
Lebhafte Tage in Padstow
Wir erleben auf der Fahrt nach Padstow durch die Nacht eine Premiere, wir müssen bremsen und versuchen nicht möglichst zügig zu segeln. Der Skipper flucht, weil wir es einfach nicht schaffen unter 5 Kn Geschwindigkeit zu kommen da perfekter Wind und Strömung mit uns sind. Der Plan ist, wenn es hell wird gegen 5.30 an der langen Bucht nach Padstow anzukommen, und durch die betonnte Fahrrinne gegen 6.00 zum Hochwasser in den Hafen einzulaufen. Fast alle Segel werden runter genommen aber trotzdem kommen wir schon um 4.30 im stockdunkeln an der Küste vor Cornwall an. Das Tor zum Hafen hat schon offen, aber wir trauen uns nicht bei der Dunkelheit der Küste zu nahe zu kommen. Also Motor an und etwas durch die Gegend getuckert bis es langsam hell wird. Wir nähern uns den rot und grün blinkenden Fahrwassertonnen an, und können nun den Hafen anlaufen. Kurzer Anruf über Funk und wir bekommen freundlich einen Platz an der Hafenmauer zugewiesen. Kurz aufgeräumt, ein weiteres Boot an unserem im Packet festmachen geholfen und dann erstmal ein paar Stunden aufs Ohr gelegt.
Beim Aufwachen wundern wir uns über den Lärm draußen und staunen was hier los ist. Um den gesamten Hafen herum strömen die Massen, Verkäufer stehen am Pier und die Kinder angeln an der Mauer nach Krebsen. Das Städtchen Pedstow ist einer der touristischen Hotspots in Cornwall, und da auch hier Sommerferien sind, ist es nun mal voll. Im Ortskern sind viele kleine, alte pittoreske Häuser und enge Gassen. Überall sind Eisläden, Kneipen, Fish & Chips Buden und Restaurants. Dazwischen gibt es immer wieder ein paar Boutiquen und Souvenirläden. Wir schlendern durch den Ort und genießen nach den letzten Tagen der Einsamkeit den Trouble sogar ein wenig. Interessant ist die Schleusenanlage, die das Wasser im Hafen immer auf einem gewissen Niveau hält. Ohne die würde der Hafen komplett trocken fallen, und schützt außerdem den Ort vor Sturmfluten. Solche Ereignisse gab es immer wieder, und daher wurde das Schleusentor in den 80er Jahren gebaut.






Da für die nächsten Tage aus windtechnischen Gründen keine Chance besteht weiter zu kommen, richten wir uns etwas gemütlicher ein und fangen mal an die Todo Liste abzuarbeiten. Da ist zum Beispiel ein Riss in unserem Verdeck dem sogenannten Bimini. Wie praktisch doch die neulich erstandene Nähmaschine ist. Dann gibt es seit geraumer Zeit immer wieder Probleme mit unserem Automatischen Identifikationssystem. Die meisten Segelboote haben das an Bord und die Berufsschifffahrt sowieso. Damit sieht man sehr komfortabel auf dem Plotter wer sonst noch in der Nähe ist, wo er lang fährt und ob es ein Kollisionsrisiko gibt. Bei uns ist es so, dass wir alle anderen gut sehen aber selber nur in unregelmäßigen Abständen gesehen werden. Gerade bei Nachtfahrten gibt einem das ein zusätzliches Maß an Sicherheit. Bernd gab mir vor einiger Zeit den Tipp, es mal mit einer Notantenne zu versuchen die anstelle der großen Antenne auf dem Mast angeschlossen wird. Unser netter Nachbar hat zufällig eine an Bord die er uns leiht. Und was soll man sagen, es scheint zu funktionieren, das System gibt keinen Fehler aus. Ich bestelle so eine Antenne bei einem Marine Online Shop die versprechen, dass diese im Laufe der Woche kommen wird. Damit können wir bei der nächsten Fahrt das AIS über einige Stunden testen. Wenn es klappt brauchen wir ein neues Antennenkabel im Mast.


Die Umgebung von Padstow ist auch toll. Wir laufen den Küstenweg, der 12km die Küste raufgeht und durch Wiesen und Felder wieder zurück in den Ort führt. Grandios vor allem weil man bei Ebbe die ganzen Strände und offenen Flächen so gut sieht.






Die Weiterfahrt am Sonntag ist im Moment noch sehr ungewiss, weil es nur einen kurzes Wetterfenster gibt und ab nächster Woche ein paar Sturmtiefs durchziehen. Wir wollten eigentlich auf die Scilly Islands aber so wie es zur Zeit aussieht möchte man dort dann lieber nicht sein. Noch bleiben wir entspannt und genießen die nächsten Tage. Update folgt…..