
Karibisches Flair auf den Scilly Islands
Scillys ja oder Scillys nein, im Laufe der Woche ändern wir mehrmals unsere Meinung ob wir dort hinüberfahren sollen oder nicht. Zum einen ist es ein Traumziel für Segler, aber nächste Woche ziehe einige Tiefs durch, die es zweifelhaft erscheinen lassen ob man dann dort sein möchte. Die Alternative wäre direkt um Lands End herumzufahren, im Süden von Cornwall anzulaufen und dann runter nach Frankreich weiter. Fakt ist, Sonntag ist der einzige Tag bis Ende nächster Woche, an dem der Wind es erlaubt nach Südwesten weiterzukommen, und das müssen wir nutzen. Und da es bei dem Wind nicht funktionieren würde um Lands End herumzukommen, geht es doch auf die Scillys. Inzwischen sind die Starkwindereignisse nächste Woche auch nicht mehr so zahlreich, so dass die Entscheidung mit gutem Gewissen fällt.
Vorher machen wir von Padstow aus noch eine tolle Wanderung von fast 15km nach Port Isaac die Küste rauf. Wir setzen morgens mit der Fähre über die Bucht nach Rock und von da geht es los. Klippen rauf, Klippen runter wir haben echt schwere Beine als wir nach 5h in Port Isaac ankommen. Der Ort ist nett und wie Padstow einigermaßen touristisch. Zurück geht es dann mit dem Bus und wieder mit der Fähre




Die Fahrt auf die Scilly Islands ist etwa 66sm lang, und wir müssen gegen 21.00 Abends ankommen, da wir nur ungern im Dunkeln durch kleine Inseln zu einem Ankerplatz fahren möchten. Und da das Fluttor im Hafen erst um 08.30 aufmacht, müssen wir Gas geben. Pünktlich geht es los und das Tempo was wir benötigen ist kein Problem. Der Wind ist super und am Anfang haben wir wenig Welle. Gegen Ende werden die Stunden wegen deutlich zunehmender Welle sehr anstrengend, und wir sind froh als wir pünktlich zum Sonnenuntergang ankommen. Dort gibt es sogar noch eine freie Boje an der wir festmachen. Im Boot sieht es aus wie im Schlachtfeld, da einiges durch die Gegend geflogen ist und einer unserer beiden 20L Wasserkanister ausgelaufen ist. Dann ist bei dem Geschaukel noch eine Welle ins Cockpit und den Niedergang hinunter ins Boot gelaufen, und sorgt für Salz auf den Oberflächen.


Das Wetter ist super, wir machen das Dinghi klar und fahren hinüber auf eine der fünf bewohnten Inseln. Diese heißt Tresco und man kann recht einfach am weißen Strand anlanden. Wir müssen mal der Redaktion der Sendung „Wunderschön“ im WDR bescheid sagen, es lohnt sich hier zu drehen. Es gibt viele Wege die um die Insel herumführen, mit phantastischen Ausblicken auf die weißen Strände, ohne Ende Palmen und andere exotische Pflanzen. Wir wandern durch die Dünen mit lila Heidefeldern, und wenn man quer durch die Insel durchgeht, trifft man auf einen alten Palast mit dem angeblich schönsten Garten Englands. Den haben wir allerdings wegen des krassen Eintritts von 18Pfund ausgelassen sondern dort nur was getrunken. Überall sind alte aber schicke Häuschen mit netten Gärten. Es ist ein echtes Privileg hier zu wohnen.








Am Nachmittag wird noch etwas im Cockpit relaxed und die Umgebung mit Stränden und kleinen Inseln genossen. Natürlich kommt die Drohne auch mal wieder zum Einsatz.




Was haben wir doch für ein Glück, dass wir uns dazu entschieden haben hierher zu kommen. Etwas tricky ist die Suche nach Ankerplätzen für die nächsten Tage. Es gibt zwar sehr viele, aber da der Wind teilweise Nachts nicht unerheblich ist, müssen diese für die entsprechende Richtung auch gut geschützt sein. Da der Wind ständig dreht, gibt es keinen Platz wo wir länger als einen Tag bleiben können. Wir bleiben noch ein paar Tage hier, und weil die Abstände zwischen den Inseln klein sind, werden wir noch ein paar Plätze ausprobieren.