Nachdem wir in Greena angekommen sind möchten wir mal einen kleinen Überblick über unseren Bordalltag geben, dem wir seit einem Monat nachgehen.

Vorher aber noch einen kleinen Abriss der letzten beiden Etappen die uns hierhin geführt haben. Es geht von Korsør morgens los Richtung Insel Samsø. Der Wind verspricht gut zu werden und er übertrifft sich sogar. Die ganze Zeit 4-5 Bft mal halb von der Seite mal raumer Wind schräg von hinten. Der Vorteil ist, man spürt den Wind weniger weil der Fahrtwind davon etwas wegnimmt, und trotzdem verringert sich die Geschwindigkeit nicht. Wir segeln unter der beeindruckenden Großen Belt Brücke hindurch und fahren die ganze Zeit 6-7 Knoten. Da wir so schnell sind, suchen wir einen Ankerplatz noch ein Stückchen nördlicher als ursprünglicher geplant vor dem Ort Langør. Die Bucht ist zum Ankern ganz nett aber in dem Ort ist der Hund begraben, kein Mensch auf der Straße. Wir machen einen kleinen Spaziergang durch die grüne Umgebung.

Der nächste Tag ist etwas anstrengender. Wie auch am Tag davor sind es über 40sm die wir segeln, aber heute kommt das mehr wegen diverser Wenden und Kreuzschlägen die wir machen müssen (siehe Trackverlauf unter Standort / Route). Die direkte Route wäre nur 30sm lang gewesen. Da der Wind etwas zu weit von vorne kommt, ging es nicht anders als immer wieder nach Rechts ein Stück auszuweichen um dann einen direkteren Winkel zum Ziel fahren zu können. Am Ende kommen wir aber gut in Grenaa an und sind froh noch einen schönen Platz im Hafen zu bekommen.

Der Ort Greena ist nicht besonders, es gibt eine kleine Einkaufszone mit vielen kleinen Läden und ein paar Cafés. Schön ist die südliche Hafenumgebung wo es nette Strände gibt die aber noch nicht belebt sind. Überhaupt geht hier die Saison gerade erst los. Die Boote kommen ist Wasser, die Eigner schrauben an ihrem Mast herum und setzen die Segel. Aber es haben noch lange nicht alle Restaurants oder Eisläden auf obwohl das Wetter super ist (17° und den ganzen Tag Sonne). Wir können endlich mal wieder Abends im Cockpit sitzen und hören den Pianoman wie er nur für uns sein Lied spielt.

Da wir von hier den Absprung zur Insel Anholt machen möchten, brauchen wir entsprechenden Wind den es gerade nicht gibt. Also nutzen wir die Zeit um uns intensiver unserem Bordalltag zu widmen.

Meistens macht der Skipper das Frühstück und versucht die Bude mit unserer Dieselheizung warm zu bekommen. Glücklicherweise ist das in den letzten Tagen kaum noch nötig gewesen. Die Skipperin ist dafür für das Abendessen zuständig. Mahlzeiten zwischendurch werden je nachdem aufgeteilt. Nach dem Frühstück wird dann der Tag gemeinsam geplant. Es wird z.B. besprochen ob was eingekauft oder repariert werden muss, oder was es an Sehenswertem in der Gegend gibt. Hier in Greena wird mal wieder Wäsche gewaschen. Die Marinas sind da meistens gut ausgestattet. Dann wird noch das Boot geputzt, solche Aufgaben teilen wir uns in der Regel. Ansonsten ist bei uns ist die grundsätzliche Aufgabenverteilung relativ klassisch. Die Versorgung und Logistik macht hauptsächlich die Skipperin. Außerdem ist sie für alles schöne und wichtige an Bord bzgl. Ausstattung zuständig. Der Skipper ist für die Technik an Bord und für die Versorgung und Überwachung der Bestände von Gas, Diesel und Wasser zuständig. Außerdem macht er die Routenplanung, Navigation und kümmert sich um Wind und Wetter. Wenn wir am nächsten Tag eine Etappe fahren, besprechen wir die Situation bzgl. Wind und Wetter, Dauer und andere Besonderheiten am Abend vorher.

Wenn wir morgens eine Etappe vor uns haben fällt das Frühstück natürlich kürzer aus und wir bereiten alles für die Fahrt vor. Das heißt alles muss verstaut werden, je nachdem wird etwas zu essen vorbereitet, Seeventile schließen und natürlich ein letztes Mal das Wetter und die Route checken. Kurzer Blick in den Motorraum um Ölstand, Kühlwasser und andere Auffälligkeiten zu prüfen. Dann noch die dicken Offshore Klamotten anziehen und das Ablegemanöver besprechen. Für die Standardmanöver unterwegs wie Segel setzen oder Wende/Halse fahren hat jeder seine festen Aufgaben und das klappt sehr gut.

Morgen wird es wenig Wind geben. Trotzdem wollen wir nach Anholt fahren, da die Tage danach noch ungünstiger werden.

3 Antworten zu “Bordalltag in Grenaa”

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