Wir legen gemütlich nach dem Frühstück um 10 Uhr aus unserem Päckchen in Lerwick ab und haben 40sm vor uns. Zum ersten Mal geht es direkt nach Süden, und das wird mehr oder weniger nun bis zum Ende des Jahres auch so bleiben. Das Ziel ist die geheimnisvolle Insel Fair Isle, die ziemlich abgelegen in der Nordsee zwischen Shetland und den Orkneys liegt. Wir dümpeln relativ gemütlich mit 3-4 kn hinunter, müssen aber zwischendurch mangels Wind auch mal den Motor anwerfen. Am Ende brauchen wir 12h und kommen um 22.00 in den Hafen hinein. Von weitem können wir schon das Mittsommerfest sehen was am Strand läuft. Ein großes Feuer und jede Menge Leute. Wahrscheinlich sind alle Einwohner der Insel dort. Wir können an der Seite an einem alten Pier festmachen, und werden direkt von ein paar lustigen Leuten angesprochen doch vorbeizukommen. Das lassen wir uns nicht entgehen und gehen mit einer Dose Bier in der Hand rüber, und lernen ein paar ausgesprochen nette Insulaner kennen. Also, die Insel hat aktuell 52 Einwohner die fast alle auf der Südseite wohnen. Ein Zentrum oder so gibt es nicht, aber einen Lebensmittelladen der 4 Mal in der Woche aufhat. Da ist zum Beispiel Eileen die uns viel über die Jobs auf der Insel erzählt, oder wie Kinder aufwachsen. Dann lernen wir noch Tipps von einem schottischen Segler. Er empfiehlt vom Süden von Irland direkt runter nach Frankreich zu fahren. Dann braucht ihr nicht in England zu stoppen.

Das Wetter ist super für die hiesigen Verhältnisse, es ist den ganzen Tag sonnig und 14°. Und so marschieren wir direkt nach dem Frühstück los und gehen die Küste hinauf. Wie auch auf den Shetlands gibt es keine Bäume, aber dafür noch schönere und spektakulärere Klippen, mit Wiesen die direkt an den Abgrund reichen und überall Schafe. In den Felsen sieht man tausende von Seevögeln. Am faszinierendsten sind die Papageitaucher, die kein Problem haben wenn man sich auf ein paar Meter vorsichtig nähert. Im Süden kommen wir an einem alten Leuchtturm raus, der ein paar Häuser um sich herum hat, wo auch noch die Wärter mit ihren Familien wohnen. Zurück geht es an ein paar Häusern vorbei. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu Norwegen das schöner Wohnen Prinzip hier nicht so zählt. Es ist alles etwas einfacher gehalten und die Häuser müssen auch nicht jedes Jahr gestrichen oder neu verkleidet werden. Die Insel ist grandios. So eine Landschaft haben wir noch nie gesehen, und die paar Segelboote sind anscheinend die einzigen Touristen die hier hin kommen. Am Abend liegen wir mit 3 anderen Booten im Päckchen und schauen das Schweiz Spiel am Computer.

Wir bleiben noch einen Tag länger und machen wieder eine Wanderung, diesmal auf der anderen Seite der Insel. Wieder das gleiche Bild mit steilen Klippen und Vögeln ohne Ende. Am Nachmittag treffen wir auf dem Nachbarboot noch 2 andere Segler zu Kaffee und Kuchen und klönen über Bootstechnik und Reisen (siehe SY Hullu Poro – Boating & Biking Adventures).

Dieser Ort ist etwas sehr besonderes, aber da Wind und Wetter für Morgen gut aussehen müssen wir weiter. Es geht auf die Orkneys nach Kirkwall, das ist eine Inselgruppe nördlich vom schottischen Festland. Die Strecke ist ca. 55sm lang und wir hoffen es in 12h zu schaffen.

4 Antworten zu “Fair Isle”

  1. Das ist ein toller Bericht mit fantastischen Fotos einer noch tolleren Landschaft.

    Natascha und Jan, ich verfolge mit großem Interesse eure laufenden Berichte, bin begeistert und bewundere euren Mut, diese Reise zu wagen.

    Ich wünsche euch noch viele Seemeilen lang Wind, Sonne und tolle Erlebnisse.

    Annelie

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  2. Vielen Dank für euren Bericht. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Alles Gute noch weiterhin!

    Horst

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