Wir haben uns für die Erkundung der Gegend in und um Miami für einen Ankerplatz an der vorgelagerten Insel Key Biscayne entschieden. Die Strecke ist im Vergleich zu den letzten Touren mit 30sm ganz gemächlich. Auch Wind und Welle sind fast zu gemütlich weshalb der Motor am Anfang noch relativ lange zum Einsatz kommt. Der Ankerplatz ist gut geschützt, und wir können uns einen Platz nah zum Land aussuchen.

Auf Großstadt haben wir heute noch keine Lust und erkunden erstmal den Park vor uns. Er hat den leicht zu merkenden Namen „Bill Baggs Cape Florida State Park“. Wie die meisten State Parks in Amerika ist auch dieser Top-angelegt und gepflegt. Wir kommen mit dem Dinghy in einem kleinen Hafenbecken an, wo wir in der Ecke anlegen dürfen. Für den Parkeintritt und sein Boot soll man auf freiwilliger Basis 8 Dollar in einen Umschlag tun und in eine Box werfen. Als das erledigt ist, können wir uns die Füße vertreten. Wir laufen wunderschöne Wege runter bis zum Leuchtturm, auf den wir leider nicht mehr raufkommen, er macht schon mittags zu. Dafür gibt es ein kleines Museum, wo man die Wohnung der Leuchtturmwärter seit 1825 anschauen kann. Wir finden später noch einen kleinen Urwald mit verwurzelten Wegen, wo so ganz nebenbei vor Alligatoren gewarnt wird. Sehen tun wir keine, aber der Trial ist cool.

Nach diesem sehr entspannenden Tag geht es nun hinein in die Glitzerwelt von Miami. Was uns neulich erst klar wurde: Es gibt zwei Miamis. Nämlich die Stadt auf dem Festland und noch Miami Beach, was wie bei Palm Beach auf einer vorgelagerten Insel liegt. Für den Tag heute nehmen wir uns nur Miami ohne Beach vor und fahren mit dem Bus zum Start nördlich von der Innenstadt in den Design Distrikt. Hier geht es mal wieder totschick zu, ganz im Stile der anderen Florida-Metropolen. Gucci und Kollegen übertrumpfen sich gegenseitig mit ihren Auslagen und den Fassaden. Interessanter in solchen Gegenden sind nicht die Läden, sondern die Plätze mit Deko oder künstlerischen Figuren drumherum.

Etwas südlich davon ist der Anziehungsmagnet Nummer 1 von Miami, die Wynwood Walls. Das sind einzigartige Murals im Freien mit riesigen, bunten Street-Art-Wandbildern von Künstlern aus aller Welt. Einige Bereiche sind abgetrennt und wollen Eintritt haben, aber bei der Fülle mit Wandbildern drum herum ist das nicht nötig.

Zum Mittagessen fahren wir weiter nach Little Havanna, einem kubanischen Bezirk westlich von Downtown. Hier gibt es die Calle 8, in der sich das Leben der kubanischen Einwanderer abspielt. Viele Restaurants, kleine Märkte, Zigarrenläden und laute Musik an jeder Ecke. Total nett, wir finden ein sehr typisches kubanisches Restaurant und essen auf dem Bürgersteig. Das steigert die Vorfreude auf unser nächstes Ziel nach den USA.

Ein Hoch übrigens auf den öffentlichen Verkehr in Miami. Neben den regulären Bussen, die einen für 2,25 bis Key Biscayne bringen, gibt es die kostenlosen Trolleys und eine fahrerlose Hochbahn, die mit 3 Linien um die Innenstadt herum fährt. Es gibt Apps, wo man ganz gut herausfinden kann, was man nehmen muss, um wo auch immer hin zu fahren. Wir fahren mit dem Trolley wieder runter bis Downtown, von wo wir den Bus zurück nehmen.

Weihnachten findet dieses Jahr mit unserer Familie leider nur online statt, das macht uns schon etwas traurig. Aber aus zeitlichen und flugpreismäßigen Gründen hat es dieses Jahr leider nicht geklappt, nach Hause zu fliegen. Es gibt bei uns übrigens ein hervorragendes Coq au vin und eine stundenlange Videokonferenz mit den Kindern, meiner Mutter und meinem Bruder.

Allen Bloglesern wünschen wir eine entspannte und erholsame Weihnachtszeit, und bleibt alle gesund.

3 Antworten zu “Merry Christmas aus Miami”

  1. Liebe Natascha, lieber Jan, wir wünschen euch frohe Weihnachten aus Lanzarote 🎄🇪🇸☀️🥂🍾! Habt eine tolle Zeit in Florida und genießt die unabhängige Zeit! Lg Biggi & Stephan

  2. Frohe Weihnachten! Freue mich jedes Mal darauf euren Blog zu lesen, auf das ihr auch in 2026 so viele schöne Eindrücke mitnehmen könnt (und mit uns teilt;-)). Alles Gute für die weitere Reise in 2026!

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