
Überführung Teil 1 bis Gibraltar
Nachdem wir den Kauf abgewickelt haben, geht es am 20. Juni 2021, diesmal zu dritt mit Niklas, wieder nach Mallorca um Auryn abzuholen. Der Plan ist innerhalb der nächsten 2 Wochen bis Gibraltar zu fahren und das Boot dort für 6 Wochen in der Marina Alcaidesa zu parken.
Anschließend haben wir noch mal 2 Wochen Urlaub und wollen Auryn dann bis Lagos bringen. Von dort haben wir eine Crew engagiert, die Auryn bis zur Nordsee nach Holland bringen soll aber dazu später mehr.
Wir haben beide über 10 Jahre Segelerfahrung und fühlen uns schon in der Lage das Boot über die insgesamt 520sm (960km) nach Gibraltar zu bringen. Auf der anderen Seite haben wir so eine große Distanz am Stück noch nicht zurückgelegt und auch ein paar geplante Nachtfahrten sind zum ersten Mal dabei.
Mit viel Respekt und großer Freude geht es los und wir steuern von Port de Pollenca die Westküste runter bis Port de Soller. Die Wettervorhersage hatte allerdings nur zu 50% recht. Korrekt war die Windrichtung nämlich die ganze Zeit von vorne. Nicht korrekt war die Windstärke nämlich gute Stärke 6 anstelle von Stärke 4 mit entsprechender Welle von vorne. Toller Start… ein wenig zermürbend auf die Dauer. Schön war die Fahrt um das Kap Formentor herum.





Weiter geht es die Westküste runter und wir sind zum ersten Mal ein Stück gesegelt, ist ja schließlich ein Segelboot. Wenn auch die Windbedingungen immer noch nicht optimal sind und viel gekreuzt wurde. Am Abend machen wir einen Ankerstop in der Buche von St. Elmo.
Da der Wind für die Nacht vielversprechend ist geht es nach dem Abendessen los Richtung Formentera durch die Nacht. Rechts ging die Sonne unter und links der Mond auf, sehr romantisch und entspannt. Jeder konnte ein paar Stunden schlafen, so dass wir gut durch die Nacht und über den Tag kamen. Gegen Mittag waren wir auf Formentera und haben uns an eine Boje in der Nähe des Ortes La Savina gehängt.




Schade, dass wir hier nicht mehr Zeit haben um Formentera besser kennenzulernen. Es soll einige schönerer Orte und Gegenden zu bieten haben als diesen Eingangsort für die Insel. Es geht am nächsten Tag schon weiter nach Cartagena.
Unsere längste Tour bisher mit Auryn von Formentera bis Cartagena. Es sind 140sm für die wir gute 28h gebraucht haben. Dieses Mal fing es windtechnisch perfekt an und wir konnten mit reduzierten Segeln fast 1/3 der Strecke flott hinter uns bringen. Dann wurde es etwas zäher, irgendwann in der Nacht schlief der Wind komplett ein und die eiserne Genua musste für einige Stunden ran. Gegen Ende konnten wir noch mal Segel setzen und den Törn gemütlich zu Ende bringen. Cartagena ist eine sehr alte Stadt in der wir ein paar Stunden rumgeschlendert sind, nett gegessen haben aber danach doch ziemlich kaputt ins Bett gefallen sind.





Da wir eher auf einem Überführungstörn als auf einer Urlaubssegelreise sind, mussten wir am nächsten Tag schon wieder weiter in Richtung Gibraltar. Das war jetzt unser längster Trip auf dieser Reise obwohl es gar nicht so geplant war, 155sm in 30h. Weil der Wind einen Tag später umschwenken soll und voll aus West kommt sind wir an Almeria vorbeigezogen und wollten möglichst weit Richtung Malaga kommen. Die ersten 10h hatten wir phantastisches Segelwetter und mussten erst in der Nacht den Motor anmachen. Danach wechselte es hin und her und wir hatten mit Segel rauf und runter gut zu tun. Was soll man auch sonst machen außer zu lesen. Ein Highlight waren einige Delphinschulen die uns immer wieder begleitet haben und um das Boot geschwommen sind.
Und so sind wir in Motril gelandet, in einem kleinem Club Nautico. Viel los ist hier nicht aber wenigstens können wir mal 2 Tage pausieren und Urlaub machen. Außerdem gibt es einen Pool.





Nach entspannten Tagen ist der Wind wieder wohlgesonnen und wir können weiter nach Westen. Leider mussten wir wieder an unserem Ziel vorbeifahren, statt Malaga sind wir etwas weiter gelandet aus einem einfachen Grund. Beide Marinas in Malaga waren voll und wir haben nicht rechtzeitig reserviert. Also sind wir etwas südlich in Benalmadena angekommen. Hier geht Niklas von Bord weil er nicht länger Urlaub bekommen hat. Der Ort war extrem touriemäßig also nicht so unser Dingen. Aber die Marina war in Ordnung und stadtnah.


MARBELLA, die Stadt der Reichen und der Schönen. Nach einem wunderbaren Segeltag, endlich ohne meterhohen Wellengang dafür wieder mit Delfinbesuch, sind wir am frühen Nachmittag hier in der Marina angelandet.
Der Spaziergang in die Stadt führt uns erstmal über die gediegene Strandpromenade mitten durch den schicken Jetset. Eine Schönheitsklinik reiht sich an die andere. Wenn man sich hier aber so umschaut, scheinen die meisten Leute eher dem Gruselkabinett zu entspringen. Die Altstadt ist erstaunlich sehenswert. Viele Gässchen mit netten kleinen Boutiquen und Restaurants lassen uns lange umherschlendern (und natürlich ein paar Schuhe kaufen). Für einen Tag war das echt OK sich das das mal anzuschauen aber das soll dann auch reichen.





Nach einem eher ereignislosen Trip ausschließlich unter Motor um Gibraltar herum sind wir nun an unserem Zwischenziel in der Marina Alceidesa angekommen.
Die Anfahrt war aber schon beeindruckend. Der Affenfelsen von Gibraltar schälte sich nach einiger Zeit aus der Entfernung aus dem Nebel hervor und wurde immer größer. Zu guter Letzt fuhren wir einmal drum herum in die riesige Bucht hinein. Gibraltar ist für die Supertanker dieser Welt ein beliebter Tankstopp in beide Richtungen. Und so mussten wir gut aufpassen, dass wir sicher um die dicken Pötte herumkamen. Die Marina liegt nicht in Gibraltar sondern in La Linea der ersten spanischen Stadt direkt hinter der Grenze. Unser Boot liegt mit super Aussicht quasi direkt unter dem Felsen. Die Überfahrt hierher super geklappt, wir sind von dem Boot begeistert.
Jetzt bleiben wir noch 2 Tage und werden die Affen auf dem Felsen und das Städtchen Gibralter anschauen.





