
Canada Day
Wie immer, wenn man von zu Hause in den Urlaub fährt, ist es ganz schön stressig, bis man endlich loskommt (manche Stimmen behaupten, wir wären doch im Dauerurlaub, was so sicherlich nicht der Fall ist….). Die Koffer werden für 2 Wochen gepackt, wir stehen um 06.00 Uhr auf, gehen nach kurzem Kaffee Anker auf und machen an einer der Bojen für Gastlieger fest. An Bord wird alles abgestellt was nicht laufen muss, um 08.00 funken wir das Taxiboot an, das uns an Land bringt, bestellen einen Uber und fahren damit zur Autovermietung. Alles klappt, und wir bekommen einen schicken Chevrolet Malibu. Los geht es, die erste Station ist der Ort Watkins Glen, der etwa 400 km in Richtung der kanadischen Grenze liegt. Der Ort ist älteren Formel-1-Fans vielleicht bekannt, da hier bis 1980 fast 20 Jahre lang der amerikanische Grand Prix ausgetragen wurde. Man sieht es in dem hübschen Städtchen immer noch, da viele Pubs und Kaffees sich nostalgische Poster und Wimpel aus der Zeit an die Wand hängen. Heute ist der Seneca Lake und der angrenzende Watkins Glen State Park deutlich attraktiver. Letzterer ist auch der Grund, warum wir uns den Ort als erste Station ausgesucht haben. Wir logieren im mittelmäßig schicken Colonial Inn Motel, und machen uns am nächsten Morgen direkt auf in den State Park. Der ist allerdings wirklich toll. Schön angelegte Wege führen Flüsse hinauf, die es in sich haben. Es gibt viele Wasserfälle, kleine und große Täler, und eine großartige Vegetation. Oben angekommen, kann man auf der anderen Seite wieder hinuntergehen. Es sind viele Leute unterwegs, unter anderem auch einige Gruppen von Amish People. Das hat sich wirklich gelohnt, und so fahren wir zufrieden weiter nach Kanada.








Wir machen noch einen kurzen Halt in dem amerikanischen Grenzort Buffalo. Der lohnt sich aber gar nicht, und so geht es direkt weiter über die Grenze. Der Grenzbeamte will ein paar Sachen wissen, und schon sind wir eingereist. Im Hotel in Niagara bekommen wir leider ein Zimmer direkt an der Straße, dafür ist es aber gut gelegen. Wir essen was, und machen uns dann auf zu den Fällen. Für Natascha ist es das erste Mal hier, und sie ist aufgeregt. Ich erzähle noch unwissend, dass in der Regel an der Promenade nicht so viel los ist, und man problemlos seine Fotos machen kann. Als wir dort hingehen, ist es genau umgekehrt. Die Straße neben den Fällen ist abgesperrt, und Menschenmassen schieben sich Richtung der Wasserfälle. Komisch, was ist denn heute los hier? Die Antwort, die uns Google liefert, ist ziemlich klar. Heute ist Canada Day, der höchste nationale Feiertag für die Kanadier. Na toll, wenn wir etwas mehr zur Vorbereitung gelesen hätten, wären wir wohl nicht so überrascht worden. Es entpuppt sich aber als Glücksfall: Um 22.00 Uhr werden die Fälle wunderschön beleuchtet, und zu kanadischer, lauter Musik (u.a. Brian Adams und Neil Young) kommt noch ein Feuerwerk. Das war ein echt schöner Abend.








Wir bleiben noch einen Tag hier in Niagara, weil der Skipper ein paar seiner alten Arbeitskollegen treffen möchte. Am Morgen machen wir aber noch einen Ausflug. Nachdem der Fluss Niagara die Fälle runtergestürzt ist, zieht er sich noch ein ganzes Stück bis zu dem Ort Niagara-on-the-Lake, wo er in den Ontario-See fließt. Auf dem Weg dorthin gibt es den sogenannten Whirlpool. Das ist eine runde Ausbuchtung, wo der Fluss eine Runde dreht, bevor er um die Ecke herum weiterfließt. Das Ganze wird touristisch ziemlich ausgeschlachtet, mit teuren Parkplätzen, Kletterpark und Seilbahn. Es gibt auch einen Wanderweg, der eher für uns geeignet ist, als uns in die Höhen zu wagen. Man kann den Felsabhang hinuntergehen, und kommt unten direkt am Fluss und am Whirlpool heraus. Das Stück den Fluss entlang ist recht anspruchsvoll, und man muss ordentlich klettern, und ein paar Mal haben wir den Weg verloren. Danach machen wir noch einen Abstecher nach Niagara-on-the-Lake, einem sehr mondänen Ort mit Golfplatz und Boutiquenallee. Am Abend treffen wir dann Mike, Joe, Kurt und Martin von meiner alten Firma in einem Biergarten in St. Catharines. Es gibt eine Niederlassung und Produktionsstätte hier, und wir haben den Kontakt seit meiner Kündigung nicht verloren. Wir plaudern über die alten Zeiten, und ich will natürlich auch mal wieder aus erster Hand hören, was es so Neues in der Firma gibt.




Wir fahren am nächsten Morgen weiter in den Algonquin-Nationalpark, wo wir mal Natur pur erleben wollen. Die Fahrt hoch in den Norden wird immer einsamer, und die Orte und Häuser am Straßenrand spärlicher. Wir landen schließlich im Allstar Resort, was sich anders anhört als es ist. Es besteht aus einem Camping- und Trailerpark, und einigen Hütten, von denen wir eine bekommen. Die sind direkt am Fluss gelegen, mit eigener Terrasse, Steg und Grill. Sonst gibt es keine Kochmöglichkeit, aber wir haben noch einen guten Kühlschrank. Uns gefällt es so gut, dass wir direkt um 2 Tage verlängert haben.



