Altes Tikal

Zurück an Bord versuche ich eine Projektbesprechung mit Erwin und dem Team zu veranstalten. Leider spricht keiner von denen auch nur ein Wort Englisch, so dass wir es auf Spanisch mit Google Übersetzer und Händen und Füßen versuchen. Wir kommen am Ende ganz gut klar die wichtigsten Punkte sind: die Gruppe für das Teak Deck glaubt, in zwei Wochen fertig zu sein. Das ist eine glatte Woche schneller als ich vermutet hätte. Wir möchten uns noch unseren Navigations-Platz mit ein paar neuen Holzverblendungen verschönern lassen, der Traveler für den Spiebaum am Mast muss noch gefräst werden und einen Adapter für den Süßwassertank-Füllstandmesser ist gerade in Arbeit. Man kann also davon ausgehen, dass in den nächsten 2-3 Wochen alles fertig ist, top! Wir können die Arbeiten hier guten Gewissens alleine lassen und so geht es los, unsere nächste Reise in Angriff zu nehmen. Wir wollen zuerst zu den Pyramiden von Tikal in den Norden von Guatemala fahren, und anschließend durch Belize weiter nach Mexiko.

Vorher machen wir am Wochenende aber noch einen Ausflug zu den Cascades Calientes. Das ist ein Fluss, der an einigen Stellen von einem Wasserfall gespeist wird, der aus einer heißen Quelle rauskommt. Unter dem Wasserfall ist ein Pool mit bereits relativ warmen Wasser, und wenn man sich unter den Wasserfall stellt, kommt es einem ziemlich heiß auf den Rücken geprasselt. Das ist mehr als nur eine tolle Massage. Währenddessen knabbern kleine Fischchen unten an den Füßen herum. Abschließend geht es mit dem Bus wieder zurück. Den Satz -Der Bus ist voll- kennen die hier übrigens nicht. Unser Bus ist bereits unfassbar voll, aber es wird grundsätzlich kein Fahrgast stehengelassen. Glücklich sind wir am Nachmittag wieder in Rio Dulce.

Wir buchen einen Shuttle bis in den kleinen Ort Flores etwa 4 Stunden Fahrzeit nach Norden. Das ist eine sehr kleine, ausgesprochen hübsche Insel in einem See. Die Insel ist so klein, dass man in einer halben Stunde drum herumlaufen kann. Sie ist ziemlich voll gepackt mit Hotels und vielen Restaurants. Trotzdem ist es wirklich schön und wir haben für zwei Nächte ein Hostel gebucht. Von hier aus fahren viele Shuttles jeden Tag, die 1,5h bis in den Nationalpark von Tikal. Früh geht es los und um 10:00 Uhr sind wir durch den Eingang im Park.

Die Mayas begannen bereits 1000 Jahre, v. Chr. in Tikal zu leben und die Tempel aufzubauen. Die Blütezeit des Volkes war zwischen 300 und 900 n. Chr. wo auch die meisten der prächtigen Tempel entstanden. Es wird vermutet, dass eine lange anhaltende Dürre und Überbevölkerung mit einhergehenden sozialen Unruhen und Hungersnot zum Aufgeben dieser Städte geführt haben. Für die Wissenschaft ist die Interpretation der Lebensweise von damals schwer nachzuvollziehen, da es nur wenige Schriften gibt.

Wir besorgen uns am Eingang eine Karte und los geht es. Wir laufen durch den Urwald mit gut angelegten Wegen. Zuerst machen wir einen Schwenk nach links und kommen am Tempel No. 6 heraus. Von dort geht es weiter, etwas außerhalb des Zentrums, an einigen anderen Anlagen vorbei, die mehr oder weniger gut erhalten sind. Das Alter der Bauten ist teilweise sehr unterschiedlich. Manche wurden bereits 500 v. Chr. gebaut und andere erst 1000 Jahre später. Auf einige der Pyramiden führen Holztreppen hinauf, wo man von oben auf Podesten einen großartigen Blick über den Urwald hat, aus dem Pyramidenspitzen herausragen. Es gibt auch einen sportlichen Bereich. Die -Los 7 Templos- waren ein Platz der von mehreren kleinen Pyramiden umgeben war. In der Mitte wurde das Ballspiel Juego de Pelota zelebriert. Das Zentrum der gesamten Anlage wird von dem großen Jaguar Tempel No.1 (Titelbild) und dem begehbaren gegenüberliegenden Tempel No.2 dominiert. Wir sind völlig begeistert, aber auch ganz schön kaputt von der vielen Kletterei als wir am Nachmittag wieder mit dem Bus zurück nach Flores fahren.

Ja, und von hier aus wollen wir morgen nach Mexiko weiter. Seit vorgestern gibt es dort allerdings schwere Auseinandersetzung zwischen den Drogenkartellen und der Armee in der Gegend um und in Guadalajara, was uns zweifeln lässt, ob das so eine gute Idee ist. Inzwischen scheint es sich aber wieder beruhigt zu haben, und in Yukatan, wo wir hin wollen, ist wohl alles in Ordnung. Basti wird uns dort auch für ein paar Tage besuchen, sofern er aus Guadalajara sicher ausreisen kann.

(Der Beitrag wurde mit dem Handy erstellt daher ist die Formatierung teilweise etwas anders)

2 Antworten zu “Altes Tikal”

  1. Hola Ihr Lieben,

    vielen Dank für die tollen Berichte und die „Mühen“ , die für uns auf euch nehmt (:-

    Endlich weiß ich wie ich nach Monaten auch die Fotos für mich sichtbar machen kann-geil !!!

    Passt gut auf euch auf!

    Ganz herzliche Grüße

    Christoph (und Elke)

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