Wir sind auf einer sehr interessanten Insel mitten im Kattegat gelandet, Anholt. Diese Insel ist über 22km2 groß und hat keine 150 Einwohner. Wenn man den Hafen weglässt, gibt es eigentlich nur einen Ort in der Mitte der Insel. Anholt ist weiter vom Festland entfernt, als jede andere dänische Insel und hat mit die meisten Sonnenstunden in ganz Dänemark. Für die meisten Segler die weiter hoch nach Schweden und Norwegen möchten ist Anholt das typische Sprungbrett dorthin. In den Sommermonaten ist hier sehr viel Trubel, vor allem am Hafen mit den weißen Sandstränden drum herum. Grund genug also auch für uns hier her zu kommen.

Die Anfahrt von Grenaa aus war sehr gemütlich. Etwas Wind, so dass es sich gut und langsam segeln lässt und kaum Welle. Das einzige worauf wir achten mussten war ein riesiger vorgelagerter Offshore Park der aus 111 Windrädern besteht und 4% der dänischen Stromversorgung herstellt. Wir haben den Park elegant umkurvt und waren bereits am Nachmittag dort. Eigentlich wollten wir vor dem Hafen die erste Nacht ankern, aber wegen auflandigem Wind und zu unruhiger See in dem Bereich sind wir doch lieber direkt in den Hafen gefahren. Kaum was los hier. Es sind nur eine Handvoll Segelboote im Hafen und außer dem Supermarkt ist alles andere geschlossen. Die Saison beginnt auch hier erst im Juni.

Viel machen kann man bei den noch kühlen Temperaturen hier nicht, aber wandern lässt es sich wunderbar. Es gibt unterschiedliche Wege die über einige Hügel führen, durch dichte Wälder und weite Ebenen bis man den Hauptort erreicht. Dieser Hauptort trägt natürlich auch den Namen Anholt und hat neben den paar Häusern einen geöffneten Supermarkt und einige kleine Hotels und Cafés, die aber alle noch geschlossen waren. Für wen sollten die auch öffnen, außer uns scheint kaum ein Tourist sich bisher hierhin verirrt zu haben. Wir haben auch noch eine kleine Kirche entdeckt und wurden von dem ein oder anderen Bewohner freundlich angesprochen wo wir herkommen. Da es kaum Autoverkehr gibt, sind die Straßen in dem Ort nicht mal asphaltiert. Wir lassen uns durch die Gegend über die Hügel zwischen dem Hafen und dem Ort treiben und fühlen uns sehr entspannt.

Morgen früh verlassen wir Dänemark und segeln weiter nach Schweden. Dort gibt es die westschwedischen Schären die sich bis nach Norwegen hochziehen und ein tolles Segelrevier sein sollen.

Kurzes Fazit: Dänemark in der Vorsaison ist wahrscheinlich komplett anders als in der Hauptsaison im Sommer. Zum einen war meistens nicht viel los, und das Leben auf den Straßen wird bei höheren Temperaturen sicherlich deutlich lustiger sein. Auf der anderen Seite konnten wir die Ruhe auch genießen und hatten nie ein Problem mit Ankerplätzen oder einen freien Hafenplatz zu ergattern. Wie hier und da angemerkt war es oft ein bisschen zu kalt und feucht, aber das hat sich inzwischen ja geändert. Vielleicht kommen wir irgendwann mal wieder.

3 Antworten zu “Anholt”

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