Dinghy und fahren die 2 km dort hinüber. Dort ist es nett, man schläft in einer Holzhütte, wo einen die Vögel morgens mit ziemlichem Lärm wecken, und wir anschließend ein gutes Frühstück bekommen.

Wir nutzen den Tag und fahren nach Rio Dulce, ein paar Sachen erledigen. Zuerst geht es in ein kleines Kaufhaus für Klamotten, wo wir uns mit neuen Schuhen eindecken. Dann haben wir entschieden, an Bord das Management für den notwendigen Krimskrams wie Öle, Kleber, Werkzeugkasten, Schrauben und vieles mehr zu verbessern. Dafür brauchen wir stapelbare Plastikkisten. Diese finden wir auch bei einem der vielen Händler an der Straße. Dann kaufen wir noch eine Herdplatte, die wir bei unserer neuen Strompower zur Entlastung der Gasvorräte verwenden können.

Leider regnet es immer wieder und die Streicharbeiten werden auch bis Samstag nicht fertig. Die letzte Schicht fehlt noch, wo in die Farbe Sand hineingestreut wird, die dadurch ein Antirutschbelag wird. Egal, wir gehen wieder an Bord und freuen uns auf unser heimisches Bett. Die Todo-Liste vor der Weiterfahrt ist wirklich lang und fängt mit Wasser aus den Bilgen pumpen an. Da die Klappen und Beschläge auf Deck abgeschraubt waren, ist dort an vielen Stellen der Regen reingelaufen, der aus Auryn ein Feuchtbiotop gemacht hat. Also ran geht es mit der Pumpe an die Bilgen, was eine ziemliche Maloche ist. Die Backskisten hinten auf Deck sind durch die Schleiferei verstaubt und alles, was sich dort drinnen befindet, muss komplett gereinigt werden. Und so kriegen wir das Wochenende gut rum, bis Montag die Handwerker für den finalen Anstrich kommen. Wir verdünnisieren uns wieder und fahren noch mal zum Dinghy Doctor. Er hat uns vor einigen Wochen ein neues Ventil eingebaut, aber so ganz dicht ist es noch nicht. Er findet diesmal eine andere Stelle, wo es leckt, und flickt uns das Dinghy bis zum Nachmittag. Zurück an Bord sind die Streicharbeiten fertig. Wir haben die Klappen und den hinteren Decksbereich in Grau machen lassen und alles andere in Weiß, es sieht wirklich gut aus. Jetzt müssen die nächsten Tagen noch alle Durchlässe mit einem speziellen Silikon abgedichtet werden und alles wieder angeschraubt werden. Nach einem langen Starkregen am Abend sind die Bilgen wieder voll, was soll das denn? Wir haben die Stelle relativ schnell lokalisiert, es tropft vom Schlauch, der das Wasser in die Tanks leitet. Am nächsten Morgen wird der Durchlass neu abgedichtet und tatsächlich ist nach der nächsten Nacht mit Dauerregen am Morgen immer noch alles trocken im Boot, geht doch !!

Die anderen Arbeiten sind auch abgeschlossen. Wir haben am Navitisch die Holzverkleidung neu machen lassen. Die Anbindung des Großbaums an den Mast wurde mit Hülsen und Scheiben verstärkt. Der Schlitten des Spibaums, der uns vor einem Jahr in Puerto Rico abgerissen ist, wurde repariert und endlich hängt der Spibaum wieder am Mast und nervt nicht mehr an Deck. Dann wurde noch der Dieseltank gereinigt. Das sollte alle paar Jahre gemacht werden, um sich keine berüchtigte Dieselpest einzufangen, die den Motor von jetzt auf gleich stoppt. Laut Erwin hat es sich gelohnt. Die Elektrik läuft auch einwandfrei, das Tiefkühlgerät ist direkt an die Bordelektrik angeschlossen und dann machen wir den Motor an. Ein lauter Alarm schallt durch das Boot. Der Elektriker rückt noch mal an und findet den Fehler relativ schnell.

Wir machen auf unserer Todo Liste weiter und testen den Anker, der wegen der schwachen Batterie in letzter Zeit etwas zickig war. Funktioniert wieder einwandfrei, nur leider bleibt dem Skipper der linke Zeigefinger zwischen Kette und Winsch hängen, was eine fette Quetschung verursacht. Ziemlich dämlich, erstens hat der Finger an der Stelle nichts verloren und zweitens wurde der falsche Knopf gedrückt. Zum Glück haben wir für die erste Versorgung eine Krankenschwester an Bord. Das kann so nicht bleiben und wir fahren nach Rio Dulce zu Dr. Barrios, einem Chirurgen, den John uns empfohlen hat. Der Finger wird auf beiden Seiten mit je zwei Stichen genäht und der Skipper muss die handwerklichen Tätigkeiten erstmal etwas zurückstellen.

Am Wochenende ist es wieder sonnig und die Arbeiten auf Deck werden abgeschlossen. Alles ist wieder angeschraubt, wir können das Boot putzen, die Seile werden wieder an die alte Stelle verlegt, wir holen die Segel testmässig mal raus und wieder rein und montieren die Windfahne. Sieht alles gut aus und wir sind echt zufrieden.

Wir werden Anfang nächster Woche weiterfahren und einige Inseln vor Honduras besuchen. Das wird ein etwas anstrengender Törn, da wir gegen die vorherrschende Windrichtung nach Osten müssen. Wir werden also etwas kreuzen oder motoren, wenn der Wind nachlässt.

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