Blindleia, was für ein komischer Name. Ich kam neulich beim Lesen eines Artikels über die südlichen Minifjorde auf diese Gegend. Es handelt sich um einen etwa 10km langen Sund der sich inländisch von Lillesand nach Westen verzweigt. Der Autor beschrieb es als das Highlight, was er mit seinem Segelboot an der Südküste gesehen hat. Das einzige Thema ist eine Brücke am Eingang die eine Höhe von 19m hat. Kein Problem für uns, wir haben 17,30m zumindest laut Exposee. Kurze Rückfrage beim Vorbesitzer Haui ob die Höhe denn auch stimmen würde. Er meinte er ist auch schon mal unter einer 19m Brücke durchgefahren, sollte also klappen.

Wir fahren also gemütlich nach dem Frühstück los und kommen schon bald zu der Brücke die wir ein wenig aufgeregt im langsamen Schritttempo passieren. Es hat geklappt, wir kamen ohne Berührung durch.

Es war nicht viel los, einzig ein paar von den kleinen Schnellbooten überholten uns ab und zu mal, ansonsten war es friedlich. Der Sund war an einigen Engstellen nur wenige Meter schmal und ansonsten deutlich breiter. Am Rand tauchten immer wieder die netten roten oder weißen Holzhäuser auf. Man sieht mal wieder, Norwegen ist ein Land des Wohlstandes. Alle Häuser waren eigentlich eher Villen auf prächtigen Anwesen, und hatten ihre Terrassen und riesige Fenster mit Blick auf das Wasser. Dazu in der Regel noch einen eigenen Bootssteg mit hochmotorisiertem Gefährt. Es war wunderschön mit unserem weniger hochmotorisiertem Gefährt gemütlich durch den Sund zu fahren. Und auch das Wetter hat wie immer in den letzten Wochen mitgespielt. Im Gegensatz zu den schwedischen Schären ist es hier deutlich bewaldeter und grüner. Wir waren nach einer guten Stunde am Ende des Sundes an einem Ankerplatz der dort laut Seekarte verzeichnet war, angekommen. Ne, hier ist es über 15m tief und auf beiden Seiten war ein Schild Ankern verboten. OK nicht schlimm wir haben Zeit. Also ein Blick in die Navily App (sehr gutes Programm für Ankerplätze) und nur einen km entfernt ist ein anderer Platz. Wir mussten in einen Seitenarm fahren und dort war ein kleiner Naturhafen der uns direkt sympathisch war. Der Anker fällt auf 10m und hält. Bingo, traumhafter Platz, rundherum vor Wind und Welle geschützt und sonst kein Mensch weit und breit. Wir machen das Beiboot fertig, und suchen uns einen Steg an Land wo wir festmachen können, um etwas über eine der Inseln zu laufen. Den Nachmittag verbringen wir gemütlich an Bord mit Essen, Haare schneiden und etwas um das Boot schwimmen. Die Skipperin hat ein paar Quallen neben dem Boot entdeckt, weshalb das Schwimmen für sie ausgefallen ist.

Bei so einer Location muss natürlich auch noch mal die Drohne steigen.

Morgen fahren wir weiter nach Mandal wo wir das Wochenende verbringen möchten.

2 Antworten zu “Blindleia”

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