Wir schaffen es in der ersten Nacht 10h am Stück zu schlafen ohne einmal zu zucken. Das hält auch die nächsten Nächte an, das Schlafdefizit war zu groß. Die erste Aufgabe ist das Einklarieren beim Zoll, Immigration, Hafenbehörde und Gesundheitsbehörde. Da Antigua und Barbuda ein eigener souveräner Staat ist, gibt es hier das volle Programm. Zum Glück sind alle 4 Büros direkt nebeneinander im Hafen mit einem komfortablen Anlegesteg. Digital kann man alle Informationen im Vorfeld übermitteln, so dass es im Endeffekt relativ schnell geht. Einziges Schmankerl bringt die Hafenbehörde, die anscheinend wussten, dass wir keine Antigua Gastlandflagge gehisst hatten. Das geht ja gar nicht. Wir müssen erstmal eine kaufen gehen und bekommen dann unsere Papiere. Natascha schafft es aus einer billigen Partyflagge eine Bootsflagge zu basteln. Bei dem Landgang kümmern wir uns auch direkt um einen Einkauf (im wahrscheinlich teuersten Supermarkt der Karibik) und finden eine Wäscherei wo wir die Sachen der letzten Wochen abgeben können. Der Ort Jolly Harbour ist eigentlich nur ein Touristendorf für reiche Amerikaner die sich hier entweder irgendwo in ein Hotel einmieten, oder ein schickes Apartment am Wasser mit Bootsanlegesteg besitzen. Angelockt wird man durch die sehr hübsche langegezogene Bucht, wo besonders am Eingang die Villen ihren eigenen kleinen Strand mit Palmen haben. Selbstredend stehen hier und da auch ein paar Superyachten herum.

Der nächste wichtige Punkt ist Wasser, unsere Tanks sind so gut wie leer. An der Tankstelle kann man glücklicherweise günstig gutes Wasser bunkern, so müssen wir nicht in den teuren Hafen. Also Anker auf, und ab zur Tanke. Mit vollen Tanks fahren wir sehr zufrieden wieder auf den Ankerplatz und sind jetzt erstmal für 10 Tage gut versorgt.

Antigua und Barbuda haben ca. 100.000 Einwohner davon die meisten auf Antigua. Der Staat ist seit 1981 unabhängig und Teil des britischen Commonwealth. Die Hauptstadt ist Saint John’s in der 22.000 Menschen leben, und da wollen wir heute hin. Der Bus ist wie auch schon auf den Kapverden ein Minibus der vollgestopft mit einem affenzahn die Hügel rauf und runter fährt bis wir nach Saint John’s kommen. Alles wirkt erwartungsgemäß etwas chaotisch und völlig anders als in Jolly Harbour. Es gibt wie auch in Mindelo viele Märkte mit einfachen Gemüseständen. Unten am Hafen liegen zwei dicke Kreuzfahrtpötte und entsprechend ist das Viertel um den Hafen deutlich gediegener. Man bekommt schnelle Snacks, teure Eis und kann gemütlich ein Bier trinken. Man hat aber nicht den Eindruck, dass die Bevölkerung arm ist. Es gibt anscheinend ein funktionierendes Schulsystem da überall Schulbusse rumfahren, und tagsüber sieht man keine Kinder in der Stadt. Ein Ziel für uns heute ist eine Lösung für das kaputte Tablet zu finden, am liebsten Reparatur oder ein billiges neues. Wir laufen die Stadt rauf und runter und finden auch einige Elektronikshops. Die Tablets die es dort gibt sind viel zu teuer und reparieren kann es auch keiner. So bleibt es bei der Stadtbesichtigung und wir müssen versuchen das Teil irgendwie zu Samsung in Deutschland zu bekommen.

Da auf der langen Überfahrt einiges auf der Strecke blieb, wird auch mal ein Tag für Bootsgetüdel aufgewendet. Großputz innen und außen, diverse Checks ob alles in Ordnung ist, wir bauen zum ersten Mal unser Abdeckzelt über das Cockpit auf um die Hitze abzuhalten und wir testen den Generator (der im Gegensatz zum letzten Mal fehlerfrei läuft…). Besonders für das Laden des kleinen Elektroaußenborders aber auch für Auryn wenn die Sonne nicht so scheint, brauchen wir den als gelegentliche Energiequelle.

2 Antworten zu “Karibik für Anfänger”

  1. Klasse, dass ihr nun endlich in der Karibik angekommen seid. Wie gerne würde ich jetzt mit euch tauschen. Hier in „good old Germany“ ist es eher kalt. Nehmt so viele Eindrücke mit, wie es irgendwie geht. Die kann euch keiner mehr nehmen. Lg Stephan

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