Irgendwann schreibe ich mal ein Buch über die Geschichte vom Blitzschlag in das Boot und was es für ein Hin- und Her bis zu einer genehmigten Reparatur geben kann. Inzwischen ist ein Gutachten aus der Ferne in Hamburg erstellt worden, mit diversen Geräten, die ausgetauscht werden können. Alles basierend auf den Informationen, die wir und die Werft zusammengetragen haben. Grundsätzlich alles in Ordnung, nur dass die geschätzten Kosten dafür ein Vielfaches unter dem Wert der Werft liegen, aber das war eigentlich schon vorher klar.

Für die technisch Interessierten, es sollen folgende Geräte ausgetauscht werden: Batteriemonitor, Inverter zum Umwandeln von 12 V in 220 V, Batterieladegerät, Solarladegerät, Dieselheizung, Navigation mit Windmessung, Tiefenmessung und Anzeigen, der Autopilot mit Anzeigen, AIS-Sender und ggf. noch die Bleibatterien. Weiterhin muss die Lichtmaschine eingeschickt werden, da wahrscheinlich ein paar Dioden in Mitleidenschaft gezogen wurden. Hinter unserem Schaltpult sind zudem einige Anzeigen kaputt, Mast- und Positionslichter funktionieren nicht mehr und die Funkantenne auf dem Mast hängt seitlich schlaff herunter. Wichtig ist auch, dass die Kühleinheit des Kühlschranks unklar ist, vielleicht reicht es, die Platine zu wechseln. Gar nicht mal so wenig, zumal man davon ausgehen kann, dass im Laufe der Reparaturen noch mehr gefunden wird.

Aber jetzt zurück zur Story. Basierend auf dem Gutachten aus der Ferne hat die Werft neu kalkuliert und ist mit ihren Kosten ein gutes Drittel runtergekommen. Daraufhin haben wir der Werft schon mal etwas angezahlt, damit sie anfangen können, Geräte zu bestellen. Die Situation in der Werft sieht inzwischen so aus, dass zwei große Aufträge reingekommen sind und die für uns kurzfristig nicht mehr so viel Zeit haben. Und jetzt der Knaller: Der Versicherung sind die Kosten weiterhin zu hoch, und sie schicken jetzt (NACH 5 WOCHEN !!!) den Gutachter aus Deutschland vorbei, was eine weitere Woche Verzögerung bedeutet. Der erboste Skipper hat sich daraufhin mit dem Chef der Versicherung verbinden lassen, was aber auch nichts gebracht hat. Er kommt nächsten Dienstag und wird für 2 Tage das Boot komplett elektrisch durchmessen. Er wird danach ziemlich genau sagen können, ob noch mehr gemacht werden muss oder ob das ein oder andere gerettet werden kann. Ich sehe es mal positiv. Zwar gibt es noch eine Woche mehr im Hotel, aber dafür wird wahrscheinlich eine ziemlich genaue Reparaturanleitung rauskommen und die Werft spart hoffentlich einiges an Zeit. Wir werden weiter berichten.

Und jetzt zu den Vorteilen der Zwangspause. Wir erkunden weiterhin die Gegend, machen wunderbare Wanderungen bei nach wie vor bestem Wetter und fahren auch noch mal nach Washington zur Mall, wo es noch weitere hochklassige Museen gibt. Auch in Annapolis ist einiges los, dort ist gerade die große Boatshow (siehe Titelbild von unserer Werft aus fotografiert).

In Washington besuchen wir das beeindruckende Naturkundemuseum, welches uns relativ schnell überfordert, da es an den Wänden Millionen an Informationen gibt. Man müsste sich 2 Tage Zeit nehmen und würde wirklich viel lernen.

Dann gehen wir noch ins Haus der amerikanischen Geschichte. Hier das Gleiche: Es gibt für die vielen Themen jeweils eigene Hallen. Es geht um die Besiedelungen, viele technische Hallen, Berühmtheiten, die Präsidenten, die Filmindustrie mit berühmten Requisiten und vieles mehr. Auch hier total beeindruckend, aber man braucht viel mehr Zeit und müsste mehr Pausen einlegen, um alles zu verarbeiten. Völlig vergessen wurden anscheinend die indigenen Einwohner, über deren Vertreibung wurde nichts gezeigt.

Wir haben uns übrigens etwas Tolles überlegt, wie wir die Wochen, die hier noch vor uns liegen, besser verbringen können. Aber davon mehr im nächsten Beitrag.

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