Wir fahren weiter in die südliche Richtung und möchten als nächstes nach Inverness. Da es bis dorthin 110sm sind, bräuchten wir Wind für fast 24h aus akzeptablen Richtungen. Das ist überhaupt nicht in Sicht, daher fahren wir auf den ersten Ort auf dem schottischen Festland nach Wick auf etwas halber Strecke. Die Fahrt klappt gut und dauert etwa 9h. Interessant sind die Strömungen zwischen den Inseln der Orkneys, die uns immer wieder gut zur Seite ziehen. Als wir das offene Meer erreicht haben läuft es aber gut. Der Ort Wick ist nichts besonderes, die Innenstadt ist etwas düster und um den Hafen herum ist die Offshore-Windpark Industrie der größte Arbeitgeber. Nach einem ausgiebigen Putzvormittag an Bord, machen wir am Nachmittag einen Erkundungsgang die Küste hinauf. Diese ist genau so wild wie schon weiter nördlich in Schottland aber trotzdem wechselt die Vegetation, und es gibt mehr Bäume und Sträucher, dafür aber weniger Vögel.

Nach dem Tag in Wick haben wir wieder ein vielversprechendes Wetterfenster für die Fahrt nach Inverness. Es sind mindestens 13h aber im Endeffekt brauchen wir über 15h. Die Bedingungen wechseln ständig von zu starkem Wind dann wieder überhaupt kein Wind und wieder zu starker. Ich kann mich nicht erinnern, so oft ein- und ausgerefft zu haben. Wir entscheiden 18sm vor Inverness wegen einbrechender Dunkelheit abzubrechen und steuern eine Ankerbucht in einem Seitenarm an. Die Fahrt dort hinein ist allerdings grandios, weil uns bestimmt 20 Minuten mehrere Delfine begleiten, und immer wieder rechts und links vom Boot auftauchen. Die Ankerbucht hat auch Mooringbojen ausliegen, die wir dankbar annehmen. Nach einer recht kurzen mehrmals unterbrochenen Nacht wegen zu viel Geschunkel, geht es Morgens weiter die letzten 18sm nach Inverness. Diese müssen komplett motort werden, und der Gegenwind nimmt immer mehr zu, so dass wir zwischendurch kaum von der Stelle kommen. Ziemlich angenervt kommen wir nach 5h Gegenwelle an der Schleuse in den Kaledonischen Kanal an. Der Anruf über Funk klappt problemlos, und beim Schleusen wird uns mit den Seilen von außen geholfen. Kann man aber auch erwarten für die schlappen 358 Pfund, die die Passage kostet. Wir meistern die ersten beiden Schleusen souverän, und kommen in der Sea Port Marina an, die im Preis inklusive ist.

Wir nutzen das schöne Wetter (ca. 3h maximal) und gehen noch etwas in die Stadt. Wir kennen Inverness noch von unserem letzten Schottlandbesuch, aber das ist bereits 8 Jahre her. Inverness ist die Hauptstadt der Highlands und sehr belebt und touristisch. Wir haben auf unserem Weg in die Stadt mindestens 20 Bed & Breakfast gesehen. Trotzdem reicht ein Tag für die Stadt aus, da sie für die meisten Leute eher ein Sprungbrett in die Highlands ist, wie auch für uns. Da wir beide von den letzten langen Fahrten etwas kaputt sind, gönnen wir uns in einem Restaurant mal eine Pizza zum Ausklang des langen Tages.

Wir entdecken auf dem Rückweg eine neue Sportart die in der Schleusenkammer gespielt wird, eine Art Kanuball. Der Ball wird mit der Hand gespielt und darf aber nur mit einem Paddel angenommen werden. Die Tore sind in 2m Höhe aufgehängt. (Sorry für die schlechte Qualität, da muss ich noch dran arbeiten)

Die nächste Woche werden wir im Kanal verbringen und einmal durch Schottland bis zur atlantischen Seite fahren.

3 Antworten zu “Über Wick nach Inverness”

  1. Es macht mir großen Spaß euren Block zu lesen und möchte euch ermutigen weiter zu machen. Es ist ja nicht nur dass man euch folgt, sondern man lernt auch Gegenden kennen, in denen man selbst noch nie war. Lg Stephan

  2. Hallo!, Ihr Beiden, jetzt muss eure alte Tante auch noch ihrer Begeisterung Ausdruck verleihen. Ihr macht da einen ganz tollen Job. Wir lesen alles mit großer Freude, weil wir ja oft in England waren. Falls Ihr durch die irische See wollt, seht Ihr die schönere Küste Englands

    !!! Viel Glück, Willi u. Ellinor

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