Am Anfang der 4-tägigen Tour Richtung NYC ging alles nach Plan, frische Ladung Diesel und Wasser für unsere Tanks an der Tanke bekommen und gemütlich die lange Bucht von Beaufort rausgeschippert. Zum ersten Mal verließ uns der Plan, als das Großsegel sich nicht aus dem Mast ausrollen ließ. Bestimmt eine Stunde lang haben wir es ein- und ausgerollt, bis es endlich stand. Ab dann hatten wir die ersten 2 Tage lang guten Wind. Wir mussten erstmal um das Kap Hatteras herum, welches nur bei südlichen Winden umfahren werden sollte. Das liegt daran, dass es vom Golfstrom gestreift wird und ansonsten unberechenbare Wellen entstehen können. Hat gut geklappt, und wir genossen einige Stunden lang die 3 kn zusätzliche Geschwindigkeit mitten in der Nacht. Anschließend geht es nach Norden an den Outer Banks hoch. Dort kommt der Wind von hinten, und die schrägen Wellen werfen uns ordentlich hin und her. Wir versuchen diverse Segelstellungen, bis wir ein Setup gefunden haben, bei dem die Segel aufhören zu schlagen. Am 3. Tag kommt dann der angekündigte Winddreher auf Nordwest, und wir bekommen einen halben Tag lang Wind und Welle mit 6 Bft von der Seite, was uns strapaziert, aber auch gut fortkommen lässt. Eine Welle nach der anderen überspült das Deck. Die folgende Nacht bietet dann wieder ein ganz neues Bild, nur noch schwache Winde, und wir dümpeln mit 3–4 kn weiter die Küste hoch. Am Morgen des letzten Tages, 30 sm vor dem Ziel, muss dann erwartungsgemäß der Dieselwind ran. Danach schält sich im Morgengrauen am entfernten Horizont die Skyline von New York durch den Nebel. Sehr, sehr, sehr aufregend – ein riesiger Meilenstein auf unserer Reise kommt näher. Da wir spät dran sind, verpassen wir leider den mitlaufenden Strom nach New York rein und müssen die letzten 6 Stunden gegen den Strom motoren und haben nur halbe Geschwindigkeit. Kurz vor unserem Ankerplatz an der Freiheitsstatue noch ein Aufreger. Wir bekommen Besuch von der US-Coast Guard, die sich mit einem Schnellboot nähern und ungefragt mit 4 schweruniformierten Beamten an Bord kommen. Einer checkt mit Natascha unten das Boot und will Sicherheitsausrüstung sehen. Die anderen checken Papiere und unseren Aufenthaltsstatus. Alles in Ordnung, insgesamt sehr freundlich, und nach einer halben Stunde sind sie wieder verschwunden. Sie meinten, sie würden nur ausländische Boote kontrollieren, es gäbe zur Zeit nicht so viele. Warum wohl? Und dann der große Moment, wir ankern neben der Freiheitsstatue, mit dem One-Million-Dollar-View auf Statue und die Skyline von Manhattan. Wir sind sehr glücklich und genehmigen uns das Anlegerbierchen bzw. Weinchen.

Neben uns ankert kurz nach uns ein zweites Boot aus Deutschland – na, so ein Glück! Und wo kommen die her… aus Remscheid!! Wir verbringen einen netten Abend bei Jeannette und Harald und tauschen Reisefreuden, Pläne und die üblichen Seglerprobleme aus. Grandios ist es, wenn die Sonne untergeht und die Skyline anfängt zu leuchten. Die beiden haben einen interessanten YouTube-Kanal. Sailing HuiHui – YouTube. Wir wollen wahrscheinlich Sonntag Nachmittag den East River hinauffahren, bis Port Washington. Dort bleiben wir erstmal etwas länger, um in Ruhe New York und die Umgebung zu besuchen.

8 Antworten zu “Auryn im Big Apple”

  1. Ihr habt so ziemlich die gleiche Strecke zur gleichen Zeit gesegelt wie wir. Komisch, dass wir uns erst jetzt treffen. In Beaufort waren wir auch zum Big Rock Tournament. Wir haben das Fisch wiegen angeschaut. Grandios! Wir freuen uns, euch kennen zu lernen.

  2. Hello ihr Weltweit – Segler, es ist super spannend eure Erlebnisse im Block mit zu verfolgen!! Ihr traut euch richtig was👍

    Ganz liebe Grüße

    Christoph

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