Der ursprüngliche Plan für die Segelreise an der Ostküste war mal Rhode Island mit Newport auf eigenem Kiel kennenzulernen. Durch den ungeplanten Besuch in Deutschland ist uns dafür die Zeit weggelaufen, und so haben wir uns für einen Besuch der Gegend per Auto mit der Familie entschieden. Nachdem wir Marlene am Flughafen abgesetzt haben, waren es noch mal fast 4 Stunden bis zu unserem nächsten Apartment in Newport. Wie schon in New Jersey haben wir es auch hier gut angetroffen und ein gemütliches Heim für die nächste Woche gefunden. Ein Vorteil ist, dass es deutlich ruhiger ist. Von hier aus können wir schöne Ausflüge machen.

Newport ist, wie viele Städtchen an der Ostküste, sehr alt, die Gründung war schon 1639 und es gibt heute 25.000 Einwohner. Die Innenstadt ist schick und mondän, und an der Küste reihen sich viele prunkvolle Villen aneinander. Wir verbringen den Sonntag mit einem Bummel durch die Innenstadt. Die ist gar nicht so klein und die Boutiquen und Kaffees reihen sich aneinander. Im Herbst steht hier alles im Zeichen der Kürbisse. Viele Märkte und Läden verzieren ihre Auslagen sehr schön mit ihren Ernten. An vielen Ecken spielen Musiker und sorgen für eine sehr positive, lockere Stimmung. Wir lassen den Nachmittag in einem Biergarten ausklingen.

Eine der bekanntesten Attraktionen ist in der Gegend der Cliff Walk. Das ist ein Wanderweg der die Küste 6 km hinauf und wenn man will auch wieder hinuntergeht. Man kommt an einigen außergewöhnlich pompösen Anwesen vorbei, unter anderem vom Oracle Gründer Ellison dem zweitreichsten Menschen der Welt. Die Küste ist aber auch wirklich schön und der Wanderweg führt einen teilweise über Stock und Stein mit wunderbaren Aussichten.

Weitere Ausflüge führen uns in nahegelegene Vögel- und Wildparks, die mit kleinen Rundwanderwegen locken. Es ist sehr entspannend bei dem Superwetter ein paar Runden zu drehen und sich in den gutausgestatteten Besucherzentren zu informieren.

Ein Highlight jagt das nächste, heute fahren wir in die Hauptstadt von Rhode Island nach Providence. Diese Stadt, eine Stunde von Newport entfernt, hat etwa 190.000 Einwohner. Bekannt ist sie eigentlich nicht so sehr, was vielleicht auch daran liegt, dass es nicht die spektakulären Sehenswürdigkeiten gibt. Wir wandern zuerst die Benefit Street hinauf, die durch viele alte Holzhäuser im typischen Ostküstenstil auffällt. Unterwegs machen wir noch einen Halt in der ältesten Bibliothek der Stadt, dem Athenäum. Auf mehreren Ebenen stehen die Bücher in alten Holzregalen und man findet überall gemütliche Ecken, in denen man schmökern kann. Wir laufen noch etwas durch die Innenstadt und versuchen dem gelobten Little Italy erfolglos etwas abzugewinnen. Bald treibt uns das ausnahmsweise mal nicht so prickelnde Wetter wieder zurück nach Newport.

Den krönenden Abschluss der Reise begegnen wir in Bosten. Bei strahlendem Sonnenschein nehmen wir mit Hunderten von anderen Touristen den 4km langen Freedom Trail in Angriff. Dieser führt quer durch die Stadt an 16 historischen Sehenswürdigkeiten vorbei. Bosten ist eine der ältesten Städte des Landes und wurde 1630 gegründet, und entsprechend gibt es einiges zu sehen. Dem Weg kann man ganz einfach folgen, er wird durch einen roten Pflasterstreifen gekennzeichnet. Los geht es in einem großen Park, wo sich unzählige Menschen tummeln. Dann geht man an mehreren alten State Houses vorbei, lernt einige Kirchen und jede Menge Denkmäler kennen. Sehr schön war auch der Quincy Market, in dem man innen viele lokale Leckereien bekommt. Die gesamte Innenstadt ist eine interessante Mischung aus alten Gebäuden und modernen, nicht zu protzigen neuen Hochhäusern, die miteinander harmonieren. Zum Abschluss gehen wir noch über den Fluss in den Norden der Stadt, wo es ein paar Kriegsschiffe zu sehen gibt. Wie auch schon in Philadelphia merken wir am Abend, dass ein Tag für so eine Stadt wirklich zu wenig ist. Schade, dass es nicht für mehr reicht.

Und dann ist unsere gemeinsame Zeit auch schon wieder vorbei und wir bringen Mutter und Sohn nach Newark zum Flughafen. Ein besonderes Lob noch mal für Christiane, die mit ihren 76 Jahren die Touren durch die Stadt super geschafft hat. Es hat riesig Spaß gemacht mit unserer Familie und jetzt kommt für uns wieder der gerade nicht so glorreiche Alltag.

Letzte News zu den Fortschritten an unserem Boot. Die Werft hat ihre Voruntersuchungen abgeschlossen, und die Versicherung hat es nach 2 Wochen nicht geschafft, hier einen Gutachter aufzutreiben. Das führt dazu, dass wir immer noch keine Freigabe für die Beschaffung der zu ersetzenden Komponenten haben, sehr ärgerlich, wir verlieren gerade viel Zeit. Diese fehlende Freigabe führt jetzt dazu, dass uns die Werft den Liegeplatz für 2 Wochen wegnimmt, da dann die Annapolis Boat Show stattfindet. Dafür wird jeder Liegeplatz in allen Häfen der Umgebung gebraucht. Da wir ohne Elektrik schlecht irgendwo hin können, haben wir uns darauf geeinigt, das Boot an Land zu stellen. Deshalb bekommen wir jetzt von der Versicherung auch eine Unterbringung bezahlt, da wir an Land stehend dort nicht wohnen können. Die Versicherung will jetzt erstmal versuchen, ohne Gutachter vor Ort eine Freigabe zu geben, und dafür müssen wir in den nächsten Tagen noch ein paar Daten liefern. Wir sind gespannt ob das klappt.

Eine Antwort zu “Rhode Island ohne Auryn”

  1. Danke nochmal, Ihr Lieben, es war eine tolle Zeit mit euch und den Kindern! Ihr wart wunderbare und liebevolle Reiseführer und -gefährtinnen.

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