Wir kommen auf dem Weg um die norwegische Südküste gut voran. Als nächstes steht für das Wochenende die südlichste Stadt Norwegens namens Mandal auf dem Programm. Der Törn ist mit über 40sm einer der Längeren, und lässt sich bis auf das Ein- und Ausfahren in die Häfen ausschließlich segeln. Mandal präsentiert sich etwas moderner als die letzten Städtchen und hat diverse Kultureinrichtungen, relativ moderne Bauten und vor allem in der Hafengegend die typisch norwegischen schicken Appartmenthäuser. Wir nutzen den Sonntag um mal wieder Wäsche zu waschen, da das Waschhäuschen nur 20 Meter neben unserem Liegeplatz ist. Dann gibt es noch einen schönen Spaziergang um die Stadt herum, die erstaunlich viele Strände und Bademöglichkeiten mit Spaßbädern neben den vielen kleinen Häfen hat. Der 800m lange Strand direkt westlich der Innenstadt ist einer der längsten und schönsten des Landes. Bei den tollen Möglichkeiten hier ist es wirklich schade, dass die Saison im Prinzip keine 3 Monate lang ist, und ansonsten den Rest des Jahres alles brach liegt.

Nun steht die Umfahrung des Kap Lindesnes an. Dieses Kap trennt das Skagerrak von der Nordsee und sollte nur bei halbwegs guten Bedingungen umfahren werden. Schon die alten Wikinger hatten ihre Probleme und haben damals einen kleinen Kanal in den Schären gebaut, der die Umfahrung vermieden hat. Nun ganz so wild war es bei uns nicht. Die Bedingungen waren mit 3-4 Bft. in Ordnung und die Wellen auch nicht höher als sonst in der Nordsee. Am Abend kamen wir in Falsund an und haben neben der Stadt an einem Kai festgemacht. Dann noch schnell gegessen und einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Auch nett hier mit vielen alten großen Holzschiffen im Hafen. Was irgendwie fehlt ist ein kompaktes Zentrum. Auffallend sind aber die Berge und die Fjorde um die Stadt herum, die scheinen Richtung Westen deutlich größer und imposanter zu werden. Ansonsten sehen wir nicht viele Gründe hier noch länger zu bleiben, daher geht es morgen weiter.

Ab spätestens Freitag dreht der Wind von Südost auf Nordwest. Für uns die Richtung Nordwest fahren, war die letzte Woche super, weil wir meistens gut segeln konnten und auch wenig flauten oder „falsche“ Windrichtungen hatten. Das wird sich ändern, daher müssen wir schauen, dass wir noch oben um das Kap bei Stavanger rechts rum ins Landesinnere zu den Fjorden kommen. Ansonsten hängen wir nämlich fest. Besonders Samstag bis Montag wird es an der Küste stürmisch und da treiben wir uns lieber entspannt in den Fjorden rum.

Der nächste Segeltag von Farsund nach Norden war zum vergessen. Entgegen der Vorhersage war fast überhaupt kein Wind da, und es kam ein ordentlicher Schwell von links der uns permanent durchgeschüttelt hat. Wir haben relativ schnell aufgegeben und überlegt welchen Hafen wir als nächstes anlaufen können. Es bot sich der kleine Ort Kirkehamn auf der Insel Hidra an, und dort konnten wir schon am Mittag am Steg eines Restaurants anlegen. Was soll man sagen, das war ein echter Glücksfall hier gelandet zu sein. Zwar hat es sich mit dem tollen Wetter der letzten Wochen erstmal erledigt, und wir hatten den ganzen Nachmittag Nieselregen. Aber ansonsten ist das ein toller Fleck Erde. Wir sind um den Ort herum auf einen Berg gewandert und hatten großartigen Ausblicke. Das Grün ist hier deutlich saftiger als in den Scheren weiter im Osten. Die Deutschen haben während der Besatzung im 2. Weltkrieg diese Insel anscheinend zum strategisch wichtigen Stützpunkt erklärt, und überall waren noch Überreste der Bunker und Häuser zu sehen. Auf vielen Schildern waren Erklärungen wie das abgelaufen ist, und vor allem was das für eine Katastrophe für die Inselbewohner war.

Morgen verspricht ein deutlich besserer Segeltag zu werden, und wir werden uns früh aufmachen, um so weit wie möglich nach Norden zu kommen. Der Wecker ist schon auf die unchristliche Zeit 04.00 Uhr gestellt.

Eine Antwort zu “Rund um Kap Lindesnes”

  1. Hallo, ihr Lieben, habt ihr meinen letzten Kommentar bekommen? Bin mir nicht sicher, ob er gesendet wird. LG Barbara🤩

Hinterlasse eine Antwort zu Barbara Wulf Antwort abbrechen